Und das in Dortmund? Ich meide mittlerweile die Musikbetriebe dieser Stadt, habe ich ihnen doch die schlimmsten Verhunzungen der vergangenen Jahre zu verdanken, die sich allerdings nicht auf den symphonischen Betrieb, sondern den Opernbereich beziehen.
Im Konzerthaus spielt a u c h das Dortmunder Phiharmonische Orchester, besonders aber Gastorchester und -virtuosen. Die sind deshalb nicht schlechter, weil sie in Dortmund auftreten; Im Gegenteil, das Dortmunder Konzerthaus hat sich inzwischen dank seiner hervorragenden Akustik und des begeisterten Publikums zu einem der großen Konzerthäuser Deutschlands entwickelt, mit dem Orchesterzentrum Westfalen und der Chorakademie direkt nebenan.
Opern und Theater mag ich nicht besonders. Deshalb lese ich zwar in der Presse einige Unsäglichkeiten, aber wohl auch über Gelungenes, verfolge diese aber relativ interesselos.
Zu Bruckner: Es wird immer behauptet (auch in dem Wikipedia-Artikel), er habe, zusammen mit Brahms und Mahler, die Symphonie aus der Krise der Nach-Beethoven-Zeit gerettet. Ich kann dergleichen nicht erkennen, gebe allerdings zu, dass ich mit den (spät)romantischen Symphonien ohnehin meine Probleme habe.
Es spricht einiges dafür, dass die Symphonie mit Beethoven ihren Höhepunkt und Abschluss gefunden hat. Selbst Schostakowitsch als herausragender Vertreter des 20. Jahrhunderts war nur ein "Nachahmer".
Für mich ist Bruckner deshalb verzichtbar, was aber kein abwertendes Urteil über die Musik sein soll.
Entschuldige, aber solche "nachgeplapperten" Äußerungen ärgern mich. Es gibt mindestens genauso viele Kenner der Materie, die die nachbeethovenschen Sinfonien durchaus zu schätzen wissen. Bloß weil eine Form schon einmal vollendet präsentiert worden ist, heißt es nicht, dass man sie nicht mit anderen Inhalten genauso formvollendet füllen kann. So könntest du mit den Trümmerliteraten auch behaupten, dass Lyrik, Prosa und Drama nicht mehr möglich seien, und doch beweist uns jedes Jahr, dass immer wieder Hervorragendes und Mitreißendes in diesen Gattungen geschaffen wird.
Ich möchte, obwohl ein großer Beethoven-Fan, die (spät)romantischen Sinfonien und die der Moderne nicht missen.
Bruckners vierte, Mahlers sechste und Schostakovitschs siebte (Lenigrader) gehören für mich zu dem Großartigsten, was man in klassischer Musik erleben kann.
Und willst du wirklich ohne Schubert, Schuhmann, Mendelssohn und Brahms auskommen, bloß weil Beethoven vorher schon den Gipfel erklommen hat. Der Himalaya hat auch andere schöne Berge außer dem Mount Everest!
finsbury