Autor Thema: Juli 2010: Meyer:Jürg Jenatsch  (Gelesen 4155 mal)

Offline finsbury

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Re: Conrad Ferdinand Meyer: Jürg Jenatsch
« Antwort #15 am: 25. Juli 2010, 09:43 »
Hallo Maria,

danke für den interessanten link zum Hörspiel. Das werde ich mir in der nächsten Woche anhören! Falls ich den Dialekt verstehe ... . Ich bin mit dem Roman fertig, schreibe aber erst später eine Schlussstellungnahme, weil ich mich erstmal noch ein bisschen zu Jenatsch und Meyer informieren will.
Das Ende mit Schrecken ist ein sehr konsequentes Ende und passt zu Jenatsch und Lucretia, allerdings nichts für "helle" Romantiker.
Ein derart gebrochener Held wie Jenatsch ist mir selten begegnet, da hast du schon Recht.
Danke für die Parallelen in den angesprochenen Kunstwerken. Das habe ich bis auf den Corneille glatt überlesen: Zu Corneille steht in meinen Anmerkungen, dass sich die Anspielung auf den "Cid" bezieht, den spanischen Freiheitskämpfer, der auch den Vater seiner Geliebten, allerdings unabsichtlich, ermordete und durch den Kampf fürs Vaterland die Blutschuld löst.

Bis bald

finsbury
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Offline JMaria

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Re: Conrad Ferdinand Meyer: Jürg Jenatsch
« Antwort #16 am: 25. Juli 2010, 12:53 »
Hallo finsbury,


Ich komme zum 11.Kapitel und C.F. Meyer versteht es die Spannung zu steigern. Jenatsch Verrat an den guten Herzog wurde dem Leser nun chronologisch in engem Zeitraum zugeführt:

Als Beispiel ein Zitat, Kapitel 8:
Wenige Tage später, den 19. März, eilte der gelehrte Ritter Fortunatus Sprecher ....
usw...

zuvor die Bemühungen des Offiziers Wertmüller, den Verrat aufzudecken. Alles sehr zügig erzählt. Toll.

Wie zweischneidig doch das Wort „Verrat“ ist!
Verrat an den Herzog, Verrat den Jenatsch an sich selbst begeht, immerhin ist er im protestantischen Glauben erzogen worden, Verrat an seine Liebe... Doch kein Verrat an sein Volk? Darum drehen sich meine Gedanken.

Die Sehnsucht nach Freiheit geht hier über Machtgepräge und Religion, wenn man bedenkt, dass auch Lukretia sich bereit erklärte Jenatsch zu helfen. An dieser Stelle wird sie eine „Bünderin“ (Reclam S. 189, III/6. Kapitel) genannt, somit tut sie es nicht nur aus Liebe zu Jenatsch, das gleiche gilt für den katholischen Pater Pankraz.


Jenatsch Entscheidung die Fronten zu wechseln, bringt auch menschliche „Ratten“ aus den Löchern, wie Rudolf Planta, der noch ein Geschäft wittert:
...Wir essen jetzt das Brot desselben Herrn. ... sagt Rudolf Planta zu Jenatsch, das ihm bitter ankommt. (Reclam, S. 221,  Ende III/9. Kapitel)


Kann man Jürg Jenatsch einen faustischen Menschen nennen? (Reclam S. 213, das Volk glaubt es wohl). Er tut alles für seine (fanatische) Überzeugung, dennoch müsste er, wenn er das Ziel erreicht, befriedigt sein. Aber soweit bin ich noch nicht.


Zitat
Zu Corneille steht in meinen Anmerkungen, dass sich die Anspielung auf den "Cid" bezieht, den spanischen Freiheitskämpfer, der auch den Vater seiner Geliebten, allerdings unabsichtlich, ermordete und durch den Kampf fürs Vaterland die Blutschuld löst.


eine aufschlussreiche Info. Danke. Ich vermisse Fußnoten oder zumindest „Anmerkungen“ im Anhang. Es ist nur ein Nachwort vorhanden über die geschichtlichen Ereignisse.

Ich schätze, ich werde heute noch fertig mit dem Buch.

Edit:
was mir noch aufgefallen ist:
Jenatsch ist nun in scharlachrot gewandet. Das könnte auf seine neue herrschaftliche Machtstellung hinweisen, aber bedeutet "rot" auch Sünde und Gefahr.
 

Viele Grüße
Maria
 


« Letzte Änderung: 25. Juli 2010, 14:27 von JMaria »
Aktuell:

Offline JMaria

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Re: Conrad Ferdinand Meyer: Jürg Jenatsch
« Antwort #17 am: 26. Juli 2010, 09:24 »
Das Ende mit Schrecken ist ein sehr konsequentes Ende und passt zu Jenatsch und Lucretia, allerdings nichts für "helle" Romantiker.

absolut ! Von dunkler Natur ist dieser Historienroman, vermittelt er eine ungeheure Kraft in einer ausgesprochen schönen Sprache.
Seltsamerweise kann ich Jenatsch besser verstehen als Lukretia, die ihre Hände für die Rache als rein betrachtet. Geht hier Blutrache wieder vor Gottes Gesetz "Mein ist die Rache"?

Jenatsch Skrupellosigkeit in seinem Befreiungskampf war so ungewöhnlich nun auch nicht. Sogar dem französischen König Heinrich IV (im Grunde ein Hugenotte) war ein paar Jahrzehnte zuvor Paris eine Messe wert, als er zum katholischen Glauben übertritt. Kardinal Richelieu folgte auch nicht seinem Glauben, sondern den polititschen Ränkeschmieden, die er selbst schnürte.

Wie gesagt, Lukretia bleibt mir in ihrer Handlung fremd.
Die Nebenfigur Wertmüller wird zweimal als Hexenmeister und Zauberer bezeichnet. Hier habe ich das Gefühl, dass mir ein Hinweis entgangen ist.

finsbury, dein Lesevorschlag war goldrichtig. Die Leserunde hat mir ein neuen Schriftsteller beschert, den ich unbedingt weiterlesen möchte.

Viele Grüße
Maria

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Offline finsbury

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Re: Conrad Ferdinand Meyer: Jürg Jenatsch
« Antwort #18 am: 27. Juli 2010, 10:58 »
Hallo Maria,
gestern hatte ich einen Unfall, hänge daher mit  meinen Recherchen zurück.


Seltsamerweise kann ich Jenatsch besser verstehen als Lukretia, die ihre Hände für die Rache als rein betrachtet. Geht hier Blutrache wieder vor Gottes Gesetz "Mein ist die Rache"?

Ja, so geht es mir auch, wobei ich allerdings glaube, dass Lukretia Jenatsch nicht getötet hätte, wenn sie nicht sicher gewesen wäre, dass er sowieso stürbe:

In Verzweiflung richtete sie sich auf, sah Jürg schwanken, von gedungenen Mördern umstellt, von meuchlerischen Waffen umzuckt und verwundet, rings und rettungslos umstellt. Jetzt, in traumhaftem  Entschlusse, hob sie mit beiden Händen die ererbte Waffe und traf mit ganzer Kraft das teure Haupt. Jürgs Arme sanken, er blickte die hoch vor ihm Stehende mit voller Liebe an, ein düsterer Triumph flog über seine Züge, dann stürzte er schwer zusammen.

Vielleicht ist es so verständlicher, wenn man annimmt, dass Lukretia in der Ausweglosigkeit der Situation beschlossen hatte, dass er nicht durch die Waffen seiner in ihren und seinen Augen nicht ebenbürtigen Feinde sterben dürfe, sondern dann lieber durch ihre Hand, da sie als einzige wirkliches Recht (nach mittelalterlichem Verständnis) an seinem Tod hatte und ihm dadurch auch einen ehrenvollen Abgang bescherte. Daher auch seine Reaktion.

Jenatsch Skrupellosigkeit in seinem Befreiungskampf war so ungewöhnlich nun auch nicht. Sogar dem französischen König Heinrich IV (im Grunde ein Hugenotte) war ein paar Jahrzehnte zuvor Paris eine Messe wert, als er zum katholischen Glauben übertritt. Kardinal Richelieu folgte auch nicht seinem Glauben, sondern den polititschen Ränkeschmieden, die er selbst schnürte.

So ähnlich sehe ich das auch: Jenatsch war ein ganz gewöhnlicher Machtpolitiker, und dieses Moralisieren bezüglich des Betrugs am Herzog sehe ich als relativ schwach motiviert: Er hatte diesen schließlich deshalb unterstützt, weil er sich dadurch Freiheit für die Bünde versprach. Als diese sich als
von französischer Seite unerwünscht herausstellte, war es (aus Sicht des Realpolitikers) sein gutes Recht, sich andere Verbündete zu suchen, um sein Ziel zu erreichen. Dass er dabei den Herzog hinhielt und hinters Licht führte, ist sicher nicht die feine Art, aber anders hätte er keine Möglichkeit gehabt, sein Ziel zu erreichen.

Die Ursache ist wohl, dass Meyer in seinem Leben politisches und öfffentliches Handeln oft als unmoralisch und korrupt erlebt hat: Als junger Mann unternahm er z.B. eine Reise nach Paris und war von dem Handeln und Denken der Menschen dort derart abgestoßen, dass er schnell in seine Heimat zurückkehrte.
Er hatte auch eine schwierige Jugend, in der er sich auf sich selbst zurückzog und lange Jahre unfähig war, in der Gesellschaft zu agieren und einen Beruf zu erlernen. Eine große Erbschaft ermöglichte ihm schließlich, auch weiterhin Privatier zu bleiben und dann später zu seinem wahren Beruf, dem Schreiben zu finden.

Das Problem von Moral und Realpolitk bestimmt viele seiner Werke, z.B auch die Novellen " Der Heilige" und "Die Versuchung des Pescara".

Die Nebenfigur Wertmüller wird zweimal als Hexenmeister und Zauberer bezeichnet. Hier habe ich das Gefühl, dass mir ein Hinweis entgangen ist.
Es wird ein paarmal erwähnt, dass Wertmüller sich einen Spaß daraus macht, astrologische Zeichen zu bemühen und Kartentricks usw. durchzuführen. Allerdings nur in Kreisen, die nicht mit dem Herzog in Verbindung stehen. Wertmülller ist sowieso ein interessanter Charakter, in dem sich unbedingte Treue mit einigen lasterhaften und auch misanthropen Zügen paaren. Eigentlich ähnlich wie Jenatsch, nur dass sich dessen unbedingte Treue auf die Freiheit seiner Bünde bezieht. Daneben hatte er aber auch Spaß am Töten und bereicherte sich durch seine Stellung.
 
finsbury, dein Lesevorschlag war goldrichtig. Die Leserunde hat mir ein neuen Schriftsteller beschert, den ich unbedingt weiterlesen möchte.


das freut mich! Mir geht es ebenso. Eigentlich war mir Meyer nur eingefallen, weil ich meinen diesjährigen Urlaub in der Schweiz verbringe(n möchte, je nachdem, was der Arzt nun dazu sagt).
Jetzt aber habe ich wieder Lunte gerochen und mit den Gedichten begonnne, von denen viele wunderschön sind und von einer einzigartigen Sprachkunst: Tipp: Schwarzschattende Kastanie, Eingelegte Ruder, Zwei Segel

Auch die in meiner Ausgabe enthaltenen Novellen will ich nun noch (einmal) lesen. Ich beginne mit dem "Schuss von der Kanzel" und empfehle dir, wenn du weiter Meyer lesen weillst, auch damit weiterzumachen, weil diese Novelle in der gleichen Zeit spielt und durch die Person des Wertmüller mit dem Jenatsch verknüpft ist.

Vielen Dank, es war eine sehr schöne, kleine, aber feine Leserunde!

finsbury
« Letzte Änderung: 27. Juli 2010, 11:02 von finsbury »
Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene
Meer in uns. (Kafka)

Offline sandhofer

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Re: Conrad Ferdinand Meyer: Jürg Jenatsch
« Antwort #19 am: 28. Juli 2010, 05:26 »
Hallo zusammen!

Ich freue mich, dass Euch C. F. Meyer, der einer meiner absoluten Lieblinge ist, so gefallen hat. Leider hatte ich keine Zeit, auch nur einen Blick in Jörg Jenatsch zu werfen, um ein paar sinnvolle Worte beitragen zu können. Ja, von Meyer lohnt sich fast alles: seine Gedichte, seine Balladen, seine Novellen. Ich wünsche Euch weiterhin viel Spass beim Entdecken dieses Autors!  :winken:

Grüsse

sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline JMaria

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Re: Conrad Ferdinand Meyer: Jürg Jenatsch
« Antwort #20 am: 28. Juli 2010, 08:21 »
  Ja, von Meyer lohnt sich fast alles: seine Gedichte, seine Balladen, seine Novellen. Ich wünsche Euch weiterhin viel Spass beim Entdecken dieses Autors!  :winken:
 

Danke, sandhofer  :winken:

@finsbury,
was machst du für Sachen ! Wie geht es dir? Ich hoffe, dein Unfall ist nicht zu arg gewesen.

Zitat von: finsbury
Vielleicht ist es so verständlicher, wenn man annimmt, dass Lukretia in der Ausweglosigkeit der Situation beschlossen hatte, dass er nicht durch die Waffen seiner in ihren und seinen Augen nicht ebenbürtigen Feinde sterben dürfe, sondern dann lieber durch ihre Hand, da sie als einzige wirkliches Recht (nach mittelalterlichem Verständnis) an seinem Tod hatte und ihm dadurch auch einen ehrenvollen Abgang bescherte. Daher auch seine Reaktion.

Es hat gut getan, nochmals den Text mit deinen Hervorhebungen zu lesen und deinen Kommentar dazu. Das versöhnt mich mit der Figur Lukretia, denn ich meine, du hast das ganz richtig erkannt.

Auch der Begriff "Realpolitiker" auf Jenatsch trifft es genau, auch sah Jenatsch in sich selbst ein Heiland für sein Land, das geht aus den Worten hervor, als er Jesu Worte benutzt, "Es jammert mich des Volks"....

Im Nachwort heißt es bei mir noch:
In Meyers Roman wird in allen politischen Gesprächen der europäische Grundkonflikt thematisiert.

Viele Grüße
Maria
Aktuell:

Offline JMaria

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Re: Conrad Ferdinand Meyer: Jürg Jenatsch
« Antwort #21 am: 28. Juli 2010, 09:09 »
Noch ein Nachtrag:

3Sat bringt eine Dokumentation über den Dreißigjährigen Krieg:

•Samstag, 7. August 2010
in der Nacht auf Sonntag

Teil 1: Mythos Wallenstein, 2.20 Uhr
Wdh. 11.08.2010, 1.50 Uhr

Teil 2: Kampf der Giganten, 3.05 Uhr
Wdh. 11.08.2010, 2.35 Uhr

Teil 3: Ende eines Rebellen, 3.50 Uhr
Wdh. 11.08.2020, 3.20 Uhr

zu unkommoder Nachtzeit ;-)

http://www.3sat.de/page/?source=/specials/thementage/138958/index.html


Gruß,
Maria
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Re: Conrad Ferdinand Meyer: Jürg Jenatsch
« Antwort #22 am: 28. Juli 2010, 21:44 »
Nochmals Hallo,

ich habe ca. die Hälfte nun von "Schuss von der Kanzel" gelesen. Wertmüllers Figur nochmals so auszufüllen ist beachtlich gut. Wertmüller sieht Jenatsch im Traum:

'Kleiner Wertmüller', sagt er, 'stell dich einmal auf die Zehen und sieh, wer da vorn aufgebahrt liegt.'—Jetzt unterscheide ich deutlich in den Ecken des Bahrtuches den Namenszug und das Wappen des Jenatschen, und im gleichen Augenblicke wendet er, neben mir stehend, mir das Gesicht zu—fahl mit verglühten Augen. 'Donnerwetter, Oberst', sag ich, 'Ihr liegt dort vorn unter dem Tuche mit Euern sieben Todeswunden und führt hier einen Diskurs mit mir! Seid Ihr doppelt? Ist das vernünftig? Ist das logisch? Schert Euch in die Hölle, Schäker!' Da antwortete er niedergeschlagen: 'Du hast mir nichts vorzurücken—mach dich nicht mausig. Auch du, Wertmüller, bist tot.'"

weißt du in welchen blutigen Feldzug Wertmüller ziehen muß? Er ist nun ca. 60 Jahre alt, es muß ca. 1680 sein? Ich habe hier nur das ebook und kein Nachwort.

Grüße von
Maria
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Re: Conrad Ferdinand Meyer: Jürg Jenatsch
« Antwort #23 am: 29. Juli 2010, 13:31 »
Hallo Maria und sandhofer,

@sandhofer, vielen Dank für deinen Gruß und ja, an Meyer werden wir sicher noch viel Freude haben. Keller, um bei den Schweizer Realisten zu bleiben, schätze ich übrigens auch sehr; Er schreibt für meinen Geschmack aber manchmal zopfiger als Meyer.

Maria,
danke für die Erkundigung. Ich hab mir bös den rechten Fuß vertreten, aber zum Glück keinen Bänderriss, sondern nur eine massive Überdehnung. Nun darf ich in Urlaub fahren, aber das mit der Wanderei im Wallis, die wir uns vorgenommen haben, wird wohl nur eingeschränkt möglich sein.


ich habe ca. die Hälfte nun von "Schuss von der Kanzel" gelesen.
weißt du in welchen blutigen Feldzug Wertmüller ziehen muß? Er ist nun ca. 60 Jahre alt, es muß ca. 1680 sein? Ich habe hier nur das ebook und kein Nachwort.


So weit wie du bin ich noch lange nicht, weil ich zu den Arzterminen immer einen Taschenkrimi und nicht meine Werkausgabe mitgenommen habe.

Zu dem Feldzug habe ich im "Großen Kulturfahrplan" nur folgenden Eintrag gefunden, der eventuell Wertmüllers Teilnahme erforderte:

1681: Frankreich annektiert (seit 1679) durch die "Reunionen"linksrheinische Gebiete einschließl. Straßburg.

Das ist zumindest in der Nähe der Schweiz ... . 1683  beginnen dann die Kriege gegen die Osmanen in Österreich, vielleicht hatte der historische Wertmüller auch damit zu tun.

Es ist interessant, dass Meyer auch einen so humoresken Ton wie im "Schuss" anschlagen kann. Die Meinung, dass dieser eine Ausnahme in seinem Werk sei (KLL und Einleitung zur Aufbau-Ausgabe) teile ich allerdings nicht ganz, denn im Jenatsch sind ja auch einige Personen, z.B. Fausch,  Pater Pankraz und eben auch Wertmüller durchaus mit karikierenden Zügen ausgestaltet. Außerdem las ich mal in frühester Jugend den"Pagen Leubelfing", auch als "Gustav Adolfs Page" bekannt und meine mich zu erinnern, dass diese Novelle ebenfalls burleske Züge hat, da es um einen Geschlechtertausch geht.

finsbury
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Offline JMaria

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Re: Conrad Ferdinand Meyer: Jürg Jenatsch
« Antwort #24 am: 31. Juli 2010, 08:00 »

  1681: Frankreich annektiert (seit 1679) durch die "Reunionen"linksrheinische Gebiete einschließl. Straßburg.

Das ist zumindest in der Nähe der Schweiz ... . 1683  beginnen dann die Kriege gegen die Osmanen in Österreich, vielleicht hatte der historische Wertmüller auch damit zu tun.
 


vielen Dank, finsbury und ich wünsche dir trotz Handicap einen schönen Urlaub.  :winken:

Viele Grüße
Maria
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Offline finsbury

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Re: Conrad Ferdinand Meyer: Jürg Jenatsch
« Antwort #25 am: 31. Juli 2010, 16:29 »
Hallo Maria,

gern geschehen. Melde mich dann bis zum 17.8. ab. Einen schönen August wünscht

finsbury
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Offline JMaria

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Re: Juli 2010: Meyer:Jürg Jenatsch
« Antwort #26 am: 31. Juli 2010, 18:41 »

es gibt eine Rose, die nach dem Schriftsteller benannt wurde....

Conrad Ferdinand Meyer:
http://www.namen-der-rosen.de/conradfmeyer.html

Übrigens, diese schöne Webseite gehört Steffi  :winken:

Gruß,
Maria
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Re: Conrad Ferdinand Meyer: Jürg Jenatsch
« Antwort #27 am: 4. August 2010, 09:45 »
Es ist interessant, dass Meyer auch einen so humoresken Ton wie im "Schuss" anschlagen kann. Die Meinung, dass dieser eine Ausnahme in seinem Werk sei (KLL und Einleitung zur Aufbau-Ausgabe) teile ich allerdings nicht ganz, denn im Jenatsch sind ja auch einige Personen, z.B. Fausch,  Pater Pankraz und eben auch Wertmüller durchaus mit karikierenden Zügen ausgestaltet. Außerdem las ich mal in frühester Jugend den"Pagen Leubelfing", auch als "Gustav Adolfs Page" bekannt und meine mich zu erinnern, dass diese Novelle ebenfalls burleske Züge hat, da es um einen Geschlechtertausch geht.


ich habe den "Schuss..." beendet und muß dir zustimmen, der leichtlebige Ton, hat mir das "Abschiednehmen" von Wertmüller schwer fallen lassen. Eine schöne humoristische Novelle.

mal schauen, welche Erzählung ich mir als nächstes vornehme.

Viele Grüße
Maria
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