Hallo zusammen,
heute las ich in 2666 von Roberto Bolaño folgendes über "größere Werke" und ich stell es hier mal rein ...
Vorgeschichte: es wird ein Apotheker erwähnt, der lieber Bartleby als Moby Dick, Eine Weihnachtsgeschichte statt Eine Geschichte aus zwei Städten usw... liest. Darüber macht sich Amalfitano, ein Philosophielehrer, folgende Gedanken:
....Nicht einmal die belesenen Apotheker wagen sich mehr an die großen, die unvollkommenen, die überschäumenden Werke, die Schneisen ins Unbekannte schlagen. Sie geben den perfekten Fingerübungen der großen Meister den Vorzug. Anders gesagt: Sie wollen die großen Meister bei eleganten Fechtübungen beobachten, aber nichts wissen von den wahren Kämpfen, in denen die großen Meister gegen jenes Etwas kämpfen, das uns allen Angst einjagt, jenes Etwas, das gefährlich die Hörner senkt, und es gibt Blutvergießen, tödliche Wunden und Gestank. (S. 283, gebundene Ausgabe, Hanser Verlag)
Der letzte Satz hat mich nun doch an "Salammbo" von Flaubert erinnert, das ich kürzlich mit Staunen, Schrecken und Begeisterung las.
2666 ist auch so ein Werk, in dem der Autor seine Hörner senkt und nicht vor Gestank zurückschreckt; jedoch nicht in ekligem, sensationssüchtigem Sinne.
Gruß
Maria