Autor Thema: Inzest in der Literatur  (Gelesen 7610 mal)

Offline Sir Thomas

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Re: Inzest in der Literatur
« Antwort #15 am: 26. Februar 2009, 17:00 »
Erwähnenswert zum Thema Inzest finde ich Cormac McCarthy´s zweiten Roman "Draußen im Dunkel" - eine sehr düstere Geschichte von alttestamentarischer Strenge. Brüderchen und Schwesterchen haben einander mehr lieb, als es gut ist ... 

LG

Tom

Offline Hermeneutiker

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Re: Inzest in der Literatur
« Antwort #16 am: 27. Februar 2009, 13:18 »
Nabokov zitiert in der Reinszenierung des Schöpfungsmythos durch den Geschwisterinzest in "Ada oder Das Verlangen" die von mir genannte Passage aus Melvilles "Pierre oder Die Doppeldeutigkeiten" Letzteres nebenbei bemerkt ein ziemlich furchtbares Geschwalle. Man sieht schon die Anspielung im Titel, wobei schon der "Pierre" stark parodierend vorgeht, alles zusammen quasi ein monumentaler Intertextualitäts-Inzest + Ironie. (Vgl. Ada-online aus Auckland) Erstaunlich, dass wir in Bezug auf Büchner und Camus entschlüsselungsmäßig so extrem hinterherhinken. (Vgl. meine Links zu Vorstellung: "Wyozeck" bzw. Rezension: "Der Fremde".)
Mittlerweile wird mir klar, dass es sich bei den letzteren Werken (ansatzweise auch im "Hamlet" und "Don Carlos" im Gegensatz zu der patriarchalischen Idealisierung des (Geschwister)Izests um die Dramatisierung (des Mutter-Sohn-Inzests) mit abschließendem Ritualmord handelt. Vermutlich wäre auch Hauptmanns "Bahnwärter Thiel" hier einzuordnen.
« Letzte Änderung: 28. Februar 2009, 09:20 von Hermeneutiker »

Offline Sir Thomas

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Re: Inzest in der Literatur
« Antwort #17 am: 15. April 2009, 17:56 »
Kleine Ergänzung: Thomas Manns "Wälsungenblut" wurde genannt. Auch sein später Roman "Der Erwählte" (1951) spielt mit den Inzestmotiv.

LG

Tom

Offline sandhofer

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Re: Inzest in der Literatur
« Antwort #18 am: 15. April 2009, 19:33 »
Kleine Ergänzung: Thomas Manns "Wälsungenblut" wurde genannt. Auch sein später Roman "Der Erwählte" (1951) spielt mit den Inzestmotiv.

Letzteres seinerseits basierend auf dem mittelalterlichen Werk Gregorius von Hartmann von Aue:winken:
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Sir Thomas

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Re: Inzest in der Literatur
« Antwort #19 am: 8. Juni 2009, 13:54 »
In mindestens zwei Werken von William Faulkner spielen inzestuöse Motive eine Rolle: "Schall und Wahn" sowie "Absalom, Absalom!".

Das nur zur weiteren Ergänzung.

Schöne Grüße

Tom

Offline jenny

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Re: Inzest in der Literatur
« Antwort #20 am: 4. März 2010, 20:15 »
Hi, ziemlich spät, aber:
Pascal Mercier (Peter Bieri) "Der Klavierstimmer"
Wolfram Fleischhauer "Drei Minuten mit der Wirklichkeit".
A propos, die beide meines Wissens wurden hier noch nicht erwähnt. Kennt jemand sie?
MFG, Jenny

Offline JMaria

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Antw:Inzest in der Literatur
« Antwort #21 am: 8. April 2012, 19:52 »
hallo zusammen,

Vater-Tochter-Beziehungen und Inzest bilden ein Leitmotiv in "Zärtlich  ist die Nacht" von F. Scott Fitzgerald.

Gruß,
Maria
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Offline sandhofer

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Antw:Inzest in der Literatur
« Antwort #22 am: 9. April 2012, 11:17 »
Tatsächlich? War mir gar nicht (mehr) präsent ...
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline JMaria

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Antw:Inzest in der Literatur
« Antwort #23 am: 9. April 2012, 17:17 »
Hallo sandhofer,

mir fiel es erst auf, als ich den 2. Teil des Romans begann zu lesen, sonst sind die Bezüge sehr bedeckt und in Wortspielen zu finden, wie "Daddy's Girl / Little women .... beim Ergründen der Anmerkungen fällt auch noch "Heilung" als Leitmotiv auf.

LG
Maria
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