Autor Thema: Was gehört in die gutsortierte Klassikerbibliothek?  (Gelesen 12466 mal)

Offline nimue

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Hallo ihr Lieben,

jetzt dürft ihr euch mal austoben. Welche Autoren / Autorinnen gehören Eurer Meinung nach unbedingt in eine gutsortierte Klassikerbücherwand? Also die absoluten MUSS-Bücher.
 
Es soll also so etwas wie ein Autoren-Kanon sein und bezieht sich nicht auf persönliche Vorlieben, sondern auf Künstler, die allgemein bekannt und (meistens) geschätzt sind (mit deren Nennung also mehr als 50 % der Bevölkerung was anfangen kann  :breitgrins: )

Ich mache mal den Anfang:

Deutsch:

Günter Grass
Michael Ende
Hermann Hesse
Familie Mann
Heinrich Böll
Goethe
Schiller
Theodor Fontane
Rainer Maria Rilke
Erich Fried
Friedrich Dürrenmatt
E.T.A. Hoffmann
Stefan Zweig

Französisch:

Jean Paul Sartre
Simone de Beauvoir
Albert Camus
Alexandre Dumas
Gustave Flaubert
Victor Hugo
Honore de Balzac

Russisch:

Dostojewskij
Gogol
Pasternak
Tolstoi

Schweden:

Selma Lagerlöf
Astrid Lindgren

GB & USA:

John Steinbeck
William Golding
T.S. Eliott
Lord Byron
William Shakespeare
Oscar Wilde
James Joyce
Jane Austen
die Bronte Geschwister
Ernest Hemingway
Henry James

Antike

Dante Alighieri
Homer
Platon

Sonstige

Friedrich Nietzsche
Karl Marx
Freud

Liebe Grüße
nimue

P.S: Natürlich kann man über den einen oder anderen streiten, ob es sich nun um einen Klassiker handelt (z.B. Michael Ende), aber ich definiere solche Autoren auch einfach mal als gültig  :winken:

Offline Ingrid

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Was gehört in die gutsortierte Klassikerbibliothek?
« Antwort #1 am: 25. Juli 2003, 10:50 »
Hallo nimue,

ich würde noch zu deiner Auswahl dazustellen:

Norwegen:

Knut Hamsun
Sigrid Undset
Henrik Ibsen

Schweden:

August Strindberg


Dänemark:

Hans.Christian Andersen
Peter Hoeg (obwohl... zu neu??)

Island:

Halldor Laxness

GB/USA

Thornton Wilder
Somerset Maugham
vielleicht auch Henry Miller oder lieber doch nicht, grübel...


Ingrid

Ps:  Wußtest du, dass mein Lieblingsgedicht von Erich Fried ist? Es heißt: "Das Meer"
Ich träume, also bin ich...

hafis50

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klassiker
« Antwort #2 am: 25. Juli 2003, 11:50 »
zu den klassiker, die heute noch einem breiteren publikum bekannt sind, zählen vieleicht auch:
cervantes
rabelais
swift
defoe
stern, lawrence
maupassant
poe
puschkin
und vielleicht auch das decamerone.
Ich glaube aber, daß eine "gut geordnete" bibiothek, die die "muss-bücher" enthalten soll, zum großen teil werke enthält, die der mehrzehl der menschen unbekannt sind. Popularität und klassiker sind zwei begriffe, die nicht unbedingt sich überschneiden. Im prinzip müßte man all die autoren nennen, die in der schule behandelt werden. Da die meisten menschen sich nicht weiter mit klassischer literatur beschäftigen, müßte der schulkanon die klassiker bezeichnen, die heute noch am bekanntesten sind.
BTW, wenn ich mich richtig erinnere, bezeichnete MRR im spiegel-kanon der schülerlektüre dürrenmatt als "verstaubt".
gruß hafis

hafis50

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klassiker
« Antwort #3 am: 25. Juli 2003, 12:04 »
noch etwas:
warum lagerlöf und lindgren in die liste aufnehmen, aber entsprechende deutsche (u.a.) autoren außen vor lassen? Unter dem gesichtspunkt der popularität müßte man noch das feld der lieder, sagen und märchen abdecken. Zum beispiel mit dt. autoren wie grimm, arnim, chamisso, hauff und hoffmann. (Vielleicht sind nicht immer die namen der autoren bekannt, aber die einzelnen werke)

Offline nimue

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Re: klassiker
« Antwort #4 am: 25. Juli 2003, 13:46 »
Liebe(r) hafis50,

Zitat von: hafis50
warum lagerlöf und lindgren in die liste aufnehmen, aber entsprechende deutsche (u.a.) autoren außen vor lassen? Unter dem gesichtspunkt der popularität müßte man noch das feld der lieder, sagen und märchen abdecken. Zum beispiel mit dt. autoren wie grimm, arnim, chamisso, hauff und hoffmann. (Vielleicht sind nicht immer die namen der autoren bekannt, aber die einzelnen werke)


aber natürlich. Deshalb habe ich auch dieses Topic gestartet. Wenn ich alles selbst aufzählen wollte, hätte ich nicht dazu aufrufen müssen.  :rollen: Und mir war auch nicht bewusst, dass ich euch aufgefordert hätte, einen Autor / eine Autorin außen vor zu lassen.

LG
nimue

Offline sandhofer

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Klassikerbibliothek
« Antwort #5 am: 25. Juli 2003, 13:49 »
Hallo zusammen!
Hallo nimue!

Meine - relativ kleine - Bibliothek umfasst, wenn ich Sach- und Fachbücher abziehe, wohl um die 1000 klassische Werke (nicht Autoren!). Soll ich Dir hier alle aufzählen?  :breitgrins:  Sag jetzt nicht ja - ich habe sie nicht elektronisch erfasst, würde es also trotzdem nicht tun!  :lol:

Abgesehen davon, dass ich einige 'Deiner' Klassiker nicht als solche betrachten würde (z.B. Ende), fehlen mir nur schon unter A:

- Abaelard
- Adler
- Adorno
- Agrippa von Nettelsheim
- Aichinger
- Aischylos
- Albee
- Allende
- Amado
- Andersen
- Andersch
- Angelus Silesius
- Anouilh
- Die Apokryphen
- Aristoteles
- Armin
- Asimov
- Atterbom
- Augustinus



Und ich behaupte nicht, sämtliche Klassiker zu besitzen...  :smile:

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Ingrid

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Was gehört in die gutsortierte Klassikerbibliothek?
« Antwort #6 am: 25. Juli 2003, 14:00 »
Hallo zusammen,

habt ihr euch schon mal gefragt, wo um alles in der Welt die Bibliothek stehen sollte, in der  Bücher von all diesen genannten Autoren und von denen, die noch genannt werden, stehen sollen und welche Größenordnung sie wohl haben müßte :zwinker:  :zwinker:  :zwinker: ?

Ich plädiere auf jeden Fall für eine Leiter, die man dann von einem Regal an das andere schieben kann (so etwa wie auf dem Gemälde von Spitzweg "Der Bücherwurm")



Liebe Grüße
Ingrid
Ich träume, also bin ich...

Offline nimue

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Re: Klassikerbibliothek
« Antwort #7 am: 25. Juli 2003, 14:15 »
Hallo ihr beiden,

Zitat von: sandhofer
Abgesehen davon, dass ich einige 'Deiner' Klassiker nicht als solche betrachten würde (z.B. Ende), fehlen mir nur schon unter A:


Mal davon abgesehen, dass ich die meisten der von Dir genannten nicht kenne, würde ich Allende auch nicht zu den Klassikern zählen *g*

Zitat von: sandhofer
Und ich behaupte nicht, sämtliche Klassiker zu besitzen...  :smile:


Arghs *g* Mir ging es auch nicht darum, sämtliche Klassiker aufzuzählen, sondern darum, dass wir vielleicht eine Liste der Autoren zusammenstellt, die Otto Normalverbraucher zum Angeben zu Hause gesammelt haben sollte. Er wird diese Bücher nie lesen, aber er will damit angeben. Doch er kann nicht mit Nadine Gordimer angeben, weil kein Mensch weiss, dass sie mal den Literaturnobelpreis gewonnen hat (zumindest keiner seiner Besucher). Otto Normalverbraucher hat auch nicht so viel Platz (danke Ingrid!  :winken: ) für Bücher - maximal 200 Autoren / Autorinnen kann er unterbringen, denn der Rest geht für seine Praline-Sammlung drauf. Also müssen wir letztendlich alles was über 200 Namen geht rauskürzen. Wen wir kürzen, bleibt uns überlassen. Also helft doch dem lieben Otto Normalverbraucher!

Jetzt macht euch mal Gedanken über diese Aufgabe. Ich finde das jedenfalls eine witzige Idee.

Liebe Grüße
nimue

Offline JMaria

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Was gehört in die gutsortierte Klassikerbibliothek?
« Antwort #8 am: 25. Juli 2003, 14:18 »
es fehlen die Italiener (außer Dante wurde noch keiner genannt):

Alessandro Manzoni
Italo Svevo
Giovanni Boccaccio
Carlo Goldoni
Giuseppe T. Di Lampedusa
Carlo Levi

Gruß Maria
Aktuell:

Offline Stephan

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Re: Klassikerbibliothek
« Antwort #9 am: 25. Juli 2003, 14:19 »
Hallo zusammen !

lieber Sandhofer, danke für dein 'A' !
Eine Ergänzung: Peter Altenberg
Österreichischer Autor und Lebenskünstler, Jahrhundertwende, Verfasser von wunderbaren Prosaskizzen.

liebe Ingrid,
die richtige Unterbringung und Aufstellung von Büchern wäre einen eigenen Thread wert !
Kennt Ihr das Regal fnpx ?
http://www.adus.de/fnp-regale/de/


Liebe Grüße,
Stephan

Offline sandhofer

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Klassikbibliothek
« Antwort #10 am: 25. Juli 2003, 15:27 »
Hallo zusmmen!

nimue, ich fürchte, ich kann Dir nicht helfen ...  :breitgrins:

Nämlich, ich hab' da so meine eigene Theorie:

Es gibt zur Zeit ca. 500 Klassiker, die der universal gebildete Mensch gelesen haben sollte. Darunter natürlich die Grundlagenwerke der verschiedenen Weltreligionen (Bibel, Koran, Veden, Upanischaden etc. etc....). Darunter wahrscheinlich viele indische, persische, chinesische und japanische Werke, die wir gar nicht oder nur in verstümmelnden Überrsetzungen kennen.

Dann ca. weitere 1000 Werke, die wir als Angehörige der westlichen Zivilisation kennen sollten. Z.B. die 'Legenda aurea' des Jakobus von Voragine.

Dann ca. weitere 1000 Werke, die wir als Angehörige eines (sprachlich definierten) Kulturkreises kennen sollten, z.B. Storm im deutschsprachigen Raum.

Dazu kommen noch etwa 100 Werke von regionaler Bedeutung (z.B. sollte jeder Schwabe den Häberle und den Pfleiderer kennen...)

Summa summarum 2500-3000 Werke.

Deinem Otto Normalverbraucher würde ich anraten, sich entweder Blindbände zuzulegen, hinter denen er seinen Schnaps verstecken kann, oder die Regale mit alten Lexika zu füllen. Die präsentieren ausgezeichnet und sind auf Flohmärkten billig zu haben.  :teufel:

Auf 200 kann ich die Zahl leider nicht reduzieren...

Grüsse

Sandhofer

PS. Danke für die Erinnerung an Altenberg!
PPS. Den Literaturnobelpreis erhalten zu haben, bedeutet für mich nicht automatisch, ein Klassiker zu sein. Wer von Euch hat Spitteler gelesen? Oder Paul Heyse? (Um nur zwei Deutschsprachige zu nennen, die auch wirklich Literatur sind! Mommsen z.B. war Historiker.)
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline nimue

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Re: Klassikbibliothek
« Antwort #11 am: 25. Juli 2003, 15:53 »
Hallo sandhofer,

nun gut, dann warte ich hier einfach mal auf Deine B-Z  :breitgrins:

Liebe Grüße
nimue

hafis50

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klassiker
« Antwort #12 am: 25. Juli 2003, 17:15 »
es ist faglich, ob man 500 oder sogar über 2000 klassiker gelesen haben muß, um als universal gebildet zu gelten. Legte man diesen maßstab an, gäbe es wohl kaum universal gebildete menschen auf diese welt, da kaum jemand es schafft, in seinem leben soviel zu lesen UND gleichzeitig auch zu memorieren.
Und wenn er/sie es geschafft hat, ist möglicherweise schon der alzheimer nahe, sodaß er/sie sich nicht mehr seiner/ihrer weisheit erfeuen kann bzw. mit diesem wissen "angeben" kann  :zwinker: .
Auch ist es zweifelhaft, ob man klassiker nur dazu liest, sich bildung anzueignen (man könnte auch meinen, daß die lektüre allenfalls von fachliteratur bildet!). Man könnte ja auch nur aus vergnügen lesen. Dann wären 100 klassiker im regal noch immer besser als nur lexika.
Wenn die zeit nicht diese hohe zahl an büchern zuläßt, muß man eine entspechende liste herausfiltern. Da die "universalbildung" einem nicht erst mit dem letzten der 2000 bücher zufällt, sonden da sie proportional mit dem lesestoff wachsen sollte, wäre eine weniger als vollkommene bildung erreichbar und gar keiner bildung immer noch vorzuziehen.
Selbst wenn man auf diesen 2000 büchern beharrt, wird man mindestens eine reihenfolge festlegen wollen (das "umfassende", "generelle", "wichtige" zuerst).
Ich denke also, daß wie man es auch wendet, man an irgendeiner reduzierung oder listenbildung nicht vorbeikommt.
Übrigens, wie weiß ich als anfänger eigentlich, was und wieviel ich lesen muß, um als universal gebildet zu gelten? Gibt es hier tatsächlich eine objektivierbare normativität?
gruß hafis

Offline nimue

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Re: klassiker
« Antwort #13 am: 25. Juli 2003, 17:33 »
Hallo hafis50,

ich glaube, Du hast verstanden, worum es mir geht. Ich frage mich, ob ich wirklich so unklar schreibe *g*
Es geht mir um Menschen, die eigentlich keine Ahnung von Klassikern haben, sich aber in Zukunft damit befassen möchten. Ist doch eigentlich löblich. Mir jedenfalls geht es so, dass ich absolut keine Ahnung habe (naja, das wird auch immer besser) und dennoch wüsste ich gerne, womit man anfangen soll. Alles kann man nicht auf Anhieb kennen, aber ich bin mir sicher, es gibt einen gewissen Grundstock für jeden. Und um diesen geht es mir hier.

Liebe Grüße
nimue

_martin

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...
« Antwort #14 am: 26. Juli 2003, 01:42 »
HAllo!

Ich würde auch noch dazustellen:

Heinrich von Kleisth
Max Frisch
Remarque
Vergil
Ovid
Schnitzler