ich glaube nicht länger, daß die figur ariel's unbedeutend ist

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Dies wird allein schon dadurch klar, daß sie in jedem aufzug vorkommt und gleichviel text wie caliban hat. Erst recht, wenn man sieht, daß das gesamte stück auf polarisierungen aufgebaut ist: menschen-geister, natur-kunst, gerecht-ungerecht, führer-geführte. Ariel und caliban sind als gegensätze konzipiert: erster intelligent wie prospero, ein luftwesen, folgsam und musikalisch; letzterer ein dumpfes, hinterlistiges erdwesen.
Ich habe mal etwas recherchiert:
Auf der seite
http://www.william-shakespeare.de gibt es gute links, zB auf
surfing with the bard:
unter "shakespeare's tempest: a discussion..." findet man etwas zur etymologie von caliban und ariel. Danach haben beide hebräischen ursprung und beide sind inhaltlich als schwarz und weiß gegenübergestellt. W-shakespeare.de sieht dagegen calibal=cariban (karibisch)=cannibale.
Mit verschiedenen interpretatorischen lesarten beschäftigt sich "You can go home...":
- thema ist die untersuchung der natur der kunst:
Prosperos magie wirkt nur auf der insel (=im theater). Er kontrolliert das geschehen, indem er illusionen schafft. Ariel ist die imaginative kraft, die die effekte des theaters möglich macht (also ein positiver charakter), und prospero ist von ariel abhängig. Daß rache nicht die richtige antwort ist, lernt P. von ariel, -und dies würde die bedeutung ariel's unterstreichen-: 5.aufzug 1.18ff: A: "Eure bezauberungen arbeiten so stark auf sie, daß, wenn ihr sie jetzt sehen solltet, euer herz gewiß zu mitleiden erweicht würde. P: Denkst du das, geist? A: das meinige würd' es gewiß, wenn ich ein mensch wäre."
Das theater kann wie prosperos magie für eine bessere welt erziehen.
Fraglich ist, was eigentlich prosperos plan war. Wenn er alle bessern wollte, so ist er nicht gelungen.
P muß am schluß seine magischen kräfte abgeben, weil leben nur außerhalb der welt der illusionen gelebt werden kann.
- als studie zur kolonisation:
P als europäischer eroberer, caliban als eingeborener, der nicht lernen kann. Der autor hält diese lesart aus verschiedenen gründen für unglaubwürdig. Ariel wäre hier ein guter eingeborener mit zauberkräften.
- Noch andere sehen gar in ariel und nicht in prospero die leitfigur des stückes. Ariel's funktion sei es, aus der gefangenschaft auszusteigen, und P und caliban zu besseren menschen zu erziehen.
Ein weiterer text sieht demgemäß pädagogik als thema des stückes. P als lehrer, der die figuren nach seinem willen lenkt, wobei ariel und caliban gute bzw. schlechte schüler wären.
Ich habe noch in einigen büchern geblättert und fand diese interpretationsansätze:
prospero=gott, ariel=engel, caliban=teufel
prospero ist künstler und ariel die kunst. Bezüge zur person shakespeare's: prospero war 12 jahre auf der insel gefangen und es dauerte 12 jahre, bis shakespeare die serie der großen stücke mmit hamlet startete.
Im elisabethanischen zeitalter unterschied man 3 seelen: die vegetative (mensch, pflanzen, niedrige tiere), verantwortlich für ernährung, fortpflanzung; die sensible (mensch, niedrige tiere), stimuliert handlungen und emotionen; und die rationale steht hinter dem wissen, wollen und spekulieren. Hier wären caliban und ariel 2 attribute seiner person, deren sich prospero vorher noch nicht bewuß war, und die beide freisein wollen.
Wenn ich meinen ersten kommentar zum stück sehe, habe ich entweder zu oberflächlich gelesen oder

??
gruß hafis