Ein gutes neues Jahr wünsche ich allen Leseratten.
Den Roman habe ich noch vor Weihnachten fertig gelesen. Das kommentieren fällt mir jedoch etwas schwer. Deshalb bin ich so spät mit meinem Fazit, das noch immer etwas Provisorisches hat.
Die Geschichte ist anregend, beispielhaft und in einigen Passagen auch verstörend. Ich kann, wie bestätigt, alles als Gegenentwurf zu Hamsuns "Segen der Erde" lesen, aber auch als Satire auf Island. Während Hamsun eine Kultur entstehen lässt, dekonstruiert (lässt sich das so sagen? ) Laxness die bäuerliche Kultur seiner Heimat. Die Figur des Bjartur hat etwas von einem tragischen Schelm, der an Schafen mehr als an Menschen hängt. Obwohl er uns als Mann der Tat vorgeführt wird, sieht man am Ende, wie sehr er von Natur und Gesellschaft umher getrieben wird. Ein Eisberg auf dem Meer, der seine Größe mehr und mehr verliert und von dem nichts übrig bleibt.
Gefühle, menschliche Wärme führt uns Halldor der Kühle nur indirekt und in homöopathischen Dosen vor. Wie Sisyphus steht Bjartur am Ende da, wo er am Anfang stand. Nur seine Kraft ist verbraucht, und in seiner angenommenen Tochter wird das kommende Leiden sichtbar.
Kann es sein, dass Laxness hier auch den viel gerühmten amerikanischen Traum aufs Korn nimmt? Romane, in denen Natur und die bäuerliche Existenz im Zentrum stehen zeigen uns häufig heldenhafte Figuren, egal ob sie tragisch oder siegreich enden. In "Sein eigener Herr" siegt die Moderne in ihrer gewöhnlichen Form. Der Geschäftssinn zähmt die Natur, nicht die Zähigkeit der Bauern.
Die Alternativen, die Halldör Laxness anzupreisen hat findet sich vielleicht in seinen anderen Werken.