Wer sagt eigentlich, dass der MoE überhaupt die Enstehungsbedingungen des Nationalsozialismus (aus wessen Sicht auch immer) zu analysieren unternimmt? Man hat Musil vielmehr vorgeworfen, dass er zu Zeiten des NS an einem k. k. Roman arbeitete, einem Roman, der den Untergang der bürgerlichen Welt vor dem 1. Weltkrieg zum Thema hatte.
Dass mutet ähnlich an wie bei Kafka, dem auch prophetische Gaben unterstellt wurden; einfach Kaffeesudleserei a posteriori: Alle mögliche Bücher werden als prophetische Hinweise auf eine Zeit interpretiert, von der die Erzähler zuvor kaum etwas ahnten oder wussten. Der Dichter als Seher und Prophet, als Seismograph zukünfter politischer Entwicklungen. Wobei er wie alle Seher (selbst jener von Uderzo und Goscinny) seine Wahrheit post festum untergejubelt bekommt.
scheich'sbeutelsche Grüße