schön, dass du meiner Bitte folgst und mitmachst und uns mit deinen Gedanken bereicherst. 
Danke schön

Ich hab so ein bißchen Schwierigkeiten, mich ganz auf die Masuren einzulassen. Das war auch schon bei "So zärtlich war Suleyken" so, ich weiß nie, ob ich über diese kauzigen Personen lachen soll oder mich freuen, dass ich sie nicht kennengelernt habe
scheint ein ganz eigenwilliger Menschenschlag zu sein. Ich weiß nicht, ob das Geschichtenerzählen ihnen mitgegeben wird, aber ich weiß, dass meine Großmutter, die aus Litauen kam, voller Geschichten war und sie mit ähnlichem Dialekt erzählte, wie es in "Heimatmuseum" ab und zu vorkommt, dieses "Justav jag die Jänse aus dem Jarten, ...." *ggg*
ich hab diesen Singsang noch im Ohr.
Erzählt aus einer sehr beschränkten, einseitigen Erzählhaltung. Sehr schön gemacht !
finde ich auch, obwohl es auch Geduld einfordert um zu sehen wohin das führt. Denn eins ist sicher, Siegfried Lenz versucht immer das Unverständliche begreiflich zu machen, so auch warum das Museum niedergebrannt wurde.
Zum Thema Heimat habe ich mir folgenden Satz herausgeschrieben:
Zitat
Jeder Tag zwinge uns zu der Erfahrung, daß alles auf Abschied hinausläuft, hier aber, in diesem Heimatmuseum, werde die Fiktion von Bleiben und Wiederkehr genährt
Wie ich finde, ein Satz der programmatisch für den Roman stehen kann.
auf diesen Satz bin ich nun auch gestoßen. Wie recht du hast, Lost.
ich finde Siegfried Lenz kann man selbst als Heimatmuseum sinnbildlich betrachten. Er bewahrt Geschichten, Reste und Zeugnisse aus einer anderen Zeit und er versucht (wie Adam Rogalla) zu kitten und reparieren und der Nachwelt sowas wie Verständnis zu vermitteln.
auf S. 200 (dtv-TB) steht ein Satz:
Wir werden euch zeigen, wieviel er wert ist, der Heimatglaube... ... sprach der russische Offizier.
ja, wieviel ist der Heimatglaube wert?
wie der Titel des Buches, läuft alles auf den Begriff "Heimat" hinaus.
Sehr schön schmuggelt Siegfried Lenz zwei Aussagen rein und zwar die Gesinnung der Kinder des Erzählers:
für Henrike, der Tochter, ist Heimat auch dort, wo man selbst nie gewesen ist ....
Was ihr an Erinnerung fehlt, hat sie durch Einbildung ersetzt, durch Einbildung und gesammelte Kenntnisse. Möglicherweise bewahrt sei ein reineres Bild als wir Alten, die dort geboren sind.Bernhard, der Sohn, dagegen wäre der Meinung des russischen Hauptmanns .... aufräumen mit der kleinkarierten Religion von Idylle und Besitz, deren Stifter die Heimatapostel sind.
Schöne Grüße
Maria