Autor Thema: Romananfänge  (Gelesen 19645 mal)

Offline Steffi

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Antw:Romananfänge
« Antwort #90 am: 9. Februar 2011, 10:39 »
Hallo Hubert,

interessanter Einwand - allerdings im Falle von Swift nachvollziehbar: die Frauen damals durften ja kein eigenes Land besitzen. Ein Romananfang mit "Mein Vater..." macht auf jeden Fall schonmal neugierig auf die Vater-Autor(in)-Beziehung. Mögen sie sich oder nicht ?
Gruß von Steffi

FeeVerte

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Antw:Romananfänge
« Antwort #91 am: 9. Februar 2011, 11:05 »
"Also sie ham uns den Ferdinand erschlagen", sagte die Bedienerin des Herrn Schwejk, der vor Jahren den Militärdienst verlassen hatte, nachdem er von der militärärztlichen Kommission endgültig für blöd erklärt worden war, und der sich nun durch den Verkauf von Hunden ernährte, häßlichen, schlechtrassigen Scheusälern, deren Stammbäume er fälschte.

Hasek: Der brave Soldat Schwejk
« Letzte Änderung: 9. Februar 2011, 14:05 von FeeVerte »

Offline Gontscharow

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Antw:Romananfänge
« Antwort #92 am: 9. Februar 2011, 18:08 »

Zitat von: Autor: Hubert« am: Heute um 00:58
Es gibt ja einige Romane (nicht die schlechtesten) die mit „Mein Vater …. „ anfangen. Nie wird in diesen ersten Sätzen eine Mutter erwähnt…. Ist das nicht eine Schande?

Es geht auch anders. Am Anfang von Laurence Sternes Tristram Shandy heißt es:

Ich wünschte, entweder mein Vater oder meine Mutter oder besser: beide, da beide auf gleiche Weise dazu verpflichtet wären, würden darüber nachgedacht haben, worum es sich in Wirklichkeit handle, als sie mich zeugten.

Das war fast hundert Jahre vor dem“ Nachsommer“.



FeeVerte

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Antw:Romananfänge
« Antwort #93 am: 9. Februar 2011, 18:47 »
Zitat
Es gibt ja einige Romane (nicht die schlechtesten) die mit „Mein Vater …. „ anfangen. Nie wird in diesen ersten Sätzen eine Mutter erwähnt…. Ist das nicht eine Schande?
Ich hätte noch Der Fremde (Heute ist Mama gestorben.) und Portnoys Beschwerden (Sie war so unlösbar mit meinem Sein verbunden, dass ich im ersten Schuljahr geglaubt haben muß, alle meine Lehrerinnen seien eigentlich meine Mutter, in veränderter Gestalt.) anzubieten.

Offline sandhofer

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Antw:Romananfang: Nachsommer
« Antwort #94 am: 9. Februar 2011, 20:35 »
Meine Theorie ist, dass all diese Romane den folgenden berühmten Romananfang zitieren wollen und damit könnte man ja Stifter keinen Vorwurf mehr machen:

„Mein Vater besaß ein kleines Gut in Nottinghamshire; ich war der Dritte seiner fünf Söhne.“.

Interessant ja auch, dass - mit seltenen Ausnahmen - es bei Stifter immer "der Vater" ist, "die Schwester". Nicht: "mein Vater", "meine Schwester" ...
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Hubert

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Kafka belegt Platz 2!
« Antwort #95 am: 23. März 2011, 00:12 »
2007 gab es einen von der „Initiative Deutsche Sprache“ und der „Stiftung Lesen“ veranstalteten Wettbewerb bei dem der schönste erste Satz in der deutschen Literatur gesucht wurde. Den zweiten Platz belegte nur von G. Grass geschlagen,  Franz Kafkas Einstieg in die Erzählung „Die Verwandlung“:

„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“

Wer wissen will, wie’s weitergeht: Gerade beginnt hier im Klassikerforum eine Leserunde zu dieser Erzählung und es werden noch Mitleser gesucht!

Offline montaigne

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Romananfang "Sturmhöhe" von Emily Bronte
« Antwort #96 am: 25. Januar 2012, 20:23 »
Soeben bin ich von einem Besuch bei meinem Gutsherrn zurückgekehrt – diesem einsiedlerischen Nachbarn, der mir noch zu schaffen machen wird. Was für eine schöne Gegend!

Offline klaus

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Antw:Romananfänge
« Antwort #97 am: 25. Januar 2012, 21:57 »
Da der Anfang von Doderers Strudlhofstiege hier schon erwähnt wurde (mein Favorit), werf ich mal ein:

Die Trottas waren ein junges Geschlecht.

Joseph Roth, Radetzkymarsch

Offline montaigne

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Romananfang: Anne Brontë: Der Herrin von Wildfell Hall
« Antwort #98 am: 7. Februar 2012, 21:05 »
My father, as you know, was a sort of gentleman farmer in –shire ...

Ein typischer Romananfang für einen englischen Roman: schon 122 Jahre vor Anne hatte Swift einen berühmten Roman mit „My father ...“ begonnen:

My father had a small estate in Nottinghamshire: ...

Offline JMaria

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Antw:Romananfänge
« Antwort #99 am: 12. Februar 2012, 09:31 »
Zitat

Es war ein Sonntagabend im Oktober, und gleich vielen anderen jungen Damen ihres Standes schenkte Katharine Hilbery Tee ein.

so beginnt Virginia Woolfs zweiter Roman "Nacht und Tag".
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