Autor Thema: Balzac  (Gelesen 6062 mal)

Offline Hubert

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Balzac! Svevo! Bernhard!
« Antwort #15 am: 19. Juli 2003, 20:05 »
Hallo Stephan,

auch ich will Dich im Klassikerforum willkommen heißen (etwas spät, aber umso herzlicher).. Deine zwei Lieblingsbücher gehören auch zu meinen Favoriten. Thomas Bernhard sowieso und „Zeno Cosini“ von Italo Svevo ist für mich eines der wichtigsten Bücher des 20. Jahrhunderts. Übrigens ist es ja nur Dank James Joyce erschienen, aber dafür hatte Italo Svevo vorher jahrelang in Triest James Joyce finanziell über Wasser gehalten. Aber das weißt Du sicher alles.

Deine Begeisterung für Balzac gefällt mir sehr. Vielleicht überlegst Du dir ja, mit adia und mir im Herbst zusammen noch mal die „Frau von 30 Jahren“ zu lesen. Ein gutes Buch, kann man ja mehr als 1 x lesen.und man entdeckt immer wieder etwas Neues.  Wenn Du Interesse hast, kannst Du dich ja bei den Lesevorschlägen eintragen.

Viele Grüße nach Wien

Hubert.

Offline ikarus

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balzac
« Antwort #16 am: 19. Juli 2003, 20:45 »
Hallo Stephan

Auch von mir: Herzlich willkommen hier im Forum. Wenn ich mir Deine Bücherliste so anschaue, bist Du bei uns genau richtig.

Balzacs Menschliche Komödie steht bei mir auch schon seit jahren im Regal. Über die ersten drei Romane "Das Haus >Zum ballspielenden Kater<", "Der Ball zu Sceaux" und "Memoiren zweier Jungvermählter" bin ich allerdings noch nicht hinaus gekommen. Eine Balzac-Leserunde ist hier schon lange überfällig.

"Zenos Gewissen"habe ich mir erst vor Kurzem zugelegt. Da bin ich auch schon sehr gespannt drauf.

Viele Grüße
ikarus
"Der Umgang mit Büchern bringt die Leute um den Verstand" (Erasmus von Rotterdam)

hafis50

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balzac
« Antwort #17 am: 24. Juli 2003, 16:05 »
ich kann stephan's bewertung von "die frau von 30 jahren", "vater goriot" und "eugenie grandet" nur beipflichten. Ich habe sie mit begeisterung gelesen, und bin auch bereit, dies ein zweites mal zu tun. Ein kompliment von jemandem, der "an sich" eher kürzere texte als dicke romane bevorzugt.
Beim "louis lambert" habe ich allerdings den faden verloren. Das buch zählt wohl zu seinen "philosophischen" werken, und mir wurde es dann doch zu irrationalistisch.
Die "tolldreisten geschichten" heben sich in meinen augen von den obigen werken ab - allein schon deshalb, weil sie humorvoll unterhalten wollen, während das geschehen in den romanen eher tragisch ist. Es handelt sich um einen bunten reigen von kurzgeschichten, die sich alle um das eine thema drehen: der -sinnlichen- liebe.  
Bei einem so umfangreichen werk ist es für den einsteiger natürlich schwierig, das "beste" vorab herauszufiltern. In diesem fall, gestehe ich, schaue ich in die allseitig kritisierten "kanone" (oder auch in ein literaturlexikon).
Hermann hesse's  "kleine bibliothek der weltliteratur" nennt von balzac "die frau von 30 jahren", "eugenie grandet", "vater goriot", und "das chagrin-leder". Harold bloom's "the western canon" (ein buch, das ich noch? nicht gelesen habe, weil mir das in englisch zu zeitaufwendig wäre) listet "the girl with the golden eyes", "louis lambert", "the wild ass's skin", "old goriot", "cousine bette", "a harlot high and low", "eugenie grandet" und "ursele mironet".
viele grüße

Offline Hubert

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Balzac zum zweiten Mal lesenswert?
« Antwort #18 am: 28. Juli 2003, 23:54 »
Hallo hafis,

auch wenn Du dich bisher nur als Gast angemeldet hast, herzlich willkommen, hier im Klassikerforum. Deine Postings gefallen mir sehr gut, besonders was Du über Hesses „Kleine Bibliothek der Weltliteratur“ , auch in einem anderen Thread, schreibst. Auch ich mag dieses kleine Büchlein, vor allem, weil es wirklich Weltliteratur empfiehlt und nicht national geprägt ist und weil sich Hesse wie kein zweiter in der Weltliteratur auskannte.

Du hast geschrieben, dass Du bereit bist, Balzacs „Frau von 30 Jahren“ auch ein zweites Mal zu lesen. Vielleicht hast Du ja Lust, dies mit uns im Forum gemeinsam zu tun? In diesem Falle kannst Du dich einfach bei den Lesevorschlägen unter diesem Buch eintragen. Ab Herbst  werden wir dieses Buch im Forum zusammen lesen. Einige Interessierte gibt es ja bereits.

Gruß

Hubert

Freund Hermann

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Balzac
« Antwort #19 am: 9. Februar 2010, 18:50 »
Hallo,

ich habe den Balzac Ordner einmal hervorgekramt, weil ich mir gerade "Kleine Leiden des Ehestandes" zu Gemüte führe. Kennt jemand dieses amüsante Büchlein?

mfG
F. Hermann   


Offline sandhofer

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Re: Balzac
« Antwort #20 am: 9. Februar 2010, 20:19 »
Hallo Freund Hermann

Das war nicht der allgemeine Balzac-Ordner. Der hier kommt der Sache näher. Zu Deiner Frage: Ich nicht.

Grüsse

sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Freund Hermann

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Re: Balzac
« Antwort #21 am: 9. Februar 2010, 22:01 »
Sorry Sandhofer,

mein Versehen. Thx von wegen der Beitragsverschiebung. Auf jeden Fall ein sehr unterhaltsames Büchlein, was vielleicht zum Bessermachen anregen könnte. Witzig war es allemal.

mfG
F. Hermann

Offline JMaria

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Re: Balzac
« Antwort #22 am: 3. April 2010, 10:51 »
Hallo,

ich habe den Balzac Ordner einmal hervorgekramt, weil ich mir gerade "Kleine Leiden des Ehestandes" zu Gemüte führe. Kennt jemand dieses amüsante Büchlein?

mfG
F. Hermann   



Hallo Hermann

ich kenns auch nicht. Es klingt für mich nach der Lektüre, die Balzac schrieb, wenn er in Geldnöten war. Ich kenne eine ähnlich amüsante Geschichte:
Die Kunst seine Schulden zu bezahlen  ...
und seine Gläubiger zu befriedigen, ohne auch nur einen Sou auszugeben.


war ganz amüsant.

Viele Grüße
Maria
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Offline sandhofer

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Re: Balzac
« Antwort #23 am: 3. April 2010, 11:40 »
Es klingt für mich nach der Lektüre, die Balzac schrieb, wenn er in Geldnöten war.

Ich meine, mal irgendwo gelesen zu haben (vielleicht sogar in diesem Forum hier?), dass da eigentlich nur "Balzac" drauf steht, aber nicht "Balzac drin ist. Sprich: dass ein Verleger den bekannten Namen benutzt hat, um ein Werk eines andern Autors besser zu verkaufen ...
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

Offline JMaria

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Re: Balzac
« Antwort #24 am: 3. April 2010, 11:50 »
Es klingt für mich nach der Lektüre, die Balzac schrieb, wenn er in Geldnöten war.

Ich meine, mal irgendwo gelesen zu haben (vielleicht sogar in diesem Forum hier?), dass da eigentlich nur "Balzac" drauf steht, aber nicht "Balzac drin ist. Sprich: dass ein Verleger den bekannten Namen benutzt hat, um ein Werk eines andern Autors besser zu verkaufen ...

stimmt, ich kann mich erinnern, das war hier im Forum.

Gruß,
Maria
Aktuell:

Offline Dostoevskij

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Re: Balzac
« Antwort #25 am: 3. April 2010, 14:14 »
Moin, Moin!

Die "Die kleinen Nöte des Ehelebens" (Petites Misères de la Vie conjugale) stammen von Balzac, waren ursprünglich nicht für die Menschliche Komödie vorgesehen, aufgrund einer Nachlaßnotiz dann trotzdem aufgenommen.  Zudem handelt es sich um eine Kompilation verschiedener Texte, die zu unterschiedlichen Zeiten in Zeitungen & Zeitschriften erschienen. In der Menschlichen Komödie eingeordnet wurden sie in die "Analytischen Studien" (Band 12). Das Projekt Gutenberg offeriert den E-Text.
Keep reading, Markus Kolbeck
Leipziger Bücherlei http://www.buecherlei.de/

Freund Hermann

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Re: Balzac
« Antwort #26 am: 3. April 2010, 21:19 »
Zitat
ich kenns auch nicht. Es klingt für mich nach der Lektüre, die Balzac schrieb, wenn er in Geldnöten war. Ich kenne eine ähnlich amüsante Geschichte:
Die Kunst seine Schulden zu bezahlen  ...
und seine Gläubiger zu befriedigen, ohne auch nur einen Sou auszugeben.

war ganz amüsant.

Hi Maria. Det kenn ich auch. Die Frage ist bloß, weshalb da ein Verleger einen anderen Namen benutzt haben sollte? Es ist doch wurscht ob sich ein Werk unter Balzac oder weißdergeierwie verkauft? Wobei...ist bestimmt Quatsch. Einmal Name immer Name. Im Grunde könnte man ja den letzten Scheißdreck verklingeln, wenn Bohlen oder Heidi draufsteht oderso. Nett muss es wirken. Oderandersrum. Is ja gar nich schlecht, wenn man was verkauft, wo z.B. Stephen King drauf steht, und mehrere Leute haben dadurch Arbeit. Bzw. Lohn und Brot. Freu mich jedenfalls, dass das auch wer kennt. Im Übrigen bin ich trotzdem der Meinung, dass besagtes Bändchen aus der Feder von Balzac selbst stammt, zumindest vom Stilistischen her. Gut erinnere ich mich auch noch an den "Vater Goriot", den seine Töchter immer so fleißig ausnehmen. Ich wusste gar nicht, dass die ganzen Geschichten einem einzigen großen Zyklus angehören... 

lg 
« Letzte Änderung: 4. April 2010, 09:22 von Freund Hermann »

Offline Bulgakow

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Antw:Balzac
« Antwort #27 am: 14. Juli 2012, 19:07 »
Nachdem ich fast die gesamt menschliche Komödie von Balzac gelesen habe (ich bin zur Zeit bei Band 17 "Die Chouans"), kann ich nur sagen, wie sehr ich Balzac bewundere und verehre. So starke Charaktere, wunderschöne Landschaftsbeschreibungen, fast klassische Konflikte und deren Lösung, ich bin begeistert. Ich werde die menschliche Komödie bestimmt irgendwann wieder lesen. Danach bereite ich mich vor, Prousts Suche zum zweiten  Mal zu lesen. diesmal an einem Stück.
Always look on the bright side of life.