So - ich habe nun einen zweiten Anlauf mit dem dritten Gesang gewagt und bin diesmal über die erste Seite (sogar Strophe) hinausgekommen!

Diese - die mit den am Strand reitenden Brüdern - war allerdings wieder ein Fall von "Was, um Himmels Willen, will mir der Autor damit sagen??". Vielleicht bin ich wirklich zu dumm, oder ich habe noch immer eine ganz falsche Herangehensweise, aber für mich ist das Lesen nach wie vor Anstrengung pur. Ich habe auch schon versucht, die Sache ganz anders anzupacken, die kognitive Hirnhälfte mehr oder weniger auszuschalten und mich stattdessen einfach dem "Flow" hinzugeben, alles ganz passiv wirken zu lassen und danach erst nachzuschauen, was an Eindrücken übrig bleibt ... klappt so ganz ohne Drogen leider auch nicht recht.

Ich glaube, um wirklich eine Aussage herausziehen zu können, müsste ich ständig innehalten, reflektieren und recherchieren ... aber um mich für so eine Prozedur zu motivieren, gefällt es mir leider einfach nicht gut genug.

Sandhofer, hast du den Schreibstil überhaupt nicht anstrengend gefunden?
Doch. Ich habe allerdings auf Französisch gelesen, wo so etwas eher "gepflegt" wirkt und gepflegt wird; auch ist das Französische schlussendlich meist doch einfacher als das Deutsche, weil da das Verb immer an gleicher Stelle steht, was das Erfassen von Schachtelhalmsätzen à la Lautréamont erleichtert.
Darum beneide ich dich. Gerade wenn die Sprache so ins Gewicht fällt wie offenbar hier, könnte ich gerne im Original lesen. Für mich kommt da nur Englisch in Frage, und selbst da gehen richtig schwierige Sachen nicht mehr sinnerfassend
und flüssig gleichzeitig.
Die zweite Strophe (mit der tanzenden Wahnsinnigen) verspricht wieder zugänglicher zu werden, damit tue ich mich bisher leichter. Überhaupt scheine ich mit den realistischeren Strophen besser zurecht zu kommen, die allzu surrealen bekomme ich irgendwie nicht richtig zu fassen.
Ich würde wirklich lieber mehr zum Inhalt als über meine Schwierigkeiten mit dem Buch posten, aber das eine verschleiert mir das andere leider ziemlich ...