Autor Thema: Juni 2010: Die Horen  (Gelesen 6204 mal)

Offline sandhofer

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"Das Spiel in strengster Bedeutung" - 1795, Heft 5.

Sehr Schillerisch in seiner Thematik und Ausführung. Wer allerdings eine Spieletheorie im heutigen Sinne erwartet, wie sie z.B. von Huizinga angedacht worden ist, oder - in ganz anderer Weise - von Berne, oder - nochmals anders - von Wittgenstein, wird enttäuscht. Kinderspiel ist gar nicht der Erwähnung wert. Spiele der Erwachsenen - das ist vielleicht Schach, eher noch die Jagd. Aber das Spiel in strengster Bedeutung ist das - Schauspiel. Womit der Autor dann problemlos auf die Schillersche, an Kant orientierter Analyse anknüpfen kann. Die ästhetische Erziehung des Menschengeschlechts. Eine Enttäuschung, im Grunde genommen. Aber wohl der Zeit und den Umständen geschuldet.
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Offline Lost

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Im zweiten Aufsatz von Wilhelm von Humboldt bin ich über die erste Seite noch hinweg gekommen. Anna Karenina ist eine zu verführerische Frau  :zwinker: Das Thema des Aufsatzes passt aber zu meiner Romanlektüre, wenigstens im Sinn, dass der Roman Humboldt widerlegt.

Offline JMaria

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Hallo,

1795 / 1. Stück / Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen 1 - 9

ich habe mir, Safranski sei Dank, "Romantik" und die Schiller-Biographie als Hilfestellung hergenommen. Soweit ich es aus diesen 7 Briefen erkennen kann, war Schiller seiner Zeit voraus, auch wenn darin Kant'sches Gedankengut vorhanden ist. Scheint, als ob hier Schiller dem Leser die praktische Anwendung zeigt.

Gibt es auch Aufzeichnungen von Schiller über die Französische Revolution?


solche Sätze find ich schwer verständlich, ende 6. Brief:

Kann aber wohl der Mensch dazu bestimmt seyn, über irgend einem Zwecke sich selbst zu versäumen? Sollte uns die Natur durch ihre Zwecke eine Vollkommenheit rauben können, welche uns die Vernunft durch die ihrigen vorschreibt? Es muß also falsch sein, daß die Ausbildung der einzelnen Kräfte das Opfer ihrer Totalität nothwendig macht; oder wenn auch das Gesetz der Natur noch so sehr dahin strebte, so muß es bey uns stehen, diese Totalität in unsrer Natur, welche die Kunst zerstört hat, durch eine höhere Kunst wieder herzustellen.


am schönsten fand ich den  8. Brief.
einige Sätze sind immer noch zeitgemäß und berühren.


Gruß,
Maria
« Letzte Änderung: 9. Juli 2010, 20:08 von JMaria »
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Offline sandhofer

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Gibt es auch Aufzeichnungen von Schiller über die Französische Revolution?

Nicht direkt, iirc. War zu jener Zeit recht gefährlich, sich offen über die Revolution zu äussern ...
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Offline JMaria

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Gibt es auch Aufzeichnungen von Schiller über die Französische Revolution?

Nicht direkt, iirc. War zu jener Zeit recht gefährlich, sich offen über die Revolution zu äussern ...


danke, Sandhofer.
eine Freundin von mir sprach über ein Essay o.ä. indem Schiller als Historiker eine Analyse der Geschehnisse in der Französischen Revolution vornimmt, doch da es bereits Jahrzehnte her ist (Schule), als sie es las, konnte sie mir nicht mehr die Quelle nennen. Ich vermute mal, es sind vielleicht die Gedanken zu einem neuen Menschen, weg von der Barbarei, in der Ästhetischen Erziehung, die sie vielleicht meinte.

Gruß,
Maria
« Letzte Änderung: 9. Juli 2010, 20:11 von JMaria »
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Offline sandhofer

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Re: Die Horen eine Monatsschrift, von einer Gesellschaft verfaßt
« Antwort #20 am: 10. Juli 2010, 06:31 »
eine Freundin von mir sprach über ein Essay o.ä. indem Schiller als Historiker eine Analyse der Geschehnisse in der Französischen Revolution vornimmt, doch da es bereits Jahrzehnte her ist (Schule), als sie es las, konnte sie mir nicht mehr die Quelle nennen. Ich vermute mal, es sind vielleicht die Gedanken zu einem neuen Menschen, weg von der Barbarei, in der Ästhetischen Erziehung, die sie vielleicht meinte.

Könnte sein. Ich bin auch nicht der grosse Schiller-Spezialist. Die "Ästethische Erziehung" ist allerdings keine historische Analyse. Oder Analyse eines Historikers ... hm ...

Im übrigen habe ich den zweiten Band mal begonnen, werde nun aber langsamer weiterkommen. Nach wie vor überrascht mich die relativ grosse Einheitlichkeit der Themen - auch wenn die Qualität der Beiträge doch sehr unterschiedlich ist. Ein gewisses Profil ist dem Beginn der "Horen" jedenfalls nicht abzusprechen.
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Offline JMaria

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Re: Die Horen eine Monatsschrift, von einer Gesellschaft verfaßt
« Antwort #21 am: 10. Juli 2010, 13:46 »
Im übrigen habe ich den zweiten Band mal begonnen, werde nun aber langsamer weiterkommen. Nach wie vor überrascht mich die relativ grosse Einheitlichkeit der Themen - auch wenn die Qualität der Beiträge doch sehr unterschiedlich ist. Ein gewisses Profil ist dem Beginn der "Horen" jedenfalls nicht abzusprechen.


meinst du mit '2. Band' tatsächlich den 2. Band aus dem Schuber?  ( so schnell? :entsetzt:  :zwinker: )
oder das 2. Stück / 1795  (1. Band vom Schuber).

Edit:
habs gefunden. Du meintest den 2. Band im 1. Band  :breitgrins:

diese Hitze

 :urlaub:
 
Maria
« Letzte Änderung: 10. Juli 2010, 14:25 von JMaria »
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Offline sandhofer

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Re: Die Horen eine Monatsschrift, von einer Gesellschaft verfaßt
« Antwort #22 am: 10. Juli 2010, 15:21 »
habs gefunden. Du meintest den 2. Band im 1. Band  :breitgrins:

Ich meinte den zweiten Band des Schubers.  :breitgrins: :winken:
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Offline JMaria

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Re: Die Horen eine Monatsschrift, von einer Gesellschaft verfaßt
« Antwort #23 am: 10. Juli 2010, 15:25 »
habs gefunden. Du meintest den 2. Band im 1. Band  :breitgrins:

Ich meinte den zweiten Band des Schubers.  :breitgrins: :winken:


 :ohnmacht:

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Offline sandhofer

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Re: Die Horen eine Monatsschrift, von einer Gesellschaft verfaßt
« Antwort #24 am: 11. Juli 2010, 05:58 »
:ohnmacht:

Wieso denn? Der Satzspiegel ist sehr grosszügig und ich habe keinerlei Problem mit der gebrochenen Schrift. (Ausserdem habe ich, ehrlich gesagt, die Ausführungen zum Niederländischen Krieg nach den ersten paar Seiten nur noch im Überfliegen zur Kenntnis genommen, da sie für mich keinerlei Interesse hatte. Es ist eine reine Aufzählung der Ereignisse, ohne theoretische Reflexion und ohne nennenswerten literarischen Wert.
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Offline JMaria

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Re: Die Horen eine Monatsschrift, von einer Gesellschaft verfaßt
« Antwort #25 am: 11. Juli 2010, 15:08 »
Hallo sandhofer,

mit der Schrift habe ich keine großen Probleme, außer dass ich etwas langsamer lese als sonst. Mir ist diese Epoche fremd, dafür stosse ich nun auf viele Fragen und auf neue Erkenntnisse über die Mainzer Republik, die Koalitionskriege uvm. Mir ist es ein Bedürfnis mehr über den Rahmen in Goethes "Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter" zu wissen, die sich vom Thema her, an die 'Ästhetische Erziehung des Menschen' annähert:

Vetter Karl
...er hatte sich vielmehr von der blendenden Schönheit verführen lassen, die unter dem Namen Freiheit sich erst heimlich, dann öffentlich so viele Anbeter zu verschaffen wußte, und, so über sie auch die eiinen behandelte, von den anderen mit großer Lebhaftigkeit verehrt wurde...

mir gefällt die Leichtigkeit mit der Goethe das Thema aufgreift und so ernst das Thema auch ist, lässt Goethe den Humor nicht außer Acht:

Baroness
Nun mußt e sie sich unerwartet als Führerin einer kleinen Karavane darstellen und wußte auch diese zu leiten, für sie zu sorgen und den guten Humor, wie er sich zeigte, in ihrem Kreise, auch mitten unter Bangigkeit und Noth zu unterhalten.


Not  und begrenzter Raum  ist kein Garant für Duldsamkeit.

Bin sehr positiv überrascht von den Unterhaltungen...

hier ein Aquarell von Goethe:

Freiheitsbaum

Viele Grüße
Maria
« Letzte Änderung: 11. Juli 2010, 15:12 von JMaria »
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Offline sandhofer

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Re: Die Horen eine Monatsschrift, von einer Gesellschaft verfaßt
« Antwort #26 am: 11. Juli 2010, 19:22 »
mir gefällt die Leichtigkeit mit der Goethe das Thema aufgreift und so ernst das Thema auch ist, lässt Goethe den Humor nicht außer Acht:

Ich lese die Unterhaltungen nun zum dritten Male (allerdings zum ersten Mal in der abgehackten Version der Zeitschriftenpublikation). Und mir gefallen sie diesmal eher wenig. Humor bei Goethe? So verschieden sind die Geschmäcker. Ich finde in der Beschreibung der Baroness so gar nichts von Humor. (Wie ich im ganzen Goethe - vielleicht den Faust (beide Teile, aber v.a. Teil II) ausgenommen - so gar keinen Humor feststellen kann. Selbst seine Briefe sind meist gravitätisch, bestenfalls altmännlich bieder wie die an Zelter.)
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Offline sandhofer

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Re: Die Horen eine Monatsschrift, von einer Gesellschaft verfaßt
« Antwort #27 am: 18. Juli 2010, 09:07 »
Zufällige Ergießungen eines einsamen Denkers in Briefen an vertraute Freunde (1. Jahrgang, 8. Stück)

Man lasse sich vom Beginn nicht abschrecken. Der Autor kommt über die Hinrichtung von Ludwig auf Lear und die beiden Ödipus-Dramen von Sophokles, ohne wirklich Gescheites und Interessantes darüber auszusagen. Dann allerdings, ausgehend vom Thema "Meynungen" entwickelt Friedrich Heinrich Jacobi eine Zeichen- bzw. Kommunikationstheorie, oder wenigsten erste Ansätze dazu, die einer Weiterführung würdig wären. Ich weiss nicht, ob der Konstruktivismus je auf Jacobi zurückgegriffen hat, er hätte es tun können. "Ein ganz leeres Wort ist ein Unding" - klein ist da der Schritt zum "Man kann nicht nicht-kommunizieren".
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Offline JMaria

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Re: Die Horen eine Monatsschrift, von einer Gesellschaft verfaßt
« Antwort #28 am: 20. Juli 2010, 09:00 »
Es ist ganz interessant, eine solche Zeitschrift mal sozusagen aus der Sicht und in der Art und Weise der ursprünglichen Rezipienten zu lesen. Inkl. der Tatsache, dass ich mir nicht einmal die Mühe geben werde, die Autoren der ja anonym publizierten Artikel zu eruieren. (Deinen Humboldt-Artikel lese ich übrigens jetzt als nächsten.)

beim Lesen "Über Belebung und Erhöhung des reinen Interesse für Wahrheit" ist mir bewußt geworden, dass es mich stört, nicht zu wissen, wer den Artikel geschrieben hat.

Das 1. Stück (Heft) habe ich beendet.

Viele Grüße
Maria
« Letzte Änderung: 20. Juli 2010, 09:01 von JMaria »
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Offline JMaria

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Re: Die Horen eine Monatsschrift, von einer Gesellschaft verfaßt
« Antwort #29 am: 21. Juli 2010, 08:54 »
1795 // 2. Stück // II Ideen zu einer künftigen Geschichte  der Kunst.

Frage:
Ist es dieser J.H. Meyer ..... http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Heinrich_Meyer_(Maler) ..... ?
Es ist kaum etwas zu finden über den Autor des Beitrags.

Edit:
Goethes Beiträge finde ich im Moment erfrischend unterhaltsam zwischen den philosophischen Aufsätzen. Das Thema "Freiheit"(des Denkens) zieht sich bisher wie ein roter Faden durch Heft 1 und Heft 2 schließt sich an mit Goethes Fortsetzung seiner "Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter".

Gruß
Maria
« Letzte Änderung: 21. Juli 2010, 09:23 von JMaria »
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