Hallo,
nach langer Pause habe ich letzte Woche nun auch den Roman beendet. Er lässt mich ähnlich ratlos zurück wie einige von euch auch. Nun habe ich den Roman ohne Kommentar gelesen, was einerseits die Schwierigkeiten erhöht, andererseits ein wenig den detektivischen Sinn herausfordert und auch daz uführt, dass man versucht, das Ganze nachzuvollziehen, anstatt das einzelne Detail würdigen zu können.
Was bleibt nun für mich?
Eine Kernstelle scheint mir folgende (im Letzten Viertel im Zusammenhang mit Karl dem VI.) zu sein:
Warum verweilten die Leuchtenden nicht unter den mühsamen Lichtziehern?
Darum scheint es in dem ganzen Roman zu gehen: Dass wir alle gerne Leuchtende sein wollen, es aber bei den meisten nur zu den Lichtziehern reicht. An dieser Diskrepanz geht Malte fast zugrunde und aus dieser Perspektive muss man auch seine Beobachtungen der Pariser Bevölkerung, seine Kindheitserinnerungen und seine historischen Reminiszenzen sehen: Die Leuchtenden, das sind z.B. der Großvater und sein starker Tod, das ist z.B. Beethoven, das wünscht sich Malte sehnlichst selbst zu sein. Dabei bedeutet Leuchten nicht, ein schönes Leben zu führen: Gerade die großen Leider wie eben der Großvater oder Beethoven, auch der wahnsinnige König Karl VI. sind für Malte die Leuchtenden, weil sie sich nicht beirren lassen.
Aber ich kann damit natürlich auch ganz falsch liegen. Habt ihr andere Interpretationsansätze?
finsbury