Hallo zusammen,
tja, nur langsam, wie vorher schon erwähnt, geht es jetzt und wird es in den nächsten acht Tagen bei mir weitergehen.
Was nun das Durchbrennen des jungen Paares in I, 14 angeht, vielen Dank, @manjula und @sandhofer, für euer Nachschlagen. Ich verstehe selber nicht, dass ich da ein so starkes Déja vu habe, denn meine Erstlektküre des WM liegt fast dreißig Jahre zurück, aber wenn bei dir auch nichts klingelt, sandhofer, muss es wohl ein kleiner Gedächtnisknoten in meinem Hirn sein.
Ich bin - wie geschrieben - kaum vorangekommen und befinde mich nun in II, 1. Wilhelm ist nun ein paar -wie viele ist bisher nicht zu erfahren - Jahre älter und durch die enttäuschte Liebe geläutert (oder auch nicht, das werden die nächsten Seiten zeigen). Der Erzähler verspricht uns, die Zeit der Enttäuschung zu überspringen, holt dann aber doch nach, welchen Gefühlen sich Wilhelm ausgeliefert sieht.
Diese ersten hundert Seiten des Wilhelm Meister erinnern mich sehr stark an Goethes eigene Biografie: Bei der Beschreibung der Stadt sehe ich Frankfurt, bei der des Elternhauses und des Vaters Goethes Elternhaus und den alten Rat Goethe vor mir - so wie sie in Auto- und Biografie geschildert werden. Auch die Erlebnisse mit dem Theater hat der sehr junge Goethe ja gemacht. Goethes Prosa ist wohl überwiegend - wie seine Lyrik - für ihn ganz stark eine Möglichkeit, Erlebtes zu gestalten, zu überhöhen und dadurch zu verarbeiten.
finsbury