Autor Thema: Mai 2010: H.v.Doderer - Die Strudlhofstiege  (Gelesen 13296 mal)

Offline wanderer

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Re: Mai 2010: H.v.Doderer - Die Strudlhofstiege
« Antwort #15 am: 3. Mai 2010, 11:55 »


Doderers Tagebuch

« Letzte Änderung: 3. Mai 2010, 11:57 von wanderer »

Offline YvonneS

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Hallo zusammen,  :winken:

etwas verspätet konnte ich nun heute auch mit dem Buch beginnen. Der Sprachstil gefällt mir schon mal sehr, auch wenn ich mich in diesen erst noch etwas einlesen muss, momentan ist er für mich noch bisschen gewöhnungsbedürftig.

Dieser Roman ist für mich irgendwo auch etwas besonderes. Ich liebe Wien, bin sehr oft dort und die Strudlhofstiege in 9. Wiener Bezirk ist einer meiner Liebinglingplätze, eine wunderschöne Jugendstiltreppe, und ich bin schon oft über ihre Stufen gelaufen, da mein Lieblingshotel ganz in der Nähe ist. Auch das kurze Gedicht vom Anfang dieses Romans findet man dort auf einer Tafel, es hat mir schon immer sehr gefallen und ich kenne es auswendig.

http://www.wien.gv.at/verkehr/brueckenbau/baustellen/images/strudlhofstiege.jpg

Eure Beiträge werde ich mir heute abend in aller Ruhe durchlesen, ihr ward wirklich schon sehr fleißig hier.  :smile:

LG Yvonne

Edit sandhofer: Hallo Yvonne. Ich habe Dein Bild mal zum Link reduziert. Nicht alle Internetseitenbetreiber mögen es, wenn man ihre Bilder direkt verlinkt. Nix für Ungut!  :winken: Grüsse - sandhofer

Edit Yvonne: Danke, Sandhofer. So schlau hätte ich selber sein können. 
  :redface:

« Letzte Änderung: 4. Mai 2010, 14:03 von YvonneS »

Offline wanderer

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Kein Kommentar wegen Mangel der Zeit, nur ein Zitat aus S. 85-86, Biederstein Ausgabe:

Zitat
(Nebenbei, lieber Leser, gedachter und geachteter Leser, was hältst du eigentlich vom Handeln – ich meine: gehört es wirklich uns? ist es für uns immer bezeichnend? Aber paß‘ auf, es steht viel auf dem Spiel bei dieser Doktorfrage, denn , zum Exempel, wird sich deine ganze Einstellung der dramatischen Literatur gegenüber nach ihrer Beantwortung richten müssen! Keine Abschweifungen! Jedes avis au lecteur ist verdächtig.)

Grüß
wanderer

Offline Anita

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Das habe ich auch markiert wanderer. Ich musste länger darüber nachsinnen, und fand keine eindeutige Antwort  :smile: So was mag ich.

LG
Anita
Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Nietzsche in "Also sprach Zarathustra"

Offline wanderer

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Das habe ich auch markiert wanderer. Ich musste länger darüber nachsinnen, und fand keine eindeutige Antwort  :smile: So was mag ich

Hallo Anita,

Bei mir ist auch so gewesen und ... so was mag ich auch  :zwinker:.

Übrigens ab morgen werde ich dienstlich verreisen und keine Zeit für die Lektüre haben.

Viele Grüße und bis bald!
wanderer

Offline Anna Magdalena

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Hallo zusammen!

Ich lese den Roman mit wachsender Begeisterung und kann mich nur schwer von ihm losreißen. Mich verblüfft, wie meisterhaft er komponiert ist, mit welcher Souveränität Doderer die enorme Stofffülle handhabt und die verschiedenen Handlungsstränge, die Zeitsprünge, die vielfältigen Beziehungen zwischen seinen zahlreichen Figuren zu einem dichten Gebilde verwebt. Zum einen ist er ein unglaublich witziger und ironischer Fabulierer, der in einer üppigen, überbordenden, vor Metaphern nur so strotzenden Sprache erzählt, zum anderen erweist er sich als ein scharfer, analytischer Beobachter menschlicher Eigenarten und Verhaltensweisen. Seine psychologischen Bilder, diese detaillierten Darstellungen der „Seelenmischungen“ seiner Figuren machen für mich seine größte Stärke aus.
Zum Beispiel Mary K: Eine ehrbare Frau, die auf ihre Ehrbarkeit stolz ist, sitzt eines Tages zwischen ihren Möbeln, die hübsch und poliert wie Mary selbst sind und plötzlich tut sich vor ihr ein Vakuum an Zeit auf. Sie spürt die „Sprödigkeit des Lebens“, Leutnant Melzer spukt ihr im Kopf herum, sie spielt mit dem Gedanken, die Einladung Negrias zu einer Bootspartie anzunehmen, sie weiß natürlich, was er von ihr will. Mit der Wahl des Tennisdress lässt sie sich die Option Negria oder Ehemann noch offen, das Ausweichen vor der Straßenbahn bringt ihren Mut zum Erliegen, gibt den Ausschlag für den Ehemann, dann ihre Unzufriedenheit und ihr Ärger, den sie nach dem verpatzten Spiel an ihrem Mann auslässt, der, den Grund dafür nicht ahnend, seiner Frau durch das alte, lange nicht mehr gespielte „Streitspiel“ sozusagen in das Gleis der Ehrbarkeit zurück hilft und ihr inneres Gleichgewicht wiederherstellt, wofür sie ihm dankbar ist. Das ist so tiefblickend und nachvollziehbar, einfach großartig beschrieben.
Dazu kommt noch Doderers Fähigkeit, sehr intensive Stimmungsbilder und atmosphärische Dichte erzeugen zu können, die stark auf den Leser wirken. Man denke nur an die Eisenbahnfahrt Melzers und die eigenartige Stimmung, die ihn im Coupé umfängt.
Der Roman ist beeindruckend und fesselnd, dabei zugleich ungeheuer unterhaltsam und amüsant, ich habe schon lange keinen so großen Spaß mehr beim Lesen gehabt.

Die wechselnde Sprache, die hat mit den Figuren zu tun, oder? Für mich charakterisiert die Sprache die Figuren, also wie sie sich geben oder evtl. innerlich denken. Und bei der Fülle von Charakteren hat Doderer einiges zu tun  :breitgrins:
@ Anita, mir ist nicht ganz klar, was Du mit „wechselnder Sprache“ meinst. Dass die Figuren durch eine bestimmte Art zu sprechen charakterisiert wären, kann ich nicht erkennen. Sie stammen bis jetzt ja auch alle aus dem gleichen Milieu. Charakterisiert werden sie durch die Darstellung ihrer jeweiligen Psychologie.

Kein Kommentar wegen Mangel der Zeit, nur ein Zitat aus S. 85-86, Biederstein Ausgabe:
Zitat
(Nebenbei, lieber Leser, gedachter und geachteter Leser, was hältst du eigentlich vom Handeln – ich meine: gehört es wirklich uns? ist es für uns immer bezeichnend? Aber paß‘ auf, es steht viel auf dem Spiel bei dieser Doktorfrage, denn , zum Exempel, wird sich deine ganze Einstellung der dramatischen Literatur gegenüber nach ihrer Beantwortung richten müssen! Keine Abschweifungen! Jedes avis au lecteur ist verdächtig.)
@ wanderer, die Antwort liegt schon in der Frage „gehört es wirklich zu uns?“ Doderer will ganz klar von uns ein „nein“ hören. :breitgrins: Das Handeln seiner Personen ist kein bewusster, kontrollierter, freier Willensakt, sondern wird von ihrer besonderen Seelenlage und der Wechselwirkung zwischen Innen- und Außenwelt bestimmt.

Gruß
Anna

Offline Sir Thomas

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Mich verblüfft, wie meisterhaft er komponiert ist, mit welcher Souveränität Doderer die enorme Stofffülle handhabt und die verschiedenen Handlungsstränge, die Zeitsprünge, die vielfältigen Beziehungen zwischen seinen zahlreichen Figuren zu einem dichten Gebilde verwebt.

Hallo Anna,

angeblich soll Doderer eine große Tapete mit zahlreichen Skizzen gefüllt haben, um den Überblick nicht zu verlieren. Das ist aber vermutlich nur eine dieser hübschen Legenden.

Ich verfolge Eure Runde mit großem Interesse, kann aber aus Zeitmangel an der erneuten Lektüre eines meiner Lieblingsbücher nicht teilnehmen.

Euch weiterhin viel Spaß wünscht

Tom 

Offline Anita

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@ wanderer, die Antwort liegt schon in der Frage „gehört es wirklich zu uns?“ Doderer will ganz klar von uns ein „nein“ hören. :breitgrins: Das Handeln seiner Personen ist kein bewusster, kontrollierter, freier Willensakt, sondern wird von ihrer besonderen Seelenlage und der Wechselwirkung zwischen Innen- und Außenwelt bestimmt.

So einfach ist diese Frage für mich nicht Anna, für mich bezieht sich diese Frage nicht auf das bloße Handeln und den Wechselwirkungen derer. Ich habe darin noch eine höhere Ebene verstanden, da sich die Frage an den Leser richtet, der Leser der liest und nicht "(mit)handelt", und dadurch für mich in eine noch höhere Ebene rutscht, ähnlich dem "Glasperlenspiel".  :zwinker:

Zitat
Charakterisiert werden sie durch die Darstellung ihrer jeweiligen Psychologie.
Für mich einerlei, oder die Umkehrung, aber nichts Gegenteiliges. Die Sprache passt sich dem Charakter der Figuren an, charakterisiert also die Figuren, mal ist sie sehr poetisch, oder sehr mit Fremdwörtern gespickt, ausführlich beschreibend, belehrend (Einmischungen des Erzählers), aber teilweise auch sehr locker, dann finden wir auch Wörter wie "nix" u.a..

LG
Anita
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Offline Anna Magdalena

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angeblich soll Doderer eine große Tapete mit zahlreichen Skizzen gefüllt haben, um den Überblick nicht zu verlieren. Das ist aber vermutlich nur eine dieser hübschen Legenden.
Hallo Tom, das mit der Tapete kann ich mir gut vorstellen. Eine auch nur grobe Skizze dieser Figuren- und Beziehungsvielfalt würde nicht auf eine Din-A4- Seite passen. Und da Doderer zu der Zeit, als er den Roman schrieb, allein lebte (wie fast immer), wurde er auch nicht durch die kleinlichen Einwände einer Ehefrau vom Beschmieren der Tapete abgehalten.

So einfach ist diese Frage für mich nicht
Aber nein, über diese Stelle wird sicherlich noch zu diskutieren sein. Es war nur eine erste, vorläufige Antwort von mir nach 250 Seiten Romanlektüre. :zwinker: Zur höheren Ebene im „Glasperlenspiel“ kann ich nichts sagen, ich habe das Buch nicht gelesen. Habe ich da was verpasst?

Die Sprache passt sich dem Charakter der Figuren an,
Ich störe mich so ein bisschen an dem Wort „Charakter“, aber wir meinen, glaube ich, beide dasselbe: Die Sprache passt sich der jeweiligen Seelenlage und Situation an. Beim alten Stangler allerdings drückt sich seine tyrannische, unduldsame Art wirklich in einer aggressiven, autoritären Art zu sprechen aus.

Gruß
Anna  :winken:

Offline Steffi

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Zur Sprache der Figuren fällt auf, dass bei den Melzer-Passagen wiederholt geklammerte Einschübe zu finden sind, die sich mitunter an den Leser richten und sich manchmal auch ein bißchen spöttisch über Melzer auslassen. Diese Lässigkeit, aber auch den Zweifel am Charakter Melzers gefällt mir, denn sie spiegelt auch dessen Widersprüchlichkeit.

Bei Mary K. wird viel mit detaillierten Beobachtungen gearbeitet, die wartenden Taxis an der Ecke, der Park oder auch das Zimmer. Das kommt m.E. bei den anderen Personen bisher so nicht vor. Auch hier glaube ich, dass sich ihr Charakter, abwartend und genau beobachtend, evtl. auch berechnend und sicherheitsbewusst, hier wiederfindet. Genaueres kann man sicher erst gegen Ende des Buches sagen.

Im Grunde kann man schon eine stilistische Veränderung in Bezug auf die Personen erkennen, was für mich das Ganze sehr faszinierend macht. Allein mit einer ganzen Wand voll Skizzen kann da nicht ausgereicht haben.



Ich verfolge Eure Runde mit großem Interesse, kann aber aus Zeitmangel an der erneuten Lektüre eines meiner Lieblingsbücher nicht teilnehmen.


Tom, ich kann schon jetzt, nach knapp 100 Seiten sagen, dass es sicher auch eines meiner Lieblingsbücher werden wird ! Genauso wie Anna Magdalena bin ich begeistert von der Erzählweise und es ist beeindruckend, wie Doderer Atmosphäre beschreiben kann.


Gruß von Steffi
Gruß von Steffi

Offline Anita

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Hallo Zusammen.

Ja klar, frönt ihr nur eure Begeisterung und ich muss mal Dampf ablassen  :breitgrins: Mir ist schon klar, dass auch Doderer mir die verlorene Zeit in aller Deutlichkeit zeigen möchte  :zwinker:, aber muss es denn in einer Aneinanderreihung von Banalitäten ausarten  :grmpf: Klatsch und Tratsch habe ich soeben gelesen, nichts anderes war das als diese illustere Gesellschaft im Pyjama  :breitgrins: Was sie von sich gegeben haben diese Herren im Abenddress war Geschwätz und Mutmaßungen.
Kurz davor habe ich von der "Fluder" gelesen, eine tolle Naturbeschreibung ...

Nein, was ich sagen möchte, ich komme nicht voran, da ich wirklich nur scheibchenweise im Buch lesen kann und es für mich bisher ohne Zusammenhang sind. Ich weiß nicht, worauf Doderer hinaus möchte, und deshalb lese ich langsam um nichts zu verpassen. Nach einer guten Woche bin ich auf Seite 204 und ihr?

LG
Anita
« Letzte Änderung: 8. Mai 2010, 18:28 von Anita »
Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Nietzsche in "Also sprach Zarathustra"

Offline JMaria

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Hallo zusammen,

und ich habe das Gefühl, dass alles noch ungeheuer wichtig sein wird, sogar Banalitäten.
z.B.. sagte Mary K., als sie noch Mary Allern hieß, zu Melzer, das er ihr doch den Bären schießen sollte, den er ihr aufgebunden hat. Später erleben wir Melzer auf der Bärenjagd in Bosnien und dieses Fell hat er Zeit seines Lebens.

Diesen Satz über Melzer finde ich bedeutsam und hier benutzt der Erzähler zum ersten Mal das "Ich":

.... nämlich im Kriege. Melzer hat 1914 - 1918 so ziemlich mitgemacht, was es da mitzumachen gab..... Nennbar Unvergeßliches! Aber der Mensch kommt, im Kriege erlebend, nicht zu sich selbst, sondern immer wieder zu den Anderen.


Das würde auch erklären, warum ich in der Sekundärliteratur immer wieder auf den Begriff der "Menschwerdung" stoße.

Alles sehr interessant und bedeutend.

Auch finde ich die S. 63 - 90 (soweit bin ich derzeit) wegen den Zeitsprüngen sehr lese-intensiv. Man springt rückblickend zu 1910 und blickt voraus auf 1945. Man muß ganz schön aufpassen, um sich nicht verwirren zu lassen.

Mir fiel auf, dass gerade auf diesen wenigen Seiten sich Melzer viel an verschiedenen Bahnhöfen aufhält,  auch Wege mit der Bahn fährt, die ihn nicht dorthin bringen wo er gerne sein möchte (1910), später (1925) frequentierte er öfters den Böhmischen Bahnhof ....

Mir fiel dazu ein, dass in der "Recherche" zahlreiche Szenen in der Eisenbahn spielen oder sind mit diesem Verkehrsmittel verbunden. Ich werde das weiter beobachten.

Viele Grüße
Maria
Aktuell:

Offline Anna Magdalena

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muss es denn in einer Aneinanderreihung von Banalitäten ausarten  :grmpf:

Aber wie schön Doderer diese Banalitäten beschreibt!  :smile: Es ist wahr, sonderlich Bedeutsames oder gar Weltbewegendes geschieht nicht. Doch diese ganzen Banalitäten, Nebensächlichkeiten, Zufälligkeiten gehören nun mal zum Leben hinzu und machen seine Vielfältigkeit aus. Außerdem glaube ich wie Maria, dass diese Bagatellszenen noch zu Überraschungen führen werden. Mich überrascht jetzt schon, dass dieser Roman mir über den Genuss an seiner Sprache und Komposition hinaus richtige Lebensfreude vermittelt.

Ich weiß nicht, worauf Doderer hinaus möchte, und deshalb lese ich langsam um nichts zu verpassen. Nach einer guten Woche bin ich auf Seite 204 und ihr?

Im Moment würde ich sagen, Doderer will einfach ein Panorama des Lebens im Wien jener Jahre zwischen 1911 und 1925 entwerfen. Ich bin schon auf Seite 250, werde in den nächsten Tagen aber kaum zum Lesen kommen. Lass Dir also ruhig Zeit, so ein Buch muss man genießen.

Gruß
Anna

« Letzte Änderung: 8. Mai 2010, 21:16 von Anna Magdalena »

Offline Sir Thomas

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Das würde auch erklären, warum ich in der Sekundärliteratur immer wieder auf den Begriff der "Menschwerdung" stoße.

Alles sehr interessant und bedeutend.

Hallo Maria,

die "Menschwerdung" ist ein zentrales Motiv Doderers. Wenn Du mehr darüber aus des Meisters Feder lesen möchtest, empfehle ich den etwas kürzeren Roman "Die erleuchteten Fenster oder Die Menschwerdung des Amtsrats Julius Zihal". Der Titel spricht für sich, oder?

So, nun verlasse ich Euch wieder.

Einen schönen Sonntag wünscht

Tom

Offline JMaria

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Das würde auch erklären, warum ich in der Sekundärliteratur immer wieder auf den Begriff der "Menschwerdung" stoße.

Alles sehr interessant und bedeutend.

Hallo Maria,

die "Menschwerdung" ist ein zentrales Motiv Doderers. Wenn Du mehr darüber aus des Meisters Feder lesen möchtest, empfehle ich den etwas kürzeren Roman "Die erleuchteten Fenster oder Die Menschwerdung des Amtsrats Julius Zihal". Der Titel spricht für sich, oder?

So, nun verlasse ich Euch wieder.

Einen schönen Sonntag wünscht

Tom

Hallo Tom,

danke dir für weitere Infomationen. Ich sauge gerade alles wie ein Schwamm auf. Bin fasziniert von Doderer und genieße jeden Satz und komme dementsprechend langsam voran, weil ich immer wieder auf Recherche gehe. Im Doderer-ABC gibt es ein Kapitel über Zihalismus, werde dem nachgehen. Das von dir erwähnte Buch gibt es in gebundener Form. Ich glaube darin sind zwei Geschichten zu finden; Die erleuchteten Fenster. Ein Umweg.:



was mich wundert, ist, dass es vom Doderer-Experten Wendelin Schmidt-Dengler kein Buch über Doderer gibt. Ich fand nur eine photographische Spurenreise, die auf dem Gebrauchtmarkt für über 100 Euro angeboten wird.


vielleicht wird dem Doderer in D nächstes Jahr 2011 mehr Aufmerksamkeit gewidmet, wenn sein 45. Todestag und sein 115. Geburtstag ansteht.

Gruß,
Maria
« Letzte Änderung: 9. Mai 2010, 10:38 von JMaria »
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