Autor Thema: Ludwig Börne  (Gelesen 2179 mal)

Offline BigBen

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Ludwig Börne
« am: 10. August 2009, 09:29 »
Lesen bildet und Lesen deckt immer wieder neue Lektürelücken auf. Im Vigoleis bin ich nun über Ludwig Börne gestolpert. Den Namen habe ich zwar schon irgendwie mal gehört, aber das ist auch schon alles.
Hat jemand von Euch schon Börne gelesen? Lohnt sich dessen Lektüre? Und wenn ja, welche Werke würdet Ihr empfehlen?
"Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym (2001)

Offline sandhofer

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Re: Ludwig Börne
« Antwort #1 am: 10. August 2009, 10:52 »
Hat jemand von Euch schon Börne gelesen?

Ja.  :breitgrins:

Lohnt sich dessen Lektüre?

Ja.  :breitgrins:

Und wenn ja, welche Werke würdet Ihr empfehlen?

Sicher seine Briefe aus Paris. Börne gilt als "Vormärz", wenn ich mich nicht irre. Er und Heine konnten sich nicht ausstehen ...
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline BigBen

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Re: Ludwig Börne
« Antwort #2 am: 10. August 2009, 11:14 »
Er und Heine konnten sich nicht ausstehen ...

Ist das eine besondere Qualifikation?  :zwinker:
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Offline xenophanes

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Re: Ludwig Börne
« Antwort #3 am: 10. August 2009, 11:30 »
Lesen bildet und Lesen deckt immer wieder neue Lektürelücken auf. Im Vigoleis bin ich nun über Ludwig Börne gestolpert. Den Namen habe ich zwar schon irgendwie mal gehört, aber das ist auch schon alles.
Hat jemand von Euch schon Börne gelesen? Lohnt sich dessen Lektüre? Und wenn ja, welche Werke würdet Ihr empfehlen?

Börne ist fest im deutschen Literaturkanon verankert, habe aber ihn während meines Studiums aber nur sehr sporadisch gelesen...

CK


Offline sandhofer

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Re: Ludwig Börne
« Antwort #4 am: 10. August 2009, 12:11 »
Er und Heine konnten sich nicht ausstehen ...

Ist das eine besondere Qualifikation?  :zwinker:

Ja.  :eis:
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Offline Gronauer

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Re: Ludwig Börne
« Antwort #5 am: 10. August 2009, 13:20 »
Ludwig Börne, geborener Loew Baruch, war eine der beherrschenden Figuren des Vormärz. Biographische Daten schenke ich mir mal. Wer Börne lesen will, sollte wissen, dass er keine längeren dichterischen Werke hintelassen hat, dafür eine Unmenge von kürzeren Schriften, hauptsächlich zeit- und kulturkritischer Art. Diese Schriften erinnern in Umfang, Sujet und Schärfe an Kurt Tucholsky, nur eben vor einem ganz anderen historischen Hintergrund; und sie sind stilistisch ein Erlebnis, setzen aber auch eine Menge an Hintergrundkenntnissen voraus, die man sich notfalls auch ad hoc aneignen kann. Abgesehen von den unzähligen Briefen handelt es sich hauptsächlich um Literatur- und Theaterkritiken sowie Aufsätze; außerdem eine Handvoll kleiner Erzählungen. Börne war ein Meister dessen, was man heute Feuilleton nennt.

Beim aller gegenseitigen Katzbalgerei (und einem unfairen posthumen Nachtreten!) hat Heine den Rivalen ganz treffend so charakterisiert:  "Ich bin eine Guillotine, und Börne ist eine Dampfguillotine".

Börne kann man so ähnlich lesen wie Lichtenberg. Nichts abendfüllendes, aber viele Spitzenlichter.

Sämtliche Schriften sind 1964 in dem inzwischen dahingegangenen Joseph Melzer Verlag erschienen, immerhin fünf dicke Dünndruckbände.


Offline sandhofer

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Re: Ludwig Börne
« Antwort #6 am: 10. August 2009, 14:35 »
Schön, auf einen Börne-Ethusiasten zu treffen. So hoch wie Du, Gronauer, würde ich selber Börne allerdings nicht einstufen. Für mich spielen Tucholsky, Heine und Lichtenberg (v.a. Tucholsky und Lichtenberg!) halt schon noch in einer andern Liga ...  :winken:
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Offline BigBen

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Re: Ludwig Börne
« Antwort #7 am: 10. August 2009, 15:04 »
Sämtliche Schriften sind 1964 in dem inzwischen dahingegangenen Joseph Melzer Verlag erschienen, immerhin fünf dicke Dünndruckbände.

Bin schon auf der Jagd.
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Offline sandhofer

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Re: Ludwig Börne
« Antwort #8 am: 10. August 2009, 15:36 »
Bin schon auf der Jagd.

Börne war vor rund 100 Jahren bekannter als heute. Aus der Zeit sollte es eigentlich diverse Werkausgaben antiquarisch zu kaufen geben, die vielleicht nicht historisch-kritisch, aber als Leseausgaben durchaus geeignet sind. Meine ist z.B. so eine.  :winken:
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Offline xenophanes

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Re: Ludwig Börne
« Antwort #9 am: 10. August 2009, 18:18 »

Ich habe eine kleine zweibändige Auswahlausgabe aus der Bibliothek deutscher Klassiker (Aufbau).


Offline Giesbert Damaschke

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Re: Ludwig Börne
« Antwort #10 am: 10. August 2009, 18:33 »
Ich habe eine kleine zweibändige Auswahlausgabe aus der Bibliothek deutscher Klassiker (Aufbau).

ah, die habe ich auch im Regal. Und "Gesammelte Schriften. Sechs in drei Bänden", Hoffmann & Campe o. J.
Giesbert Damaschke, München |  http://www.damaschke.de/

Offline JuneJoy

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Re: Ludwig Börne
« Antwort #11 am: 13. August 2009, 11:29 »
Lohnt sich dessen Lektüre? Und wenn ja, welche Werke würdet Ihr empfehlen?

Hallo!

Börne lohnt sich auf jeden Fall!
Mir ist er zum ersten Mal als Reclamheft begegnet. "Aus dem Leben der deutschen Postschnecke".
Später sind seine Theaterkritiken und Briefe dazu gekommen.
Besonders bemerkenswert finde ich, was die verschiedensten Herausgeber seiner Werke in ihm gesehen hatten. Also immer auch die Kommentare lesen, je zeitgenössischer, desto mehr Enthusiasmus schwingt mit.
Seine Zeitschrift "Die Wage" las sogar Metternich.

Zu Börne und Heine:
Cotta schrieb an Heine, dass er einst vergessen sei, während Börnes Stern weiterhin strahle.
Börne und Heine kannten sich, waren sogar Trauzeugen eines Bekannten in Paris. Ihr beiderseitiges Unglück war, dass beide zeitgleich Exilianten in Paris waren, Konvertiten und über Deutschland schrieben. Einer war der begnadete Lyriker, der andere der begnadete Feuilletonist. Während der eine ein ruhiges Privatleben vorzog, gab sich der andere den Exzessen hin.  Was jeder über den anderen wusste, hat
Hans Magnus Enzensberger in  "Ludwig Börne und Heinrich Heine. Ein deutsches Zerwürfnis." zusammengestellt.

Soweit für den Moment
JuneJoy

Offline BigBen

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Re: Ludwig Börne
« Antwort #12 am: 21. August 2009, 11:14 »
Sämtliche Schriften sind 1964 in dem inzwischen dahingegangenen Joseph Melzer Verlag erschienen, immerhin fünf dicke Dünndruckbände.

Bin schon auf der Jagd.

Habe die Ausgabe gestern bekommen. Sehr schönes Exemplar. Macht einen ungelesenen Eindruck. Jetzt muß ich nur noch die Zeit finden, alles zu lesen.  :zwinker:
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Offline Gronauer

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Re: Ludwig Börne
« Antwort #13 am: 21. August 2009, 16:52 »
@Sandhofer:
Dann schau mal da:
Band 2, Seiten 447 ff und 586 ff.

Eine hübsche Reminiszenz zu dem Fouqué-Desaster in der Leserunde.  :teufel:

Gronauer


Offline sandhofer

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Re: Ludwig Börne
« Antwort #14 am: 21. August 2009, 18:21 »
@Sandhofer:
Dann schau mal da:
Band 2, Seiten 447 ff und 586 ff.

Öhm ... wovon redest Du nun? :?:
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