Hallo finsbury,
Oswald von Wolkenstein und Neidhard von Reuental kenne ich nur vom Namen her. Ich werde mir die Biographien aber vormerken.
Dieter Kühns Tristan-und-Isolde-Übersetzung fand ich großartig:


Aber nicht nur die Übersetzung mit der hinzugedichteten Parallelhandlung, sondern den ganzen gewaltigen Stoff! Der muss sich hinter dem Niebelungenlied nicht verstecken... ich sollte vorsichtig sein mit dem Vergleich zweier großartiger aber verschiedener Dichtungen...
Die Dichtungen dieser Zeit sind gewaltig und wer da sagt, das Mittelalter war dunkel, sollte diese Dichtungen lesen, sich die Dome und Kirchen dieser Zeit ansehen, die Buchmalereien und Miniaturen und wird merken, was es für großartige Kunst hervorgebracht hat! Je mehr ich mich damit beschäftige, um so mehr muss ich mein Bild, das ich vom Mittelalter hatte, revidieren und entdecke so großartige Dinge!
Die Liebeslyrik z.B. kann mit den besten Dichtungen der Neuzeit mithalten (wo nicht nur die hohe Minne besungen wird). Andere Dichtungen sind auch gesellschaftskritisch, z.B. erwarte ich dies vom Willehalm. Das Mittelhochdeutsche kommt mir wie geschaffen für lyrischen Dichtungen vor... Und Geschichte aus erster Hand zu erfahren, sozusagen von den Chronisten dieser Zeit, ist ja eine der schönsten Lernerfahrungen!
In dir werde ich sicher einen aufmerksamen Kritiker finden, der mich hier berät und auch mal bremst, wenn die Phantasie nicht mehr zu zügeln ist und ins Kraut schießt. Schön, sich mit solchen Dingen beschäftigen zu können!
Grüße, FA