So, Buch 1 habe ich gelesen. Und vorher noch den Anhang meiner Ausgabe (Der Zug der Zehntausend, Artemis & Winkler: Bibliothek der Alten Welt). Übersetzt hat meine Ausgabe Walter Müri.
Die ersten Eindrücke sind einigermassen durchzogen. Sprachlich stereotyp, inhaltlich auch nicht so aufregend. Die Schlacht, in der Kyros jr. sein Leben verliert, scheint mir nicht so wahnsinnig gut geschildert. Wenn nicht im Anhang eine kartografische Übersicht über das Geschehen während dieser Schlacht figurierte, hätte ich den Teil wohl mehrmals lesen müssen, um den Ablauf zu begreifen. Auch Kyros' Tod kommt ein bisschen plötzlich und undramatisch.
Interessant wird Buch 1 vor allem durch das, was Xenophon nicht sagt oder bloss andeutet, wohl auch, weil es seinen Zeitgenossen ja nur allzu bekannt war: Macht-, ja Bruderkämpfe unter den Grossen wie unter den Kleinen; so, dass sich über zehntausend verzweifelt-entwurzelte Griechen finden, die sich - offenbar nur das Kriegshandwerk gewöhnt - als Söldner von jedem und für jedes anheuern lassen.
Irgendwie erstaunt mich es immer wieder, wie die Antike (griechisch wie römisch) so gar nicht heile Welt war, wie ich im Gymnasium immer den Eindruck hatte. Wenn mal nicht gerade ein externer Krieg herrschte, gaben sich Griechen wie Römer halt selber und gegenseitig auf die Nüsse.