Hallo !
Stimmt, mir sind die eher emotionslosen Schilderungen auch aufgefallen - es ist für mich auch keine eindeutige Erzählperspektive sichtbar. Mal scheint es ein auktorialer Erzähler, dann wieder eher ein Erzähler aus der Sicht Bjarturs oder womöglich eine Erzählhaltung aus der Sicht eines anderen Isländers ? Auch wechselt manchmal die Zeit ins Präsens, was zwar den Anschein von etwas absolutem hat, aber der Inhalt steht dem ja irgendwie entgegen.
Die Andeutungen auf eine Schwangerschaft Rosas sind mir auch schon aufgefallen, wie gesagt könnte es aber die Erzählhaltung Bjarturs sein, der das vermutet. Er hat ja seine eigenen Ansichten
Solche Sätze hauen mich einfach um. Es beginnt so nett idyllisch, aber dann ....
Das gibt auch die Natur Islands wieder - im einen Moment ist alles sonnig-idyllisch, plötzlich wird es bewölkt, neblig und kalt. Diese Gegensätze habe ich dort sehr stark empfunden, vielleicht muss man deshalb ein stoisches Wesen entwickeln, um damit zurecht zu kommen ?
Ich weiß nicht, ob jemand von euch schon mal die Mitternachtssonne bzw. sehr nördliche Länder erlebt haben. Richtig dunkel ist es kaum, sehr lange dämmrig. da Bjartur ja immer vor Sonnenaufgang aufsteht, habe ich mal die Aufgangs- und Untergangszeiten nachgeschaut: Juni - auf 3.20, unter 23.29, Juli - auf 3.04, unter 23.57, August - auf 4.32, unter 22.33.
Hamsun: Ich habe auch schon "Segen der Erde" gelesen und von den Hamsun vorgeworfenen Ideologie auch wenig gefunden, besser gefällt mir allerdings Hunger oder Victoria. Ich fand, dass "Segen der Erde" eher mit biblischen bzw. alttestamentarischen Anklängen ausgestattet ist.
Gruß von Steffi