Den 2. Teil habe ich nun auch zu Ende gelesen.
Bajturs Fixierung auf Schafe und seine Unabhängigkeit ist noch stärker in den Vordergrund gerückt. Vor dem Wandel, dem auch Island nicht entgeht, verschließt er die Augen. Möglicherweise hätte er 1915 eher dem Wahlrecht die Schafe als dem Frauenwahlrecht zugestimmt. Selbst, auf seinem Hof, wie ein Feudalfürst regierend, ohne Rücksicht auf die anderen Menschen, die zu ihm gehören, akzeptiert er gedankenlos die überkommenen Verhältnisse, die er noch, zu seinem eigene Nachteil stützt. Er, der ohne Religion ist, glaubt wohl an einen unendlichen Kreislauf, in dem jeder seinen unverrückbaren Platz hat
Laxness beginnt subtil seine gesellschaftspolitischen Ansichten (so vermute ich wenigstens) in der Geschichte deutlich werden zu lassen, in dem er sich mit dem Genossenschaftssystem beschäftigt und zeigt, wie sich die Bauern manipulieren lassen. Das Bauerntum als Fundament einer Nation, so wie es Hamsun darstellt, bei Laxness bleibt es nur Überlebenskampf. So sehr er seinem " Helden" die ewige Zuversicht verleiht, so spürt man doch, wie das Scheitern in der Luft liegt, ohne dass er es direkt beschreibt.
Könnte der Tod der Kuh, den Wendepunkt in der Geschichte signalisieren?