Hallo Maria,
vielen Dank für die interessante Seite. Mit einigen dieser Dichterinnen habe ich mich schon ausgiebig beschäftigt (z.B. Bettina von Armin und ihre unglückliche Freundin Caroline von Günderrode) andere kenne ich noch nicht einmal dem Namen nach (Carson McCullers?).
Wichtig: die Bronte-Sisters, die meiner Meinung nach in Deutschland total unterschätzt werden (in England genießen sie ja heute noch Kult-Charakter). Bei Harriet Beecher-Stowe wurde ich wieder daran erinnert: „Onkel Toms Hütte“ nochmals lesen!!!
Ist Dir bekannt nach welchen Kriterien Norgard Kohlhagen die Auswahl getroffen hat? Vermisst habe ich z.B. Marie von Ebner-Eschenbach, Anna Seghers, Jane Austen und eine meiner Lieblingsschriftstellerinnen: Grazia Deledda!!!
Als Danke schön ein Gedicht von Marie Luise Kaschnitz, das mich sehr beeindruckt:
Hiroshima (von M. L. K.)
Der den Tod auf Hiroshima warf
Ging ins Kloster, läutet dort die Glocken.
Der den Tod auf Hiroshima warf,
Sprang vom Stuhl in die Schlinge, erwürgte sich.
Der den Tod auf Hiroshima warf
Fiel in Wahnsinn, wehrt Gespenster ab
Hunderttausend, die ihn angehen nächtlich
Auferstandene aus Staub für ihn.
Nichts von alledem ist wahr.
Erst vor kurzem sah ich ihn
Im Garten seines Hauses vor der Stadt.
Die Hecken waren noch jung und die Rosenbüsche zierlich.
Das wächst nicht so schnell, daß sich einer verbergen könnte
Im Wald des Vergessens.
Gut zu sehen war
Das nackte Vorstadthaus, die junge Frau
Die neben ihm stand im Blumenkleid
Das kleine Mädchen an ihrer Hand
Der Knabe der auf seinem Rücken saß
Und über seinem Kopf die Peitsche schwang.
Sehr gut erkennbar war er selbst
Vierbeinig auf dem Grasplatz, das Gesicht
Verzerrt vor Lachen, weil der Photograph
Hinter der Hecke stand, das Auge der Welt.