Gott, der Lenker oder autokratische Machtpolitiker, der er in diesem Stadium der Geschichte schon war, gegen den Mond, der erleuchtet und die Phantasie blühen lässt. Dieses Ringen erscheint mir in den ersten Kapiteln den Fluss der Erzählung zu bestimmen. Die Mythen der Bibel werden zurückgeführt auf Mythen überall in der Welt. Vieles läuft in Atlantis zusammen, aber auch das ist ein Mythos, der aus verschollenen Berichten entsprungen ist. So führt TM die erzählte Geschichte eines ausgewählten Volks, erzählt von Ausgewählten, gereinigt und aufgeschrieben von Ausgewählten und gedeutet von Ausgewählten, in eine Geschichte hinein, die Phantasie mit historisch belegten Hintergründen verbindet und befreit vom Dogma ist.
Dort, wo in der Genesis die Willkür des Herrn die Handlung bestimmt, sucht TM nach rationalen, bzw. psychologischen Hintergründen. Erstaunlich das Wissen was sich TM angeeignet hat, um Verbindungen in der Geschichte des Vorderen Orients zu deuten. Erstaunlich seine Phantasie, die sich in detailliert geschilderten Episoden zeigt, die Lebendigkeit der Figuren, wenn er erst ins erzählen kommt und nicht mehr analysiert und reflektiert.
Ich stecke mitten in der Jakobsgeschichte, kümmere mich nicht mehr um die Vielfalt der Götter und geografischen Stätten, sondern vergnüge mich durch die spannende Handlung.
Der Jakob der Einführungskapitel, ein verhärteter Ideologe, wirkt als junger Mann schon anders. Seine Feigheit entspringt der Vernunft, er hat noch einen wenig ausgeprägten Willen, dafür schon einen Sinn für List und Vorteil. Joseph, ein vorlauter Opportunist, Petzer und Musterknabe, hält sich nahe an seinen Vater, und es ist kein Wunder, wenn er bei seinen Brüdern nicht gut angesehen ist.
Ich habe Zeit, bis Sancho Pansa Rosinante gesattelt hat. Wenn Thomas Mann weiter so erzählt, werde ich nicht nach der Geschichte Jakobs aufhören. Die gesamte Geschichte dürfte allerdings einen Umfang haben, der größer ist als der Roman Sues. Der Frühling kann beim lesen hemmen. Ich bin also nicht sicher, ob ich alles bis zum Mai lesen kann.
Jedem, der auf den ersten 100 Seiten Probleme hat, empfehle ich durchzuhalten.