Wir lesen auch so Trivialliteratur ... 
Da hast du wohl bedauerlicherweise Recht, auch wenn sich für mich die Trivialitäten in den Geheiminssen, historisch bedingt, in Grenzen halten (s.o.).
Ich nehme das zurück. Sue hat keinen Trivialroman geschrieben. Sue ist hier kein Wiederkäuer, denn erst das wiederkäuen ist trivial; Literaturwissenschaft hin oder her.
Betrachten wir ruhig den Anfang, die Einführung unserer drei Musketiere.
Da ist die liebliche, im Elend gefangene Marienblume, die vergewaltigt werden soll. Da ist der blutrünstige Messerstecher, der Knab, der sich sein Röslein von der Heiden pflücken will und dann ist da noch unser deutscher Held, der ihm eine auf den Hut haut. Wie wir wissen: hast du ihn auf den Hut gehaut, dann wird er wieder gut. Und genau das passiert.
Was ist daran trivial? Gerade Mal 33,33.. Prozent, nämlich Rudolf der edle Recke, der, wie sich später zeigt, alle Kampfsportarten, die das 19. Jahrhundert zu bieten hat, glänzend beherrscht, der fast jeder Situation gewachsen ist, und der sich das „Spiel“ amüsiert betrachten kann, also eine reine Kunstfigur a la James Bond ist. Die beiden anderen sind so real, wie es verrohte Soldaten oder missbrauchte Kinder sind.
Sue hat nicht die Klischees bedient, er hat mit literarischen Mitteln den Zeitungslesern eine widerwärtige Seite der Industrialisierung vor Augen geführt. Er hat gezeigt, dass das verbreitete Klischee, der Charakter hängt von der Herkunft ab, nicht zutrifft. Über seine Sicht, seine romantische Moralität lässt sich streiten, er hat aber, wenigstens in den ersten beiden Abschnitten, nicht mehr Triviales über die Zustände geschrieben, als es Triviales in der Wirklichkeit gibt.