Autor Thema: Klassiker in der russischen Literatur  (Gelesen 3052 mal)

Offline stevenomen@web.de

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Antw:Klassiker in der russischen Literatur
« Antwort #15 am: 31. Dezember 2010, 17:41 »
Ich lese die russischen Klassiker neben den Franzoesischen am Liebsten. Insbesondere Bulgakow (Hundeherz!), Dostojewski, Leskow und Gogol gefallen mir am Meisten. Von denen habe ich auch fast Alles gelesen. Immer wieder entdecke ich lesenswertes. So lese ich z.B. Zur Zeit Karamsins "Briefe eines russischen Reisenden". Eine Reisebeschreibung des ausgehenden 18 Jahrhunderts in Briefform,die durch ganz Europa führt.

Offline xenophanes

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Antw:Klassiker in der russischen Literatur
« Antwort #16 am: 1. Januar 2011, 10:24 »

Ich lese eben "Anna Karenina" zum zweiten Mal. Sicher einer der besten russischen Klassiker.


Offline Harald

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Antw:Klassiker in der russischen Literatur
« Antwort #17 am: 1. Januar 2011, 12:15 »
Hallo,

Nach 1981/1982 und 1999/2000 lese ich nun das erzählerische Werk von Dostojewskij zum dritten Mal. Ich bin wieder einmal begeistert. Ich kenne niemanden, der die menschliche Seele in ihrer inneren Widersprüchlichkeit tiefer ergründet hat als er... Dazu sein Sinn für Komik: Man hat viel zu lachen in seinen großen Romanen. (Ich denke gerade an Lebedjew und General Iwolgin in Der Idiot). Eine russische menschliche Komödie.

Nach der Lektüre von Verbrechen und Strafe und Der Idiot kann ich die Übersetzungen von Swetlana Geier empfehlen. Auf die monumentale Biographie von Joseph Frank bin ich durch einen Hinweis von xenophanes aufmerksam geworden. Die Lektüre lohnt sich: Die Konflikte zwischen den geistigen Strömungen in Dostojewskijs Zeit und ihre Darstellung in seinen Werken sind mir dadurch besser verständlich geworden, wie auch die Auseinandersetzung mit "Kollegen" wie Turgenjew ("Väter und Söhne") und Tschernyschewski ("Was tun?").

- Harald
Aktuell: Montaigne. G. E. Lessing. Dostojewski. Herman Melville.

Offline xenophanes

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Antw:Klassiker in der russischen Literatur
« Antwort #18 am: 1. Januar 2011, 15:03 »
Hallo,

Nach 1981/1982 und 1999/2000 lese ich nun das erzählerische Werk von Dostojewskij zum dritten Mal. Ich bin wieder einmal begeistert. Ich kenne

[...]

Auf die monumentale Biographie von Joseph Frank bin ich durch einen Hinweis von xenophanes aufmerksam geworden. Die Lektüre lohnt sich:

Zum dritten Mal ist natürlich vorbildlich. Ich las bisher "Verbrechen und Strafe", "Böse Geister" und "Brüder Karamasow" zwei Mal. Ersteres fand ich nicht mehr so überzeugend, die beiden anderen nach wie vor großartig:

http://koellerer.net/2002/05/12/dostojewskij-verbrechen-und-strafe-roman/

http://koellerer.net/2006/10/16/fjodor-dostojewskij-die-bruder-karamasow-2/

CK

Offline stevenomen@web.de

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Antw:Klassiker in der russischen Literatur
« Antwort #19 am: 5. Januar 2011, 03:27 »
Ich habe soeben Nikolai Karamsins "Briefe eines russischen Reisenden" gelesen. Dabei geht es um Briefe von einer Reise des Autors über Moskau, Twer, St. Peterburg, Riga, Deutschland, Schweiz, Frankreich nach England im Jahre 1790. Mit unbekümmerter Offenheit und frischer Wißbegier unterrichtet uns der junge Autor z.B. über Kirchen, Theater, Bibliotheken und Museen. Er trifft Kant in Königsberg, in Weimer Herder und Wieland ,in Paris Bartholomy. Lange verweilt der Verfasser in Paris. Dort beschreibt er das nachrevolutionäre Leben in all seinen damaligen Facetten. Sehr lesenswert in einem schönen Schreibstil.

Offline Dostoevskij

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Antw:Klassiker in der russischen Literatur
« Antwort #20 am: 14. August 2011, 12:45 »
Moin, Moin!

Christa Wolf: “Sie schreiben in Ihrem Dostojewski-Essay sehr eindringlich über Ihre frühen Eindrücke von anderer Literatur, zum Beispiel gerade von der Erregung, die Sie und Ihre Freund während Ihrer Studienzeit für Dostojewski erfaßt hatte. Woher kam diese Erregung?”

Anna Seghers: “Ich habe das, meine ich, in dem Essay sehr genau beschrieben. Eine Wirklichkeit ist uns aus den Büchern gekommen, die wir im Leben noch nicht gekannt haben. Für uns war es eine erregende, eine revolutionäre Wirklichkeit. Ich spreche jetzt nicht von der politischen Revolution, die ja nah war, zeitlich nah war damals, sondern ich spreche von einem revolutionären Herauswühlen, In-Bewegung-Gehen des menschlichen Schicksals, etwas durch und durch Unkleinbürgerliches.” (Christa Wolf: Ein Gespräch mit Anna Seghers)

Einem Moskauer Freund schreibt sie [Anna Seghers] auf eine Frage nach der Wirkung russischer Literatur: “… Da kamen in den russischen Büchern die Gedanken und Handlungen, auch die größten, aus dem Leben heraus. Das Leben war dichter als meins, die Menschen waren mehr Menschen, ihr Leid war mehr Leid, ihre Freiheit war mehr Freiheit, der Schnee war auch mehr Schnee, das Korn mehr Korn. Weil aber alles unmittelbar aus dem Leben kam, gewann ich sozusagen den Mut zum Schreiben. Ich verstand, daß es nichts gibt, was man nicht schreiben kann… (Christa Wolf: Das siebte Kreuz)
Keep reading, Markus Kolbeck
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