Autor Thema: Der Rezensentenmob im Internet  (Gelesen 6769 mal)

Offline Kain

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Re: Der Rezensentenmob im Internet
« Antwort #45 am: 4. Juni 2009, 02:18 »
HP hat meiner Meinung nach nichts mit der Beschreibung einer Depression zu tun. Es braucht keine Finesse um in der Pubertät Züge einer Depression zu finden. Eine Identitätskrise in diesem Lebensabschnitt ist normativ.
HP ist m. E. eher ein "Außenseiterroman", Schwerpunkt Hochbegabung.

Offline Giesbert Damaschke

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Re: Der Rezensentenmob im Internet
« Antwort #46 am: 4. Juni 2009, 02:26 »
HP hat meiner Meinung nach nichts mit der Beschreibung einer Depression zu tun.
HP in toto nicht. Aber die thematischen Motive Azkaban & Dementoren. Damit hat, ziemlich unverkennbar, Rowling ihre eigenen Depressionen verarbeitet. Imho ziemlich überzeugend. Aber das ist hier ja alles gleich mehrfach off-topic.
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Offline Giesbert Damaschke

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Re: Der Rezensentenmob im Internet
« Antwort #47 am: 4. Juni 2009, 02:30 »
Aber dass es TV-Serien gibt, die ganz ausgezeichnet sind, in jedem Fall ungleich besser als die im Link angeführten Bücher, bezweifle ich nicht im mindesten
no doubt about it. Die Serien, die ich schätze, würden sich über diesen Unfug von wegen "Herz berühren" nur amüsieren (wobei mir einfällt - Buffy tut das sogar explizit, aber das führt hier zu weit).

Zitat
Ich vermag den Smily nicht so ganz zu deuten

das gibt’s nicht viel zu deuten. Ich lache gerne. Und meine eigentlich alles genau so, wie ich es schreibe 8-)
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Offline Evelyne Marti

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Re: Der Rezensentenmob im Internet
« Antwort #48 am: 4. Juni 2009, 14:04 »
Du willst uns wohl verkohlen, Giesbert. Buffy ...  :breitgrins:

Offline Giesbert Damaschke

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Re: Der Rezensentenmob im Internet
« Antwort #49 am: 4. Juni 2009, 14:11 »
Das gehört nun wirklich nicht hier her, aber: ich bin ein großer Fan von Buffy the Vampire Slayer. Und um das gemeinte Zitat dann doch noch zu bringen:

Zitat
Angel: I saw you before you became a slayer.
Buffy: What?
Angel: I watched you and I saw you called. It was a bright afternoon out in front of your school. You walked down the steps and I loved you.
Buffy: Why?
Angel: Cause I could see your heart. You held it out before you for everyone to see, and I worried that it would be bruised or torn. And more than anything in my life I wanted to keep it safe, to warm it with my own.
Buffy: That's beautiful...or taken literally incredibly gross.
Angel: I was just thinking that too.
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Offline Evelyne Marti

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Re: Der Rezensentenmob im Internet
« Antwort #50 am: 4. Juni 2009, 20:38 »
Ja, diese Entwicklung ist schon jetzt absehbar.

Offline scheichsbeutel^

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Re: Der Rezensentenmob im Internet
« Antwort #51 am: 5. Juni 2009, 18:01 »
Zitat von: Christoph Schröder
"Ein guter Freund von mir, der Schriftsteller ist, hat kürzlich zu mir gesagt, dass er Berlin für eine völlig literaturverhindernde Stadt hält. Einfach deshalb, weil dort die Themen schon diskursiv vorgegeben sind und die Freiheit fehlt, sich mit bestimmten Themen nicht auseinander zu setzen. Nicht alle Themen sind literaturfähig. Literatur muss nicht etwas mit Gegenwart zu tun haben. Und in dem Augenblick, in dem man in einer Stadt ist, die nur für die Gegenwart lebt, wie Berlin, ist das aus schriftstellerischer Sicht sicher horizontverengend."


Wenn ich solche Sätze lese, staune ich immer über die apostrophierte "Horizontverengung" dessen, der sie von sich gibt. Als ob gute Literatur nicht alle Themen besetzen könnte (wenn sie denn gut gemacht ist), als ob nicht auch in Brunsbüttel, Wanne-Eickel und jeder beliebigen Großstadt geschrieben werden könne. Und welche Themen "diskursiv vorgegeben" sind - etwa in vorerwähnten Orten - will sich mir auch nicht erschließen; und die Behauptung, dass Berlin eine "literaturverhindernde" Stadt sei, kann eigentlich kaum noch bewertet werden, sie ist nicht einmal redundant oder tautologisch, entzieht sich vollkommen jeder Beurteilung und stellt nichts anderes dar als eine beliebige, grammatikalisch korrekte Anordnung deutscher Wörter.

Ob Literaturkritik ausstirbt? Eigentlich ist schon die Frage Unsinn; hingegen ist es offenkundig, dass über Literatur in mehr-weniger anspruchsvoller Weise immer gesprochen werden wird, solange es eben Bücher gibt. Dass die Neuerscheinungen der letzten Jahre austauschbar erscheinen und stark nach Eintopf schmecken, ist möglicherweise eine ebenso ephemere Erscheinung. "Ein guter Freund, der Schriftsteller ist" hat mir gegenüber kürzlich den Verdacht geäußert, dass sich dies wieder ändern wird, dass es eine Art Renaissance kleiner Verlage, kleiner Literaturveranstaltungen gibt, die sich dann im Laufe der Zeit zu etablierten "Events" und  Musilschen Großschriftstellern entwickeln. Das "Forum Stadtpark" war etwa (wie wohl die meisten anderen) einer solchen Entwicklung unterworfen, die anfangs revolutionär anmutenden Schreiber wurden schließlich zu ältlichen Kulturhonoratioren, die einander gegenseitig Preise verleihen. Wohl ein normaler, sich ständig wiederholender Kreislauf.

Grüße

s.
« Letzte Änderung: 5. Juni 2009, 18:19 von scheichsbeutel^ »

Offline xenophanes

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Re: Der Rezensentenmob im Internet
« Antwort #52 am: 6. Juni 2009, 08:56 »

Offline Evelyne Marti

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Re: Der Rezensentenmob im Internet
« Antwort #53 am: 6. Juni 2009, 16:32 »
@scheichsbeutel: Hast Du eigentlich keine anderen Argumente, als die Leute gleich Idioten zu nennen und ihnen jegliches Urteilsvermögen abzusprechen, nur weil sie eine andere Ansicht als Du vertreten? Nur weil Du es geschwollen formulierst, wird es nicht salonfähiger oder weiser. Bring mal vernünftige, sachliche Argumente ohne Polemik und Herabsetzungen, dann gehe ich auch gern darauf ein.   :zwinker:

Offline scheichsbeutel^

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Re: Der Rezensentenmob im Internet
« Antwort #54 am: 6. Juni 2009, 17:55 »
Hallo!

@scheichsbeutel: Hast Du eigentlich keine anderen Argumente, als die Leute gleich Idioten zu nennen und ihnen jegliches Urteilsvermögen abzusprechen, nur weil sie eine andere Ansicht als Du vertreten? Nur weil Du es geschwollen formulierst, wird es nicht salonfähiger oder weiser. Bring mal vernünftige, sachliche Argumente ohne Polemik und Herabsetzungen, dann gehe ich auch gern darauf ein.   :zwinker:

Ich habe niemanden als Idioten bezeichnet (sondern einmal - eingebettet in eine Paralipse - eine Argumentation als dümmlich bezeichnet, was sie nach meinem Dafürhalten auch war und was ich anhand von Beispielen zu demonstrieren versuchte, allerdings offenbar vergeblich).

Das, was du als geschwollen (schwülstig) bezeichnest, ist einem Gran Ironie geschuldet, welches ich in fast allen meinen Postings unterzubringen versuche. Um - implizit - einen Hinweis darauf zu geben, dass man alles so ernst nicht nehmen sollte. Offenbar kann das beim Empfänger der Botschaft manchmal eine missverständliche Interpretation auslösen.

Da du - im Gegensatz zu deiner Behauptung - auf keines meiner Argumente eingegangen bist, dich  auf einen Justament-Standpunkt gestellt hast ("aber ich sehe es trotzdem so") war (ist) die Diskussion mit dir für mich beendet. Mein Hinweis auf die "Eindimensionalität" des Denkens (in bezug darauf, dass du dir keinen anderen Grund für Anonymität vorzustellen in der Lage warst als jenen, dass damit in irgendeiner Form Schindluder betrieben werden kann) bleibt für mich aufrecht, diese monokausale Interpretation der Anonymität ist befremdlich (dieser Hinweis sollte aber keinesfalls beleidigend sein).

Ich weiß eigentlich gar nicht, was genau du mit diesem letzten Posting von mir willst; ich habe in meinen Antworten dich zitiert und versucht darzulegen, warum ich manches für falsch halte. Und ich habe meine Position mehrfach, allerdings offenbar vergeblich wiederholt - mit dem Resultat deiner oben zitierten Feststellung, dass "du es eben trotzdem so sehen würdest". Das nehme ich zur Kenntnis, ist aber als Grundlage für eine weitere Unterhaltung nach meinem Dafürhalten höchst unergiebig.

Bei aller Polemik (die mir im Schreiben durchaus unterläuft und manchmal, sofern nicht beleidigend, durchaus unterhaltend sein kann und soll) sehe ich nicht, dass ich dich beleidigt haben sollte, während dein Hinweis auf meinen "Stil" (dessen Sinn dir entgangen zu sein scheint, was ich aber gerne mir selbst zuschreiben will) als ein argumentum ad hominem interpretiert werden könnte. Du hast mehrfach auf eine seltsame Streitkultur in dir bekannten Foren hingewiesen, ich bin aber nicht willens, mich auf einen solchen Wettbewerb einzulassen (der meist darauf hinausläuft, wer mehr Lacher auf seine Seite bringt). Dazu gebricht es mir an Zeit und Lust.

Ich habe bereits im letzten an dich gerichteten Posting darauf hingewiesen, dass ich mich nicht ständig zu wiederholen wünsche und mir deshalb weitere Antworten versagen werde. Daran hat sich nichts geändert; wenn ich also auf weitere Beiträge - wie angekündigt - nicht mehr antworte, so liegt der Grund dafür in dem Wunsch des "repetitio non placet".

Grüße

s.

Offline Evelyne Marti

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Re: Der Rezensentenmob im Internet
« Antwort #55 am: 6. Juni 2009, 19:00 »
Hallo scheichsbeutel

Ich denke auch, dass es keinen Sinn hat, weiter darüber zu diskutieren, da Du offenbar gern und mit Überzeugung ironisch-polemisch schreibst.  :breitgrins: