Eine Frage habe ich aber noch zu der Ratsversammlung und der Revolution des Volkes. War es für euch schwer den Dialekt zu lesen?
Hi Katrin,
der nord- oder plattdeutsche Dialekt ist umso schwerer verständlich, je weiter man nach Süden kommt. Da ich südlich des Münsterlands beheimatet bin, wo zumindest die alten Leute noch "platt küern", verstehe ich (fast) alles.
Benutzt Mann eigentlich den Dialekt als Stilmittel um die Unterschiede zwischen dem "Volk" und den "Bürgern" auch in der Sprache darzustellen?
Ja, ich denke das stimmt.
Noch einmal zur "Revolution" in Lübeck. Der Ablauf der Unruhen in der beschaulichen Kleinstadt gleicht einer Farce, einer schlechten Komödie. Die "Aufständischen" haben noch nicht einmal ansatzweise verstanden, worum es geht, geschweige denn, dass sie auch nur einen Hauch Ahnung davon haben, was "Demokratie" bedeutet. Thomas Mann arbeitet hier mMn. mit der These, dass die revolutionären Bewegungen von 1848, die ganz Europa erfasst hatten, als Projekt einer kleinen, liberalen Elite von vornherein zum Scheitern verurteilt waren, weil der große Rückhalt der Bevölkerung allenfalls in den Großstädten Berlin, Wien etc. spürbar war. In vielen Kleinstädten hingegen wird es so abgelaufen sein wie in Lübeck: A bissl Unruh, und das war´s.
Viele Grüße
Tom