Autor Thema: Uwe Tellkamp  (Gelesen 4170 mal)

Offline Dostoevskij

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Antw:Uwe Tellkamp
« Antwort #30 am: 11. November 2010, 21:35 »
Moin, Moin!

Großartig ist die Gegenüberstellung von Klein- und Bildungsbürger in Tellkamps Turm. Überall Unterschiede, außer in 1, identischem Punkt: "Die Frau kocht, putzt, geht arbeiten und kümmert sich um die Kinder"
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Offline Dostoevskij

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Antw:Uwe Tellkamp
« Antwort #31 am: 13. November 2010, 09:55 »
Moin, Moin!

Wurde Tellkamps Turm lektoriert? Grammatikalische Schlamperei: "Da es nur zwei Eimer gab, war es nicht sinnvoll, das Duschen insofern abzukürzen, daß man sich (...) den Eimerinhalt ohne Umwege über die Köpfe goß."
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Offline finsbury

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Antw:Uwe Tellkamp
« Antwort #32 am: 4. Juni 2011, 17:08 »
Hallo,

nach zwischenzeitlicher beruflicher Lektüre bin ich wieder zu Tellkamps Turm zurückgekehrt und immer noch sehr zufrieden mit dieser Lektüre.
Zum Teil überzieht Tellkamp satirisch, aber auch wenn man das abzieht, eröffnet sich ein erschreckendes Bild auf die Endzeit der DDR. An anderer Stelle denke ich dann wieder, hatte es auch etwas Gutes, nicht in unserer heutigen Konsumgesellschaft zu leben.
Zum Beispiel der Buchsammelmantel für die Leipziger Buchmesse, wo jedes ergatterte Westbuch einen ganzen Stadtteil beglückte oder die erste Begegnung mit einer Kokosnuss, die zum ersten Mal in einem Dresdner Laden landet und die Versammlung der Großfamilie zum  Schlachten und Verkosten der Kokosmilch, das sind Szenen, die zeigen, wie man sich über etwas freuen kann, was man nicht jederzeit bekommen kann.
Aber das sind nur Aspekte, die mit der gespiegelten damaligen Realität zu tun haben. Das meiste wird dagegen ja kunstvoll gebrochen. Wirklich großartige Schilderungen gibt es in diesem Buch, ob von der Natur oder Musikabenden, Nachmittagen im Garten oder am Fluss, dazwischen dann wieder satirische Szenen in "Ostrom", wirklich endlich mal wieder ein Leseerlebnis, das sich voll und ganz lohnt!

finsbury
Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene
Meer in uns. (Kafka)

Offline finsbury

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Antw:Uwe Tellkamp
« Antwort #33 am: 26. Juni 2011, 20:04 »
Hallo,

nun bin ich fertig mit dem Roman und insgesamt sehr beeindruckt. Besonders die Szenen mit Christian bei der NVA waren sehr bedrückend und intensiv. Beim Ende ging mir allerdings die Metaphernhäufung auf den Geist. Da erschlägt ein Stilmittel das nächste und ich kann unmöglich die im Einzelnen oft durchaus gelungenen Wendungen schätzen, weil sie sich gegenseitig zukleistern.
Welches weitere Tellkamp-Werk ist denn nicht ganz so überladen mit derlei Fingerübungen?

finsbury
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Meer in uns. (Kafka)

Offline JMaria

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Antw:Uwe Tellkamp
« Antwort #34 am: 27. Juni 2011, 13:59 »
Hallo,

nun bin ich fertig mit dem Roman und insgesamt sehr beeindruckt. Besonders die Szenen mit Christian bei der NVA waren sehr bedrückend und intensiv. Beim Ende ging mir allerdings die Metaphernhäufung auf den Geist. Da erschlägt ein Stilmittel das nächste und ich kann unmöglich die im Einzelnen oft durchaus gelungenen Wendungen schätzen, weil sie sich gegenseitig zukleistern.
Welches weitere Tellkamp-Werk ist denn nicht ganz so überladen mit derlei Fingerübungen?

finsbury

Hallo finsbury,

ich fand seinen "Eisvogel" wunderbar erzählt. Montagetechnik, verschiedene Erzählperspektiven; gleich zu beginn erfährt der Leser, dass vom Krankenhausbett erzählt wird, das war schon mal ein neugierig machender Einstieg; seine Thematik ist die Veränderungen in der Gesellschaft. Es gibt Metaphern, aber nicht überladen.

ich mochte auch "Der Hecht, die Träume und das Portugiesische Café", das trotz seiner Kürze, doch metapherlastiger ist, dennoch eine tolle Atmosphäre hervorzaubert.

Grüße von
Maria
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Offline finsbury

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Antw:Uwe Tellkamp
« Antwort #35 am: 1. Juli 2011, 19:15 »
Danke Maria,

dann werde ich mal den "Eisvogel" auf meine Anschaffungsliste setzen. Das klingt auch vom Thema her recht interessant.

finsbury
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Offline Steffi

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Antw:Uwe Tellkamp
« Antwort #36 am: 5. Juli 2011, 09:46 »
Gute Wahl - Der Eisvogel hat mir besser gefallen als das ... portugiesische Café, das sehr in den Metaphern schwelgt. Aber "Der Turm" ist doch noch um einges besser.
Gruß von Steffi

Offline finsbury

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Antw:Uwe Tellkamp
« Antwort #37 am: 8. Juli 2011, 20:20 »
Der Eisvogel ist  heute eingeflogen, muss aber noch ein Weilchen im Regal abhängen.

finsbury
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Meer in uns. (Kafka)