Die Lesegeschwindigkeit ist natürlich auch eine Frage des Trainings. Während des Studiums waren 100 Seiten pro Tag das Minimum, das tendierte eher in Richtung 200 bis 300, wenn ich die Nacht durchgelesen habe, habe ich auch schon mal 400 oder 500 Seiten gelesen (das waren natürlich Ausnahmen, aber etwa die "Flegeljahre", "Herzgewächse" oder Coopers "Satanstoe" in der Übersetzung Arno Schmidts habe ich so gelesen, also tagsüber begonnen, irgendwann so gegen 4.00 Uhr morgens beendet).
Heute bin ich froh, wenn ich mich überhaupt mal für zwei, drei Stunden aufs Lesen konzentrieren kann, was selten genug vorkommt, in den letzten Wochen überhaupt nicht. Da reicht meine Konzentration meist nur noch für Filme & Serien auf DVD (Fernsehen schaue ich so gut wie nie).
Was die ungelesenen Bücher angeht: von den rund 5.000-6.000 Büchern in meiner Wohnung habe ich ca. die Hälfte nicht gelesen. Aber ich würde die ungelesenen Bände vermissen (auch wenn ich seit einer kleinen Ewigkeit das Ziel "unter 1.000" habe).
Ich habe mir dann auch seit längerer Zeit ein Kaufverbot auferlegt: keine CDs, keine DVDs und keine Bücher. Das halte ich bei CD/DVD auch ziemlich konsequent ein, bei Büchern gibt’s immer mal wieder einen Kaufschub, der dann prompt recht teuer wird.
Um die Unterscheidung zwischen Hoch- und äh Niedrigliteratur kümmere ich mich rein gar nicht. Wenn mich ein Buch langweilt, lege ich es weg, ob das nun ein Klassiker ist oder ein Bestseller, ist mir wurscht. Meistens langweilen mich allerdings die Bestseller, weshalb ich auch eher selten dazu greife (die letzte große Ausnahme waren die Harry-Potter-Romane, die ich mehrfach mit großer Begeisterung gelesen habe).