Ich höre gerade ein Violinkonzert, das mich (leider) süchtig machen kann: Das 1. Violinkonzert von Max Bruch.
Das erste Mal hörte ich dieses Musikstück bei meiner Großmutter, als ich 10 war oder so, ohne zu wissen, wie sein Name lautet. Wie nebensächlich, wenn es um Musik geht! Denn Musik spricht für sich selbst, der Name des Stückes und des Komponisten dagegen sind Nebensache.
Ein fragender Beginn der Violine, beantwortet vom Orchester, in einer tieferen Lage. Dann die Vorstellung des Solisten. Seine Vorstellung. Geprägt von Stolz und Eigenliebe. Versöhnend die Darstellung dem Orchester gegenüber. Die Argumente der Violine stammen aus ihrem Klangkörper, nein, sie sind nicht vernünftig: sie stellen dar, sie drücken sich aus. Sie werden heftiger und bestimmter. Das Orchester knödelt so mit, etwas unsicher, was es sagen soll.
Doch dann kommt der große Zusammenschluss: das Orchester lebt mächtig auf, definiert sich, triumphiert. Das Solo schweigt. Alles, was es hernach zu sagen hat, ist im 1. Satz unwichtig.
Es wird erst wieder wichtig im Adagio. Es säuselt. Es schmeichelt. Es kriegt das Orchester rum. Ich höre das Motiv der Alpensinfonie von R. Strauß im 2. Satz: so mi__ so re__ so do__, und frage mich, ob Strauß das abgekupfert hat?
Ja, das wäre meine Frage, die mich wirklich interessieren würde: kennt ihr dieses Motiv im 2. Satz und das entsprechende, ziemlich gleich klingende aus der Alpensinfonie? Gibt es da einen Zusammenhang?