Autor Thema: Mai 2010: H.v.Doderer - Die Strudlhofstiege  (Gelesen 13309 mal)

Offline Anita

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Oh Pardon Wanderer ich hatte deinen Post gar nicht gelesen. Auch von mir zollst du großen Respekt dieses Unternehmen überhaupt gestartet zu haben  :smile:

Hallo Maria.

Für mich persönlich wäre eine Menschwerdung mehrere Stufen unter der Selbstfindung, und Melzer ist von seiner ganzen geistigen Haltung überhaupt nicht mit René zu vergleichen. Überhaupt wo lese ich denn mal Geist von ihm? Kommen wirklich Gedanken von ihm oder spiegelt er lediglich andere? Vielleicht war er tatsächlich kein Moslem, sondern wirklich einfach nur ein archaisches Wesen, welches erstmals überhaupt zu einer Religion gefunden hat. René war deutlich höher angesiedelt, wie soll es auch anders sein, wenn Doderer sein Antlitz darein gelegt haben soll.

LG
Anita
Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Nietzsche in "Also sprach Zarathustra"

Offline JMaria

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Hallo zusammen,
hallo Anita,

Menschwerdung : Selbstfindung
je mehr darüber ich nachdenke, desto eher bin ich der Ansicht, dass die Selbstfindung mehr auf den Menschen im Jetzt lebend bezogen ist, eine Menschwerdung allumfassend sein kann, vielleicht weil der Begriff nicht nur in der Entwicklung des Menschen,  sondern auch religionsbezogen (Christentum, Buddhismus, Hinduismus) verwendet werden kann . Ich weiß es nicht so recht auszudrücken. Deine Gedanke helfen mir aber weiter, denn Melzer wirkt sehr passiv, sein selbständiges Denken kommt erst gegen Ende zum Tragen, also mit der Menschwerdung. Irgendwie drehe ich mich im Kreise  :rollen:

Viele Grüße
Maria
« Letzte Änderung: 4. Juli 2010, 10:20 von JMaria »
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Offline Steffi

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Deine Gedanke helfen mir aber weiter, denn Melzer wirkt sehr passiv, sein selbständiges Denken kommt erst gegen Ende zum Tragen, also mit der Menschwerdung. Irgendwie drehe ich mich im Kreise  :rollen:


Es sind beide wirklich sehr unterschiedlich geschildert - Melzer, dessen Vergangenheit wir auch nicht richtig kennen, bleibt unnahbar und ein bißchen undurchschaubar - letztendlich wissen wir ja nicht mal seinen Vornamen - und doch überwindet er seine passive Haltung, rettet Marys Leben und plötzlich aktiv, weiß er, was für ihn das beste ist. René lernen wir auch durch seine Familie und sein Umfeld kennen, aber je älter er wird, desto passiver wird er eigentlich. Er versucht, alles intelektuell zu begreifen, wo doch das Herz oder die Intuition oder das Gefühl - kurz wohl das Unbewusste - die Führung übernehmen sollte. René klammert sich aber weiterhin an den Verstand, den er nicht loslassen kann. Vielleicht kann man so auch die Religion verstehen, als eine Art Hilfe oder Spiegel, wie sich die Selbstfindung vollziehen kann, es ist vielleicht ein anderer, ursprünglicherer Religionsbegriff, den Doderer hier meint.

Die Kriegserfahrung, das sehe ich auch so, machte Melzer aufgeschlossen für seine Selbstfindung, und dazu braucht er aber auch eine Frau. Ein bißchen wundert mich, dass am Ende diese biedere Bürgerlichkeit das Glück Melzers sein soll, entweder war das auch ein Wunsch Doderers, der immerhin zum Katholizismus konvertierte oder es ergibt sich aus den Schrecken des Krieges ?

Gruß von Steffi


Gruß von Steffi

Offline JMaria

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   Die Kriegserfahrung, das sehe ich auch so, machte Melzer aufgeschlossen für seine Selbstfindung, und dazu braucht er aber auch eine Frau. Ein bißchen wundert mich, dass am Ende diese biedere Bürgerlichkeit das Glück Melzers sein soll, entweder war das auch ein Wunsch Doderers, der immerhin zum Katholizismus konvertierte oder es ergibt sich aus den Schrecken des Krieges ?
 

Hallo zusammen,

ich merke, ich komme an einer Biographie nicht herum und habe mir Wolfgang Fleischer: Das verleugnete Leben gekauft.
zur Vollständigkeit kann man noch erwähnen, dass die Stangelers Protestantisch sind.

Liebe Grüße
Maria
« Letzte Änderung: 6. Juli 2010, 10:04 von JMaria »
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