So, zum Abschluss:
Es gibt auch eine inhaltliche Zäsur, die römische Frühgeschichte endet mit der Eroberung Roms durch die Gallier, welche den römischen Staat kurz vor den Abgrund bringt. Auch die berühmten kapitolinischen Gänse haben in diesem Buch ihren Auftritt.
Von den Römern ob ihrer Raubzüge zur Rede gestellt, antworten die Gallier wie die Athener bei Thukydides den Meliern, dass der bestimme, wer die Macht auf seiner Seite habe:
Als die Römer fragten, welcher Rechtsgrundsatz das sei, Land von den Besitzern zu fordern oder sonst mit den Waffen zu drohen und was die Gallier in Etrurien zu suchen hätten, sagten jene dreist, sie trügen ihr Recht in den Waffen und tapferen Männern gehöre alles.
[S. 434]
Livius stellt sich allerdings nicht blind auf die Seite der Römer, sondern lässt dem Erfolg der Gallier durchaus Gerechtigkeit widerfahren:
So sehr stand nicht nur das Glück, sondern auch die Vernunft auf der Seite der Barbaren.
[S. 426]
Ich werde in den nächsten Wochen jetzt noch Macchiavellis "Discourses in Livy" lesen, sein zweites Hauptwerk.
CK