ich kann stephan's bewertung von "die frau von 30 jahren", "vater goriot" und "eugenie grandet" nur beipflichten. Ich habe sie mit begeisterung gelesen, und bin auch bereit, dies ein zweites mal zu tun. Ein kompliment von jemandem, der "an sich" eher kürzere texte als dicke romane bevorzugt.
Beim "louis lambert" habe ich allerdings den faden verloren. Das buch zählt wohl zu seinen "philosophischen" werken, und mir wurde es dann doch zu irrationalistisch.
Die "tolldreisten geschichten" heben sich in meinen augen von den obigen werken ab - allein schon deshalb, weil sie humorvoll unterhalten wollen, während das geschehen in den romanen eher tragisch ist. Es handelt sich um einen bunten reigen von kurzgeschichten, die sich alle um das eine thema drehen: der -sinnlichen- liebe.
Bei einem so umfangreichen werk ist es für den einsteiger natürlich schwierig, das "beste" vorab herauszufiltern. In diesem fall, gestehe ich, schaue ich in die allseitig kritisierten "kanone" (oder auch in ein literaturlexikon).
Hermann hesse's "kleine bibliothek der weltliteratur" nennt von balzac "die frau von 30 jahren", "eugenie grandet", "vater goriot", und "das chagrin-leder". Harold bloom's "the western canon" (ein buch, das ich noch? nicht gelesen habe, weil mir das in englisch zu zeitaufwendig wäre) listet "the girl with the golden eyes", "louis lambert", "the wild ass's skin", "old goriot", "cousine bette", "a harlot high and low", "eugenie grandet" und "ursele mironet".
viele grüße