Autor Thema: April 2009 - Xenophon: Anabasis  (Gelesen 8524 mal)

Offline xenophanes

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Re: Xenophon: Anabasis
« Antwort #15 am: 3. Mai 2009, 21:58 »
Ich fliege am Montag beruflich nach Orlando. Nehme Xenophon mit,

Zu Micky Mouse? :entsetzt:

Nein, zu http://www.attendwes.com/event/

CK


Offline Regina

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Re: Xenophon: Anabasis
« Antwort #16 am: 4. Mai 2009, 19:37 »
Ich krieche weiter hinter euch her, habe jetzt Buch 1 beendet.

Wie versorgt man in einer großen unbewohnten Stadt ein Heer mit Lebensmitteln frag ich mich.
Interessante Einblicke in die Verproviantierung. Ist der Weizen zu teuer, ess ich eben Fleisch.
Dass die Griechen nicht nur kein Frühstück bekamen, sondern nach gewonnener Schlacht (die sei leider den Oberbefehlshaber kostete) auch noch ums Abendbrot betrogen wurden, das ist zu einen bitter, zum anderen ein nettes Detail. Das fällt vielleicht nur jemand auf, der mit dabei war.

Offline sandhofer

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Re: Xenophon: Anabasis
« Antwort #17 am: 4. Mai 2009, 22:14 »
Dass die Griechen nicht nur kein Frühstück bekamen, sondern nach gewonnener Schlacht (die sei leider den Oberbefehlshaber kostete) auch noch ums Abendbrot betrogen wurden, das ist zu einen bitter, zum anderen ein nettes Detail. Das fällt vielleicht nur jemand auf, der mit dabei war.

Es gibt auch im Livius irgendwo eine Szene, wo sich der Autor darüber unterhält, ob nun ein Heer mit oder eines ohne Frühstück im Bauch besser zu gebrauchen sei. Könnte eine Reminiszenz an oder Verbeugung vor Xenophon gewesen sein.



Habe im übrigen Buch 4 beendet. Interessante völkerkundliche Details. Interessant ebenfalls, dass der hochgerühmte Ausruf der Soldaten: "Das Meer! Das Meer!" eigentlich recht versteckt irgendwo in Buch 4 vorkommt, irgendwo in der Mitte des Textes also. Offenbar war es von Xenophon so gar nicht als Höhepunkt der Geschichte geplant ...
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Offline xenophanes

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Re: Xenophon: Anabasis
« Antwort #18 am: 5. Mai 2009, 02:45 »

Buch 3 und 4 im Flugzeug heute gelesen. Mehr dazu später.

CK


Offline sandhofer

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Re: Xenophon: Anabasis
« Antwort #19 am: 5. Mai 2009, 06:34 »
Ich krieche weiter hinter euch her, habe jetzt Buch 1 beendet.

Ich werde eh mit Xenophon jetzt mal ein Päuschen einlegen, bis wir alle wieder ungefähr auf demselben Stand sind ... :winken:
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Offline Regina

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Re: Xenophon: Anabasis
« Antwort #20 am: 5. Mai 2009, 20:11 »
Das ist nett. Ab morgen sollte sich mein Lesetempo erhöhen.

Offline Regina

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Re: Xenophon: Anabasis
« Antwort #21 am: 6. Mai 2009, 20:14 »
Fertig mit dem zweiten Buch.

Mei, wir da keiner dem anderen traut, ein rechter Eiertanz. Niemand scheint auch so recht zu wissen, wie stark die andere Partei einzuschätzen ist oder wie nützlich sie sein könnte (oder wer wirklich gesiegt hat  :breitgrins:). Macht schon mehr Spaß als der Reiseführerstil des ersten Buches.

Sehr zuvorkommend von Xenophon übrigens die Kurzbios. Freut sicher jeden Autor, der eine Romanbearbeitung plant. Paul Kearney hat mit The Ten Thousand etwa eine Fantasyversion geschrieben.

Offline sandhofer

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Re: Xenophon: Anabasis
« Antwort #22 am: 10. Mai 2009, 18:37 »
So, ich werde Donnerstag weiterlesen. Vorher komme ich nicht mehr dazu.  :winken:
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Offline xenophanes

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Re: Xenophon: Anabasis
« Antwort #23 am: 10. Mai 2009, 19:01 »
Hallo,

ich habe, vor allem im Flugzeug, die Bücher Drei bis Fünf gelesen. Inzwischen muss ich das erste Buch noch mehr in Schutz nehmen. Es war bisher das einzige, wo es etwas wie explizite Selbstkritik gab. Auch den von Euch geschmähte Reiseführerstil vermisse ich sehr. (Nebenbei bemerkt kann das nur ein Herodot-Hasser so sagen  :breitgrins: ). Die Griechen treffen ständig auf neue Kulturen, da wäre doch eine ausführlichere Beschreibung interessant! Er macht das im fünften Buch an einigen Stellen, wenn aus griechischer Sicht besonders "seltsame" Barbaren auftreten, sonst aber kaum.

Abgesehen davon, gehört Xenophon zu den best lesbaren aller antiken Historiker, die ich bisher kenne. Dafür fehlt ihm natürlich der charmante Mischmasch von Geschichten und Geschichte bei Herodot und der brillante analytische Blick des Thukydides.

CK

Offline sandhofer

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Re: Xenophon: Anabasis
« Antwort #24 am: 11. Mai 2009, 06:56 »
Inzwischen muss ich das erste Buch noch mehr in Schutz nehmen. Es war bisher das einzige, wo es etwas wie explizite Selbstkritik gab.

Hm ... ja, mag sein. Das hebt dessen Qualität in meinen Augen aber nur unwesentlich ...

Auch den von Euch geschmähte Reiseführerstil vermisse ich sehr.

Dann lies doch mal den Pausanias. Das ist ein Reiseführer!  :breitgrins:

(Nebenbei bemerkt kann das nur ein Herodot-Hasser so sagen  :breitgrins: ).

Non sequitur. Ich selber mag Herodot.

Die Griechen treffen ständig auf neue Kulturen, da wäre doch eine ausführlichere Beschreibung interessant! Er macht das im fünften Buch an einigen Stellen, wenn aus griechischer Sicht besonders "seltsame" Barbaren auftreten, sonst aber kaum.

Das stimmt. Das habe ich - bis und mit Buch 4 allerdings nur - auch an ein paar Stellen vermisst. Der Klappentext meiner Artemis&Winkler-Ausgabe ist da m.M.n. schon ein bisschen irreführend, da er in dieser Hinsich so einiges verspricht.

Abgesehen davon, gehört Xenophon zu den best lesbaren aller antiken Historiker, die ich bisher kenne. Dafür fehlt ihm natürlich der charmante Mischmasch von Geschichten und Geschichte bei Herodot und der brillante analytische Blick des Thukydides.

Einer Zwischenbilanz, der ich nur zustimmen kann.
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Offline sandhofer

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Re: Xenophon: Anabasis
« Antwort #25 am: 15. Mai 2009, 15:45 »
So, Buch 5 liegt hinter mir. Im Grossen und Ganzen scheint es sich bei diesem Buch um eine einzige, grosse Apologie des Xenophon zu handeln. ER hält die Griechen zusammen, und selbstverständlich hat er das ihm anvertraute Geld nicht veruntreut. Selbst wenn das wahr ist - der Leser merkt die Absicht und ist verstimmt.

Ausserdem vermisse ich auch in Buch 5 eine genaue Schilderung der Gegend, der Tiere und der Völker, durch die der Zug der Zehntausend führt. Auch der Wikipedia-Artikel schwärmt davon, und langsam frage ich mich, ob hier wohl einfach einer dem andern abgeschrieben hat, ohne das Buch wirklich zu lesen. Ausser den mit Blumen tätowierten Kühen ist mir jedenfalls nichts völkerkundlich Relevantes aufgestossen.

Aber Xenophon weiss lebendig zu erzählen, das ja.
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Offline xenophanes

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Re: Xenophon: Anabasis
« Antwort #26 am: 15. Mai 2009, 19:05 »

Ausserdem vermisse ich auch in Buch 5 eine genaue Schilderung der Gegend, der Tiere und der Völker, durch die der Zug der Zehntausend führt. Auch der Wikipedia-Artikel schwärmt davon, und langsam frage ich mich, ob hier wohl einfach einer dem andern abgeschrieben hat, ohne das Buch wirklich zu lesen. Ausser den mit Blumen tätowierten Kühen ist mir jedenfalls nichts völkerkundlich Relevantes aufgestossen.


So, so auf einmal ...  :breitgrins:

CK


Offline sandhofer

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Re: Xenophon: Anabasis
« Antwort #27 am: 16. Mai 2009, 05:41 »
So, so auf einmal ...  :breitgrins:

Ich habe nie gesagt, dass ich sie gefunden hätte. Ich dachte halt immer, das kommt noch. Aber es kummt net ...
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Offline sandhofer

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Re: Xenophon: Anabasis
« Antwort #28 am: 16. Mai 2009, 19:28 »
Wobei - in Buch 6 gibt's eine interessante Beschreibung von verschiedenen Tänzen. Ich meine aber verstanden zu haben, dass es sich um Griechen handelt, die hier tanzen, und deren Tänze Xenophon demzufolge beschreibt. Wahrscheinlich dürfen wir von einem Griechen gar nicht mehr erwarten. Die Barbaren sind es wohl wirklich nicht wert, dass wir uns zu sehr um sie kümmern. Sie stehen im Weg, wenn es darum geht, nach Hause zu kommen, sie sind vielleicht auch ganz praktisch, wenn sie unsern Sold zahlen - aber so richtig ernst können wir sie wohl nicht nehmen. Ihre Sitten und Gebräuche sind ganz einfach nur - barbarisch.

Aber, wenn es darum geht, die internen Querelen unter den Griechen darzustellen, nimmt Xenophon kein Blatt vor den Mund. Auch wenn er sich selber immer ins bestmögliche Licht stellt - es gefällt mir trotzdem.
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Re: Xenophon: Anabasis
« Antwort #29 am: 16. Mai 2009, 20:31 »
Ja, ja, das Leben. Muss weiter hinter euch herhumpeln, aber die Nachhut kommt ja auch irgendwann an.

Herodot habe ich auch gerne gelesen. Aber im ersten Buch der Anabasis fand ich wenig mehr als die Herzählung der Routenabschnitte. Herodot hat deutlich mehr notiert oder liebevoller hingeschaut. Tätowierte Kühe lassen mich für Xenophon hoffen.