Autor Thema: Sept. 2009: J. W. Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre  (Gelesen 9505 mal)

Offline finsbury

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Re: Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre
« Antwort #15 am: 12. September 2009, 09:56 »
Hallo,

bis IV,18 bin ich jetzt doch schon vorgedrungen, Dank sei den stillen Stunden der Nacht.
Die Runde der farbigen Gestalten um Wilhelm hat sich noch sehr erweitert: Immer wieder trifft er mit neuen, mehr oder weniger geheimnisvollen Gestalten zusammen, bei denen man sich fragt, welche Schicksale und Bezüge da noch zu Tage treten werden.
Nachdem Wilhelm mit der im zweiten Band getroffenen Theatertruppe auf dem Schloss des Grafen gastiert hat und nun auch - neben dem Schreiben von Stücken - als Schauspieler aktiv wird sowie sich in eine zarte Beziehung zur Gräfin fast verstrickt, ist er nun, im vierten Buch , wieder in der Großstadt (in welcher auch immer: Mit geografischen  Bezügen geizt Goethe sehr) und bei seinem alten Freund, dem Theaterdirektor Serlo sowie dessen Schwester Aurelie gelandet. Auch sein Söhnchen Felix, von Mariane, sieht er nun zum ersten Mal, ohne das indessen zu ahnen.

Das Geschehen ist sehr farbig, der Roman lässt sich gut lesen. Die Reflexionen über Hamlet, so las ich gerade bei Christane Zschirnt, haben wohl jahrhundertelang die Hamletrezeption und -aufführungspraxis in Deutschland und auch England geprägt, vermittelt durch Samuel Taylor Coleridge, der den "Wilhelm Meister" aus seiner deutschen Studienzeit mit nach England brachte.
Auffallend ist das sich wie ein  basso  continuo durch den ganzen Roman ziehende Moment halb unterdrückter Sinnlichkeit: Während am Anfang noch relativ klar auf die Bettfreuden Wilhelms und Marianes angespielt wurde, ist Wilhelm nun von lauter Frauen umgeben, die ihn lieben (Philine, die Gräfin, Mignon) und /oder die er (heimlich) liebt wie die schöne Unbekannte, die ihn so an die Gräfin erinnert, ohne dass irgendjemand davon zum Zuge käme.
Vielleicht (ich erinnere mich von meiner Erstlektüre nicht mehr) wird es sich so entwickeln wie in Kleists "Über das Marionettentheater": Nach Verlust des naiven Genusses muss sich Wilhelm die Liebe erst durch langes Leiden und Irrungen/ Wirrungen durch die Hintertür erobern. 

Ein schönes Wochenende wünscht

finsbury 
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Offline Harald

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Re: Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre
« Antwort #16 am: 12. September 2009, 10:01 »

Hallo,

Ich bin aus dem Urlaub zurück. Leider habe ich hier in London keine Ausgabe des Wilhelm Meister, daher kann ich noch nicht sagen, wann ich mit der Lektüre beginnen kann. In der Zwischenzeit verfolge ich Eure Diskussion. Ich lasse wieder von mir hören, wenn ich den Text habe.

- Harald
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Offline finsbury

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Re: Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre
« Antwort #17 am: 13. September 2009, 09:11 »
Hallo,

@Harald, kann man nicht über amazon den deutschen Text dahin bestellen? Außerdem gibt es in London in den großen Bibliotheken bestimmt auch deutschsprachige Goetheausgaben!

In V,5 angelangt lege ich erstmal eine Pause ein und schiebe den Hamlet dazwischen. Dieses Stück ist so wichtig in dem Roman, dass ich es erstmal wieder selber lesen muss. Leider habe ich nur eine einbändige Ausgabe der vollständigen Shakespeare-Werke, so dass ich mich jetzt durch die Winzbuchstaben quälen muss.

Grüße

finsbury
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Offline Manjula

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Re: Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre
« Antwort #18 am: 13. September 2009, 16:04 »
Hallo zusammen,

dass Wilhelms Hinwendung zum Handelsgeschäft nicht von Dauer sein sollte, war ja absehbar, und so habe ich inzwischen auch Philine, Mignon und Laertes kennen gelernt. Die Beschreibungen sind wirklich sehr plastisch und machen mir Freude (als Leser! Müsste ich daran teilnehmen, wäre mir das wie thopas zu anstrengend  :breitgrins: ). Die Bootsfahrt kam mir entfernt bekannt vor, gab es in "Dichtung und Wahrheit" nicht eine ähnliche Szene?

Von Mariane hört Wilhelm zufällig auch wieder und merkt, dass er doch nicht ganz über sie hinweg ist. Zum ersten Mal macht er sich auch Gedanken über ihr gemeinsames Kind, das er ja bisher mehr oder weniger verdrängt hatte. Merkwürdig, auch bei der Familie Melina wird deren Kind nicht erwähnt.

Gut gefallen hat mir auch Laertes Aussage in II,4, er habe

Zitat
bemerken können, überall weiß man nur zu verbieten, zu hindern und abzulehnen; selten aber zu gebieten, zu befördern und zu belohnen. Man läßt alles in der Welt gehen, bis es schädlich wird, dann zürnt man und schlägt drein.

Ein nur zu menschliches Verhalten, treffend beschrieben.

Schönen Sonntag noch!

Manjula
"Kunst soll keine Schulaufgabe und Mühseligkeit sein, keine Beschäftigung contre cœur, sondern sie will und soll Freude bereiten, unterhalten und beleben, und auf wen ein Werk diese Wirkung nicht übt, der soll es liegen lassen und sich zu andrem wenden."

Offline thopas

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Re: Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre
« Antwort #19 am: 14. September 2009, 09:43 »
Hallo zusammen,

ich bin nun wieder da, bin aber, wie erwartet, nicht zum Lesen gekommen, stecke also noch bei II,11.

Die Reflexionen über Hamlet, so las ich gerade bei Christane Zschirnt, haben wohl jahrhundertelang die Hamletrezeption und -aufführungspraxis in Deutschland und auch England geprägt, vermittelt durch Samuel Taylor Coleridge, der den "Wilhelm Meister" aus seiner deutschen Studienzeit mit nach England brachte.

Das klingt ja sehr interessant. Es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis ich an diese Stelle komme. Den Hamlet sollte ich eigentlich auch mal wieder lesen...

@Harald: Du könntest das Buch ja auf Englisch lesen (Wilhelm Meister's Apprenticeship) und schauen, wie die Übersetzung so ist...  :teufel:

Viele Grüße
thopas

Offline Harald

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Re: Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre
« Antwort #20 am: 14. September 2009, 22:54 »

Ich war heute in Europas angeblich größter Buchhandlung, Foyles in der Charing Cross Road, und siehe da, sie hatten ein Exemplar des Wilhelm Meister im Angebot (dtv, mit den Anmerkungen der Hamburger Ausgabe).

So habe ich das erste Kapitel mit den Mariane und den Puppentheatererinnerungen begonnen und hoffe, bald aufgeholt zu haben, Foyles sei Dank!

- Harald
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Offline Harald

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Re: Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre
« Antwort #21 am: 15. September 2009, 16:33 »

Ich habe gestern das erste Kapitel beendet. Wilhelm erzählt Erlebnisse aus seiner Kindheit, Puppentheater und Theaterspielen. Charakteristisch für ihn sind seine Begeisterung, seine Begabung und der Mangel an Ausführung - viel wird begonnen und wenig vollendet. Seine Geliebte Mariane schläft bei seinen Erzählungen ein und Wilhelm merkt es nicht... er begibt sich auf eine Ebene, auf die sie ihm nicht folgen kann oder will, ohne dass er es wahrnimmt. So wird er dann auch am Ende des ersten Kapitels bitter enttäuscht werden.

Wilhelms Freund Werner wird eingeführt. Sowohl Werners Argumente als auch die Geschichte von Melina und ihrem Freund können ihn nicht von seinen Ansichten über die hohe Bedeutung des Theaters abbringen. Er wird seine eigenen Erfahrungen machen müssen...

Wilhelms Jugenderinnerungen scheinen stark autobiographisch gefärbt zu sein (wenn man Dichtung und Wahrheit glauben darf). Und sowohl Wilhelms Vater als auch sein Großvater haben Eigenschaften von Goethes Vater bekommen.

Nun Kapitel 2...

- Harald



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Offline finsbury

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Re: Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre
« Antwort #22 am: 15. September 2009, 17:28 »
Hallo,

schön, jetzt sind wieder alle eifrig dabei, und ich habe im Moment einen Durchhänger, weil bei dem beruflichen Stress momentan weder Hamlet noch WM geht. Hoffe aber , im Laufe des Wochenendes zumindest mit dem Hamlet weiterzukommen und nächste Woche dann wieder in den WM einzusteigen.

Grüße
finsbury
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Offline thopas

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Re: Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre
« Antwort #23 am: 16. September 2009, 15:37 »
Hallo,

ich bin mittlerweile bei III,7 angelangt. Wilhelm kann ich irgendwie ganz schlecht einschätzen. Mir ist nicht ganz klar, warum er ewig in diesem Ort "rumgehangen" ist. Wegen Philine? Gut, er hat vermutlich keine Lust, Geldeintreiber für seinen Vater zu spielen, aber die Leute, die dann so in seiner Gesellschaft sind, werden nicht unbedingt positiv beschrieben. Ich hatte immer das Gefühl, er würde dann bald mal aufbrechen und etwas neues sehen wollen. Z.B. nach Italien, wie Mignon ihm vorschlägt. Sehr treffend: "Gehst du nach Italien, so nimm mich mit, es friert mich hier." (Ich hätte jetzt übrigens auch Lust nach Italien zu fahren...   :smile:)

Aber jetzt ist er mit der ganzen Truppe auf das Schloß des Grafen gezogen; obwohl er es eigentlich gar nicht wirklich wollte. Zumindest darf er jetzt endlich mal ein Schauspiel aus seiner Feder auf der Bühne erleben. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt...

Viele Grüße
thopas

Offline Harald

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Re: Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre
« Antwort #24 am: 16. September 2009, 16:22 »

Ich habe Buch II beendet. Die Chronologie ist mir unklar. Vom Ende des ersten Buches werden ungefähr drei Jahre übersprungen, aber später, als er das Paar Melina trifft, wird es so beschrieben, als ob ihre Bekanntschaft nicht lange her sei.

Wie auch immer, Wilhelm wendet sich ganz von seinen Theaterträumen ab, vernichtet sogar alle Manuskripte und alle Gegenstände, die ihn an Mariane erinnern. Er macht eine (Geschäfts-)Reise, um einige Schulden einzutreiben. In einem kleinen Städtchen erlebt er eine Truppe von Artisten und macht die Bekanntschaft einiger Schauspieler, in deren Kreis er sich hineinziehen lässt. Sehr rätselhaft ist Mignon. Weiß jemand, ob es dafür eine reale oder literarische Vorlage gibt? Wie ist Goethe auf diese Gestalt gekommen?

Auch mir ist unklar, wieso Wilhelm sich nicht eher zur Weiterreise entschließt. (Wahrscheinlich, damit der Roman nicht vorzeitig zuende geht ;-) .) Er beginnt einen Brief nach Hause zu schreiben und merkt erst zum Schluss, dass das Briefpapier auf der Rückseite schon beschrieben war. Eine Freudsche Fehlleistung?

Ein Unbekannter tritt auf, der eine Anspielung auf das Puppentheater macht, als ob er Wilhelms Vorgeschichte kennt, und verschwindet wieder.

Das Ende von Buch II bildet mit dem "reinsten, unbeschreiblichsten Glück" den größten Kontrast mit dem Ende von Buch I.

Ich mache zwei Tage Pause für einen Shakespeare, dann geht es mit Buch III weiter.

- Harald



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Offline Zola

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Re: Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre
« Antwort #25 am: 18. September 2009, 08:36 »
Hallo zusammen,

ich bin jetzt doch noch eingestiegen. Ich weiß aber nicht, wie schnell ich vorwärts komme und werde daher wohl eher als stiller Leser dabei sein.

Viele Grüße,
Zola

Offline finsbury

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Re: Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre
« Antwort #26 am: 20. September 2009, 07:30 »
Hallo zusammen,

ich bin jetzt doch noch eingestiegen. Ich weiß aber nicht, wie schnell ich vorwärts komme und werde daher wohl eher als stiller Leser dabei sein.

Viele Grüße,
Zola

Prima, dass du nun auch dabei bist, Zola! Wir sind wohl alle nicht so schnell unterwegs. Nachdem ich am Anfang wider Erwarten gut vorankam, muss ich nun einiges an beruflicher Lektüre  dazwischenschieben und werde wohl erst MItte nächster Woche wieder privat lesen können. Dann ist auch noch der Hamlet zu vollenden.
Übernächste Woche bin ich dann internetlos unterwegs und werde kaum zum Lesen kommen.


@Harald
Mit dem Sprung zwischen I und II hast du recht. MIr kommt es auch so vor, als könnten die Melinas noch nicht drei Jahre verheiratet sein, denn was an beruflichen Anstrengungen Melinas geschildert wird, reicht dafür kaum. Auch dass MMe Melina nun erst schwanger sein soll, ist merkwürdig.

Grüße
tukan
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Offline Manjula

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Re: Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre
« Antwort #27 am: 21. September 2009, 06:21 »
Guten Morgen,

schön, dass sich hier ein gemächliches Tempo eingependelt habe; berufsbedingt komme ich auch nicht so schnell vorwärts und habe gestern das zweite Buch beendet.

Die zeitliche Schiene ist mir auch nicht ganz klar. Irgendwo wird erwähnt, dass bereits mehrere Jahre vergangen seien - aber das Kind von Melinas wartet immer noch auf seine Geburt.

Ansonsten macht Wilhelm gerade einen recht unentschlossenen Eindruck auf mich. Für das Theater kann er sich nicht recht entscheiden (auch wenn der Harfner einen großen Eindruck auf ihn macht), mit Philine geht es weder vorwärts noch rückwärts und wie er zu Mignon steht, überlegt er sich lange nicht. Diese Figur gefällt mir sehr gut, auch weil ich sie nicht recht einordnen kann.

Interessant übrigens, dass Wilhelm sich so selbstverständlich eine Auszeit vom Geldeintreiben nehmen kann. So groß scheint der Druck seitens seines Vaters nicht zu sein.

@Zola: herzlich willkommen!

Viele Grüße
Manjula
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Offline thopas

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Re: Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre
« Antwort #28 am: 21. September 2009, 09:38 »
Hallo,

ich hatte am Wochenende etwas Zeit zum Lesen und habe mittlerweile Buch 4 beendet. Langsam wird etwas klarer, warum sich Wilhelm nicht nach Hause traut: er muß erst wieder das Geld zusammenbekommen, das er seinem Vater mitbringen muß. Und dummerweise verliert er Geld, sobald er wieder welches hat (bzw. es wird ihm geraubt etc.)

Was ich etwas seltsam finde: ständig begegnen Wilhelm wunderschöne Frauen und er verliebt sich immer gleich unsterblich in sie. Das hat schon etwas von einer US-Teenie-Komödie  :zwinker:; und dann sehen die Damen auch noch fast gleich aus (Gräfin/unbekannte Retterin). Das erinnert mich an romantische Verwechslungsgeschichten oder auch Komödien von Shakespeare.

Ich habe inzwischen auch mit dem Hamlet begonnen - eine gute Gelegenheit, dieses Stück einmal wieder zu lesen.

Viele Grüße
thopas

Offline Manjula

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Re: Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre
« Antwort #29 am: 26. September 2009, 09:25 »
Hallo zusammen,

im Schneckentempo...ich bin inzwischen mit Wilhelm und seiner Truppe auf das Schloß des Grafen gelangt, und die Aufführung seines Stücks steht bevor. Die Geschichte mit dem Umzug ins Schloss und dem Durcheinander, wer wo schläft, ist ja soweit ganz kurzweilig; ob sie nur der Unterhaltung dienen soll oder noch einen tieferen Sinn hat?

Weiterhin rätselhaft bleibt mir Mignon. Ihr Lied zu Beginn des 3. Buchs wirft noch mehr Fragen auf: Wie steht sie zu Wilhelm (sie spricht ihn nacheinander als Geliebter, Beschützer und Vater an)? Worauf bezieht sich die Zeile "Was hat man Dir, armes Kind, getan"? Was bedeutet "der Drachen alte Brut"? Wilhelms Frage, ob sie schon in Italien gewesen sei, bleibt auch unbeantwortet. Eine sehr spannende Figur.

Euch ein schönes Wochenende!

Viele Grüße
Manjula
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