er ist ein feiner Beobachter, die spanische Familienszene ist sehr gut gelungen.
Ja, die Szene fand ich auch besonders witzig und treffend. Gleichzeitig schildert Thelen auch sehr fein das typische kulturelle Unterlegenheitsgefühl des unbeholfenen Nordländers angesichts des mediterranen Alltaglebens, wobei es ja hier ironischer Weise vor allem um die elegante Treffsicherheit eines Ohrfeigen austeilenden Vaters geht.
Von der Sprache bin ich auch sehr angetan. Allerdings stelle ich fest, dass auf fast jeder Seite ein deutsch klingendes Wort vorkommt , das ich nicht kenne: Schlunte(ich kenn nur Schlunze), Schöke, schürgen, Tüchte, Anlände, Gäuche , Ledikant (ja, aus dem Zusammenhang gefolgert: Einzelbett), Befahrnis, Spute, Besage , um nur einige aus den ersten Seiten zu nennen. Es scheinen Verballhornungen, Neologismen, Archaismen , Dialektismen zu sein. Wie verfahrt Ihr damit? Einfach überlesen? Nachschlagen? Oder versteht Ihr alles?
Ja, Thelen geht gut mit Sprache um und ist auch da ein witziger Beobachter:
... fiel Zwingli zuweilen herablassend ins Deutsche, das ihm zwar geläufig von den Lippen ging, nicht aber ohne die rollenden Rrr und die Kehlgeräusche, die ein Vermächtnis seiner eidgernössischen Geröllhalde waren ...