Autor Thema: Klassische Reiseliteratur  (Gelesen 8022 mal)

Offline xenophanes

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1894
    • christian köllerer.net
Re: Klassische Reiseliteratur
« Antwort #30 am: 5. September 2009, 15:07 »
Passend zum Thema:  "Lexikon der Abenteuer- und Reiseliteratur: Von Afrika bis Winnetou" von Heinrich Pleticha (Herausgeber), Siegfried Augustin (Herausgeber)



Gestern gekauft  :breitgrins:

CK


Offline JMaria

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3858
Re: Klassische Reiseliteratur
« Antwort #31 am: 4. April 2010, 14:59 »
Hallo zusammen,

ich habe aus seinem Remittendentisch "Galiläa" von Pierre Loti (1850-1923) gefischt und das Büchlein hat es mir sehr angetan. Es ist allerdings der 3. Teil seiner Nahostreise aus dem Jahre 1894. Doch da die Reiseroute in sich abgeschlossen ist, hat es nichts ausgemacht nicht der Reihenfolge nach zu lesen:

-Die Wüste
-Jerusalem
-Galiläa

Kurzbeschreibung:


Der letzte Teil der Trilogie führt uns zum See Genezareth, durch das Land Galil (Galiläa), weiter nach Damaskus und von dort über das Libanongebirge in die Hafenstadt Beirut.

Von Beginn an beschreibt Loti seine dritte Etappe durch den Nahen Osten als eine Reise durch eine fast entvölkerte Region. Nicht nur das Wetter, sondern auch die Landschaft erweist sich als unwirtlich, und dennoch lösen die Eindrücke eine Vision des Ewigen bei ihm aus. An den Gestaden des Sees, in der antiken Stadt Tiberias, lässt Loti die Atmosphäre auf sich wirken und spürt, immer noch vergebens, dem großen Mysterium Jesu nach.

Es folgt die berauschend beschriebene Konfrontation mit einer uralten Betstätte der Menschheit: Baalbek, der Stadt Baals. Der seherische Blick Lotis führt uns dann weiter am Hermongebirge vorbei nach Damaskus, in eine der ältesten Oasenstädte der Welt. Die Beschreibungen dieser Stadt in Verbindung mit den Betrachtungen ihrer historischen Entwicklung zeigen in ihrer Intensität wie gekonnt und sicher der Autor einzudringen vermag in das Anderssein, in die exotische Fremde einer alten Kulturlandschaft.


Die Atmosphäre ist melancholisch, was der Autor bereits im Vorwort zum Ausdruck bringt, im 1. Abschnitt, ein sehr schöner Satz, wie ich finde:

Ich durchquerte das schwermütige Galiläa im Frühling, und ich fand es still unter einem riesigen Leichentuch aus Blumen. Die Regenfluten des April gingen noch nieder, und das Land war nichts als eine grüne Wüste, eine Welt zarter Gräser, die beim GEsang unzähliger Vögel zu neuem Leben erwachte. Die großen Erinnerungen, die Ruinen, die ebeine schienen hier unter der stillen Erneuerung der Pflanzen noch tiefer zu ruhen, und ich wollte sie in meinem Bericht kaum aufstören....



sicherlich nicht mein letztes Buch von Pierre Loti.

Gruß,
Maria
Aktuell:

Offline JMaria

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3858
Re: Klassische Reiseliteratur
« Antwort #32 am: 12. Juni 2010, 10:36 »
Hallo,


noch nicht ganz klassisch:


Erika und Klaus Mann: Das Buch von der Riviera, ein netter Reiseführer aus dem Jahr 1931, mit Zeichnungen von Henri Matisse u.a.:


und

Erika und Klaus Mann: Rundherum: Abenteuer einer Weltreise



Gruß,
Maria

Aktuell:

Offline JMaria

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3858
Re: Klassische Reiseliteratur
« Antwort #33 am: 12. Juni 2010, 14:25 »
Die Edition Erdmann hat sich übrigens auf alte Reiseberichte spezialisiert. Von der Gestaltung her sind die Bücher auch sehr schön gemacht.

OT:
gibt es derzeit ein paar wenige bei Jokers im Angebot:

Alexander Mackenzie: Mit Gewehr und Kanu
Max Eyth: Baumwollfelder unterm Dampfpflug
Johann J. Saar: Geheimnisvolle Gewürzinseln
Kronprinz von Österreich Rudolf: Zu Tempeln und Pyramiden

Gruß,
Maria
Aktuell:

Offline Sir Thomas

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1745
Re: Klassische Reiseliteratur
« Antwort #34 am: 24. Juni 2010, 12:43 »
Wurde hier bereits Théophile Gautier mit seinen klassischen Feuilletons über Reisen nach Spanien, Italien, Constaninopel und Russland erwähnt? Lesenswert sollen sie sein, diese Kleinode des frühen Journalismus. Kann jemand aus eigener (Lese-)Erfahrung berichten?

Viele Grüße

Tom
« Letzte Änderung: 24. Juni 2010, 15:52 von Sir Thomas »

Offline JMaria

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3858
Re: Klassische Reiseliteratur
« Antwort #35 am: 24. Juni 2010, 15:43 »
Wurde hier bereits Theophile Gautier mit seinen klassischen Feuilletons über Reisen nach Spanien, Italien, Constaninopel und Russland erwähnt? Lesenswert sollen sie sein, diese Kleinode des frühen Journalismus. Kann jemand aus eigener (Lese-)Erfahrung berichten?

Viele Grüße

Tom


Hallo Tom,

zu Gautiers Reiseberichte kann ich nichts beitragen. Doch durch deinen Beitrag zu "Salammbô" habe ich heute Théophile Gautiers Meinung dazu gelesen. So bin ich heute auch schon über diesen Schriftsteller gestolpert und wollte dies kurz erwähnen.  :smile:

Gruß,
Maria
Aktuell:

Offline Sir Thomas

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1745
Re: Klassische Reiseliteratur
« Antwort #36 am: 24. Juni 2010, 15:58 »
... durch deinen Beitrag zu "Salammbô" habe ich heute Théophile Gautiers Meinung dazu gelesen.

... die bestimmt sehr positiv war, wie ich Gautier kenne - und ich kenne wahrhaftig nicht viel von diesem Exoten. Erinnern kann ich mich an die Novelle "Eine Nacht der Kleopatra" (sehr schöne Schilderungen Ägyptens; man merkt, dass Gautier dort war).

Viele Grüße

Tom

Offline wanderer

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 96
Re: Klassische Reiseliteratur
« Antwort #37 am: 29. Juni 2010, 13:00 »
Ferdinand Gregorovius, Wanderjahre in Italien;

Johann Georg Kohl, Reisen durch das weite Land. Nordwest-deutsche Skizzen 1864.

Viele Grüße
wanderer

Offline JMaria

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3858
Re: Klassische Reiseliteratur
« Antwort #38 am: 17. September 2010, 10:37 »
Hallo,

ein feiner Reisebericht von George Borrow: Wildes Wales (Wild Wales)


George Borrow (1803-1881) . Es heißt, er habe 35 Sprachen und Dialekte beherrscht. Ein erstaunlicher Mensch. Er hat Rußland, Portugal und Spanien durchwandert, also ein unermüdlicher Wanderer. In "Wildes Wales" reiste Barrow durch Wales, besteigt so manchen Berg (Berwyn Mountains und den Snowdon) und erkundet abgelegene Orte wie Llandovery. Im dortigen Castle Hotel kann man das Himmelbett besichtigen, in dem Borrow übernachtete.

Er folgte auch den Spuren Waliser Dichter mit einer Freude am Rezitieren derer Gedichte an den erkundeten Stätten. Eisenbahnen ließ er links liegen, er verachtete sie und diejenigen, die damit reisen und doch konnte er sich ihrer nicht ganz entziehen.


Ein kleiner Auszug, den Borrow zu seiner Tochter Henrietta sagt:
"Hier ... bist du auf dem höchsten Felsen des Snowdon, den die Waliser - vielleicht zu Recht - als den außergewöhnlichsten Fels der Welt betrachten. Das kommt in vielen ihrer alten, wildromantischen Geschichten gleich wie in einigen ihrer edelsten Gedichte zum Ausdruck, unter anderem im "Jüngsten Gericht" des berühmten Gronwy Owen: "Der Gipfel des Snowdon soll dem Erdboden gleichgemacht werden, und die Wasser werden darum murmeln und strudeln." ..... der allgemein Y Wyddfa genannt wird, was deutlich sichtberer Ort oder Berg bedeutet, und der im Winter meist mit Schnee bedeckt ist. Über diesen Schnee gibt es in der walisischen Sprache zwei kuriose Strophen, die bis auf den Buchstaben R nur aus Vokalen bestehen."


Mir hat das Lesen seines Berichtes viel Vergnügen bereitet.

Grüße von
Maria
« Letzte Änderung: 17. September 2010, 15:06 von JMaria »
Aktuell:

Offline sandhofer

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 5086
Re: Klassische Reiseliteratur
« Antwort #39 am: 18. September 2010, 06:02 »
Mir hat das Lesen seines Berichtes viel Vergnügen bereitet.

Aber seine Tochter hätt' ich nicht sein wollen ...  :smile:
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline JMaria

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3858
Re: Klassische Reiseliteratur
« Antwort #40 am: 18. September 2010, 10:39 »
Mir hat das Lesen seines Berichtes viel Vergnügen bereitet.

Aber seine Tochter hätt' ich nicht sein wollen ...  :smile:


sie mußte nicht jeden Berg/Hügel ersteigen, sie blieb auch bei der Mutter, die von eher schwächlicher Konstitution war (oder sie war einfach nur eine kluge Frau ;-)  :breitgrins: )

in Norfolk gibt es ein Borrow Museum:
http://www.clough5.fsnet.co.uk/gbmus.htm

Grüße von
Maria
Aktuell:

Offline xenophanes

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1894
    • christian köllerer.net
Antw:Klassische Reiseliteratur
« Antwort #41 am: 5. Januar 2011, 19:14 »

Bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft erscheint (wenn 500 Subskribenten zusammenkommen) eine Sonderausgabe der "Enzyklopädie der Entdecker und Erforscher der Erde". 99 Euro statt 1708 Euro. Ich habe sie schon bestellt.

http://www.wbg-wissenverbindet.de/WBGShop/php/Proxy.php?purl=/wbg/products/search/show,16536,Henze.html

CK

Offline sandhofer

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 5086
Antw:Klassische Reiseliteratur
« Antwort #42 am: 5. Januar 2011, 21:07 »
99 Euro statt 1708 Euro.

Habt Ihr in Wien andere Preise? Ich lese € 99.90 statt € 149.00 ...
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Lost

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1078
Antw:Klassische Reiseliteratur
« Antwort #43 am: 5. Januar 2011, 21:59 »
99 Euro statt 1708 Euro.

Habt Ihr in Wien andere Preise? Ich lese € 99.90 statt € 149.00 ...

Vielleicht noch Relikte des Schillings + Inflation.  :breitgrins:

Offline xenophanes

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1894
    • christian köllerer.net
Antw:Klassische Reiseliteratur
« Antwort #44 am: 6. Januar 2011, 10:29 »
99 Euro statt 1708 Euro.

Habt Ihr in Wien andere Preise? Ich lese € 99.90 statt € 149.00 ...

Vielleicht noch Relikte des Schillings + Inflation.  :breitgrins:

99.- für Mitglieder der WBG.