Guten Morgen, liebe Lateinklasse!
Habt Ihr Eure Lektüre präpariert?

Im Vorwort meiner Ausgabe (dtv-TB) klärt Niklas Holzberg zunächst einmal über den Stand der römischen Dichtkunst im Zeitalter des Augustus auf. Neben den Elegikern (v.a. Tibull und Properz werden genannt; vermisst habe ich Catull), die sich über den Liebesdienst an ihrer
domina oder
puella verbreiteten, war Vergils episches Werk "Aeneis"
die staatstragende Dichtung unter Augustus. Interessantes Detail: Holzberg nennt dieses Zeitalter, das den Römern als "Goldenes" galt, eine Phase der Restauration römischer Stärke - ein Detail, das ich aus dem Latein- und Geschichtsunterricht längst verdrängt hatte.
Auch Ovid hat mit elegischen Werken begonnen, dann aber mit den "Metamorphosen" etwas sehr revolutionäres geschaffen: Ein Epos in Hexametern (dem epischen Versmaß), das in weiten Teilen elegische Inhalte wiedergab, ohne sich des Versmaßes der Elegie (des sog. Distichons) zu bedienen (so zumindest habe ich Holzberg verstanden). Und: Im Gegensatz zu Vergils "Aeneis" sind die "Metamorphosen" alles andere als staatstragend, behauptet Holzberg. Nun ja, wir wissen, dass Ovid seine letzten Jahre in der Verbannung verbrachte; insofern bin ich gespannt, ob die "Metamorphosen" Hinweise auf eine Kritik am römischen Staatswesen oder gar am Kaiser enthalten.
Weitere Details aus dem Vorwort erspare ich Euch.
Die Übersetzung von Erich Rösch liest sich leider nicht immer flüssig. Die Probleme des Übersetztens lateinischer Hexameter ins Deutsche habe ich allerdings noch gut in Erinnerung, so dass ich nicht allzu kritisch sein möchte.
Zu den ersten Inhalten komme ich später.
LG
Tom