Autor Thema: Juni 2010 - Umberto Eco: Baudolino  (Gelesen 4344 mal)

Offline Jaqui

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Re: Umberto Eco - Baudolino
« Antwort #30 am: 24. Juni 2010, 14:08 »
Auf jeden Fall bin ich dieser Leserunde dankbar, denn ohne sie hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht beendet, mir liegt Fantasy nicht so sehr... Nun bin ich aber froh, daß ich durchgehalten und Umberto Eco's Roman kennengelernt habe.

Da kann ich dir nur zustimmen, ohne die Leserunde hätte ich das Buch schon lange weggelegt und was anderes gelesen.
Fantasy liegt mir schon, aber wenn ich einen historischen Roman lese, dann erwarte ich auch historische Fakten und eine historische Geschichte und nicht seitenweise Fantasyfiguren, die einem Horrorkabinett entsprungen sind.

Aber sag mal, wie lange bist du denn schon fertig?

@josmar: Liest du noch oder hast du das Buch schon beiseite gelegt?

Katrin

Offline thebi

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Re: Umberto Eco - Baudolino
« Antwort #31 am: 24. Juni 2010, 15:20 »
Hallo,
tja, um ehrlich zu sein, ich bin schon seit einigen Tagen fertig und habe mir inzwischen schon zwei "normale" Krimis gegönnt, die brauchte ich dringend nach Don Quijote und Baudolino :zwinker: - einfach mal etwas "Leichtes", um den Kopf wieder frei zu bekommen. Don Quijote war sprachlich etwas anspruchsvoll (habe fast einen Monat daran gelesen) und Baudolino konnte ich auch nicht "einfach so" zwischendurch lesen, sondern brauchte meine Ruhe dafür... Wie geht es Dir, kannst Du Baudolino so quasi nebenbei lesen? Ich glaube, wenn ich ihn nicht am Stück hintereinander gelesen hätte, sondern zwischendurch einige Tage pausiert hätte... ob ich weitergelesen hätte??  :rollen:

Übrigens soviel sei Dir schon einmal verraten: bezüglich des Todes von Friedrich erwartet Dich noch eine große Überraschung!!  :zwinker:

LG Birgit

Offline Jaqui

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Re: Umberto Eco - Baudolino
« Antwort #32 am: 24. Juni 2010, 19:48 »
Hallo Birgit,

So, so, du bist schon länger fertig und sagst das nicht mal  :breitgrins:
Ich habe Baudolino nicht in einem Rutsch gelesen, zwischendurch habe ich zwei Krimis genossen: Stieg Larsson - Verblendung und James Patterson - Die 6. Geisel. Außerdem habe ich immer wieder in Erasmus von Rotterdam von Stefan Zweig gelesen.

Aber nun habe ich Baudolino beendet und der Schluss entschädigt für die zähen Seiten davor. Also mit dem Ende hätte ich nicht gerechnet. Dass ausgerechnet Baudolino seinen Vater umgebracht haben soll erstaunt mich sehr. Den Poet habe ich die ganze Zeit falsch eingeschätzt, dem hätte ich so eine Tat gar nicht zugetraut. Es wäre noch schön gewesen wenn wir erfahren hätten ob Baudolino wieder seine Hypathia gefunden hat und ob sein Kind nun ein Junge oder ein Mädchen geworden ist. Aber ein offenes Ende ist auch ein schönes Ende.

Etwas schade finde ich, dass Eco keinen Anhang geschrieben hat indem er dem Leser sagt was von den geschichtlichen Daten denn nun wahr ist und was nicht. Was Friedrichs Tod angeht so habe ich bei wikipedia gelesen, dass es mehrere Vermutungen gibt was wirklich geschehen ist. Tatsache ist, dass er in einem Fluss gestorben ist, aber keiner weiß wieso. Ist er vom Pferd gestürzt, hatte er einen Herzinfarkt, war das Wasser zu kalt. Wir werden es nie erfahren.

Alles in allem muss ich sagen, dass mir Baudolino mit einigen Abstrichen gegen Ende des Buches sehr viel Spaß gemacht hat. Ein Buch, dass man gelesen haben kann, aber sicher nicht muss und an Ecos Name der Rose kommt es meiner Ansicht nach sowieso nicht ran.

Aber danke für die Leserunde, es hat mir viel Spaß gemacht.

Katrin

Offline thebi

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Re: Umberto Eco - Baudolino
« Antwort #33 am: 25. Juni 2010, 12:49 »
Hallo,

ich fand auch besonders interessant zu erfahren, WO der Gradal letztendlich war und daß sie ihn 15 Jahre mit sich herumgetragen haben, ohne es zu wissen :breitgrins:.

Will uns dieser Roman etwas Bestimmtes sagen? Ich denke, Eco macht sich fast schon lustig darüber, daß die Menschen vermeintliche Heiligtümer verehren, z.B. diesen Gradal, der ja nichts weiter als ein einfacher Kelch von Baudolino's Vater ist. Wie schnell und einfach es war, Reliquen "herzustellen" und teuer zu verkaufen:zwinker:. Baudolino und seine Gefolgsmänner haben einen Großteil ihres Lebens damit verbracht, einem Heiligtum bzw. Johannes hinterherzujagen, von niemand wusste, ob es das Reich Johannes' überhaupt gibt. Und als sie ihr Ziel erreicht hatten, wurde ihnen schnell langweilig und auch der Gral hat ihnen letztendlich nur die Augen darüber geöffnet, daß sie ihn gar nicht wirklich wollen und sie fragen sich, was sie sich eigentlich von ihm erhofft hatten. Sie haben erkannt, daß er ihnen nur Streit und Unglück gebracht hat.

Ja, es wäre schon schön gewesen, zu erfahren, ob Baudolino seine große Liebe wiederfindet und somit einen glücklichen Lebensabend mit seiner Familie verbringt...

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und danke auch Dir für diese Leserunde!
 :winken:
Herzliche Grüße,
Birgit

Offline Jaqui

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Re: Umberto Eco - Baudolino
« Antwort #34 am: 25. Juni 2010, 15:47 »
Hallo Birgit,

Ja, das mit den Reliquien war wirklich sehr eindrucksvoll beschrieben. Was mich aber am meisten gewundert hat war die Leichtgläubigkeit der Menschen. Da kommt einer daher und behauptet dass dies ein Knochen irgendeines Heiligen ist und alle fallen auf die Knie. Und wenn dann ein paar Monate später noch einer daherkommt und das selbe behauptet wird er davongejagt wenn nicht gar schlimmeres. Wieso fragt hier keiner welche Reliquie denn nun die wahre ist?

Aber Eco hat recht. Meist rennen Menschen Träumen hinterher. Wie oft sagt man denn im Leben: Wenn ich das geschafft habe, dann wird das und das so sein. Und wenn dann dieses Ereignis eintrifft ändert sich nichts, im Gegenteil, meist setzt man sich ein neues Ziel damit es besser wird im Leben.

Katrin

Offline josmar

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Re: Umberto Eco - Baudolino
« Antwort #35 am: 25. Juni 2010, 17:58 »
Hallo allerseits,

nein, ich habe den Baudolino zur Seite gelegt! Dann muß ich ihn halt alleine weiterlesen, was allerdings nicht schlimm ist, da das Buch schon auf meiner Leseliste stand.

Vielen Dank für die vielen Anregungen und Gedanken in Euren Beiträgen!

Ein bißchen habe ich den Eindruck, Leserunde sind nicht so das Wahre für mich. Bin lesetechnisch wohl zu lahm! :rollen:

Nette Grüße

josmar

Offline Jaqui

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Re: Umberto Eco - Baudolino
« Antwort #36 am: 25. Juni 2010, 18:17 »
Ein bißchen habe ich den Eindruck, Leserunde sind nicht so das Wahre für mich. Bin lesetechnisch wohl zu lahm! :rollen:

Bei mir kommt es immer auf das Buch an, wenn es mich fesselt lese ich gerne schneller, bei Klassiker brauche ich allerdings immer etwas länger und manche beende ich auch nie.  :winken:

Katrin