Hallo thopas,
in welchem freiberuflichen Metier werden Einsteiger gut bezahlt? Mir ist keines bekannt. Auch für literarische Übersetzungen gilt mMn. das Prinzip: Qualität muss sich erst erweisen - und wird dann (bei Folgeaufträgen) entsprechend höher honoriert. Du würdest doch bestimmt auch nicht für unnötig viel Geld die berühmte Katze im Sack kaufen, oder?
Viele Grüße
Tom
Daß man bei seinem ersten Auftrag vielleicht noch nicht so viel verdient, weil man sich erst beweisen muß, ist ja noch in Ordnung. Da aber der Markt an Übersetzern gerade im Bereich Englisch > Deutsch ziemlich überlaufen ist, können die Verlage die Übersetzer leicht unter Druck setzen, und tun das des öfteren auch. Da kann man sich dann aussuchen, ob man weiterhin für das niedrige Honorar (oder gar für ein noch schlechteres) arbeiten möchte, oder dann einfach von jemand anderem ersetzt wird, der bereit ist, für weniger zu arbeiten. Nur wenn man gute Beziehungen in dieser Branche hat, oder zufällig an einen Nicht-Ausbeute-Verlag gerät, hat man Glück.
Das klingt jetzt alles sehr negativ, und bestimmt gibt es auch Verlage, die zu schätzen wissen, was ein Übersetzer leistet; aber leider gibt es auch viele Gruselgeschichten, die man von Übersetzern zu hören bekommt...
Als Übersetzer wird man übrigens nach "Norm-Seite" bezahlt; also eine nach ganz bestimmten Kriterien auf Word eingerichtete Seite, sodaß die Zeichenzahl einigermaßen einheitlich ist. Ich weiß nicht genau, wieviel man heutzutage pro Normseite bekommt, aber ich kann ja mal schauen, ob ich in meinen (10 Jahre alten) Uni-Unterlagen da noch was finde. Wenn man jetzt bedenkt, daß ein Übersetzer, der einen eher anspruchsvollen Roman übersetzt, mit ca. 1-2 Seiten pro Tag rechnet, dann kommt da allerdings nicht so viel raus.
Viele Grüße
thopas