Auf der Onlineseite der FAZ ist ein Interview mit Fritz Raddatz und sind Auszüge aus den Tagebüchern zu lesen.
Ich frage mich nun, ob ich mich darüber freuen soll, dass meine Abneigung über den Literaturbetrieb bestätigt ist, oder mich ärgern soll, dass meine Befürchtungen noch übertroffen werden.
Nichts gegen Eitelheiten, aber hier wird doch nur ein selbstverliebter und selbstreflektierender Haufen von Pseudointellektueller vorgeführt. Ist das wirklich der Kreis, der über die zeitgenössische Literatur bestimmt?
Mir bereitet der ganze Literaturbetrieb immer größeres Unbehagen und ich muss Lost zustimmen. Ich suche mir meine Bücher immer öfter selbst, stöber dabei durch das weltweite Netz unter anderem auch hier im Forum und bestelle dann. Mache ich mal einen Fehlgriff, ist es nicht schlimm. Ich muss ja nichts auslesen. Wenn das, was ich dann gern lese (auch hier) verrissen wird, auch nicht schlimm, Hauptsache mir gefällts. Das ich auf jemand höre, der/die mir sagt, was richtige Literatur ist, habe ich mir abgewöhnt. Was richtige Literatur ist, überlasse ich der Wertung meines Geschmackes. Auch er ist fehlbar aber lernt hinzu. Aber ich mistraue nicht nur den Kritikern und Feuilletonisten, sondern auch den Bestsellerlisten und Bücherstapeln im Kassenbereich von Buchhandlungen. Je mehr Superlative, umso vorsichtiger werde ich. Wer weiß schon so genau, wie Kritiker ihr Geld verdienen...
Einzig hilfreich finde ich noch Listen von bestimmten anerkannten Buchpreisen (die gibt es wohl in allen Ländern...) und was sich in Foren und anderen Netzseiten findet. Die Lesereihe an der hiesigen Universität gibt es leider nicht mehr, deren Germanist hatte einen Riecher für gute Autor(Inn)en.
FA