Autor Thema: Der klassische Buchhandel stirbt ...  (Gelesen 2790 mal)

Offline Sir Thomas

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Der klassische Buchhandel stirbt ...
« am: 19. Juli 2011, 09:43 »
... zumindest in den USA, wo der zweitgrößte Händler schließen muss und der Marktführer arg schwächelt. Schuld seien das elektronische Buch und der Versandhandel, schreibt das "Handelsblatt". Nun wissen wir, was uns in Europa bevorsteht.

Mehr unter: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/das-aus-fuer-us-buchhaendler-borders/4408004.html

LG

Tom

Offline mombour

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Antw:Der klassische Buchhandel stirbt ...
« Antwort #1 am: 19. Juli 2011, 10:40 »
Hallo,

kann schon sein, das Buchhandlungen irgendwann aussterben. Zu 99% bestelle ich Bücher online. Anderen geht es vielleicht ähnlich.

Liebe Grüße
mombour

Offline Dostoevskij

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Antw:Der klassische Buchhandel stirbt ...
« Antwort #2 am: 19. Juli 2011, 10:56 »
Moin, Moin!

kann schon sein, das Buchhandlungen irgendwann aussterben. Zu 99% bestelle ich Bücher online. Anderen geht es vielleicht ähnlich.

So ist es. Auch wenn es natürlich toll ist, sich in einem mit Büchern vollgestopften Laden zu befinden, meine Lektüreentscheidungen werden am heimischen Schreibtisch getroffen und logistisch umgesetzt. Viele schöne Dinge sind in der Menschheitsgeschichte irrelevant geworden, nehmen wir das Pferd. Man kann und soll etwas trauern und dann eben ein Buch lesen, welches man sich übers Internet besorgt hat.
Keep reading, Markus Kolbeck
Leipziger Bücherlei http://www.buecherlei.de/

Offline Sir Thomas

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Antw:Der klassische Buchhandel stirbt ...
« Antwort #3 am: 19. Juli 2011, 11:16 »
Man kann und soll etwas trauern und dann eben ein Buch lesen, welches man sich übers Internet besorgt hat.

So machen wir das. Ich kann all die Krokodilstränen über die armen Buchhändler schon lang nicht mehr ertragen.

LG

Tom

Offline klassikfreund

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Antw:Der klassische Buchhandel stirbt ...
« Antwort #4 am: 19. Juli 2011, 13:30 »
Hallo,

kann schon sein, das Buchhandlungen irgendwann aussterben. Zu 99% bestelle ich Bücher online. Anderen geht es vielleicht ähnlich.

Liebe Grüße
mombour

Ich kaufe Bücher beim Händler - nicht immer, aber immer öfter!

Gruß, Thomas

Offline klassikfreund

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Antw:Der klassische Buchhandel stirbt ...
« Antwort #5 am: 19. Juli 2011, 13:37 »

So machen wir das. Ich kann all die Krokodilstränen über die armen Buchhändler schon lang nicht mehr ertragen.


Handel vor Ort bedeutet auch Arbeitsplätze vor Ort. Das hat dann was mit Lebensstandard vor Ort zu tun. Das beeinflusst auch mein Wohlbefinden und meine Sicherheit vor Ort.

Ich erinnere mich da an ein Experiment: Es wurde mir als Studienanfänger die Aufgabe gestellt, eine Wohnsiedlung zu entwerfen. Wir arbeiteten in einem kleinen Team und es war nur ein Spiel. Wir glaubten die Aufgabe gut erledigt zu haben.  Aber keiner von uns hat Läden, Schulen, Krankenhäuser oder gar Spielplätze vorgesehen. Will man in einer solchen Stadt wirklich leben? Ich nicht.

Man denke also darüber nach, ob es ausschließlich um "Beschaffung" geht, oder ob durch das Internet nicht auch anderes verloren geht.

Schöne Grüße,
Thomas

Offline Sir Thomas

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Antw:Der klassische Buchhandel stirbt ...
« Antwort #6 am: 19. Juli 2011, 13:45 »
Handel vor Ort bedeutet auch Arbeitsplätze vor Ort.

Nicht im Buchhandel, denn nicht alle Läden sind so groß wie Thalia, die Meyersche oder Hugendubel. In neun von zehn Läden steht der depressive Inhaber mit seiner ebenfalls depressiven Familie hinter der Ladentheke. Das sind klassische Selbstausbeutungsmodelle, wogegen natürlich nichts einzuwenden ist. Aber außer einer gelegentlichen Aushilfe auf 400 Euro-Basis werden dort kaum sozialversicherungspflichtige Stellen angeboten. Soviel zur Idylle der lebenswerten Stadt mit ach so quicklebendigen Händlern und fröhlichen Angestellten.

LG

Tom 

Offline Sir Thomas

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Antw:Der klassische Buchhandel stirbt ...
« Antwort #7 am: 19. Juli 2011, 14:09 »
Handel vor Ort bedeutet auch Arbeitsplätze vor Ort.

Kleine Nachfrage:

Welche Qualität hat ein Arbeitsplatz in einer leise modernden und absterbenden Struktur? Mit dem Arbeitsplatz"argument" begeht man mittlerweile rhetorischen Totschlag.

LG

Tom

Offline Lauterbach

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Antw:Der klassische Buchhandel stirbt ...
« Antwort #8 am: 19. Juli 2011, 16:35 »
Also ich persönlich fände es schade, wenn die Buchhandlungen so aussterben würden, wie
z.B die CD läden, denn ich für meinen Teil habe immer gerne in Ihnen gestöbert.
Leider muß ich gestehen, das ich nicht alle meine Bücher bei dem Buchhändler meines Vertrauens hole,
sondern auch zuweilen über das Internet bestelle, einfach aus purer Faulheit.


Gruß, Lauterbach

Offline klassikfreund

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Antw:Der klassische Buchhandel stirbt ...
« Antwort #9 am: 19. Juli 2011, 17:42 »
Handel vor Ort bedeutet auch Arbeitsplätze vor Ort.

Kleine Nachfrage:

Welche Qualität hat ein Arbeitsplatz in einer leise modernden und absterbenden Struktur? Mit dem Arbeitsplatz"argument" begeht man mittlerweile rhetorischen Totschlag.

LG

Tom

Ob Strukturen absterben oder nicht, ist ja noch gar nicht entschieden. Der bäuerliche Hofladen erlebt auch eine Renaissance, der Supermarkt schafft es nicht mehr, alles zu verdrängen.

Gruß, Thomas

Offline Hubert

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Ich kaufe Bücher beim Buchhändler
« Antwort #10 am: 20. Juli 2011, 02:54 »
Ich kaufe Bücher beim Händler

Gruß, Thomas

Ich mach’s wie Thomas, weil ich einfach nicht einsehe, dass ich ein Buch im Internet bestellen soll, dort meine Adresse und meine Kreditkartennummer offenbaren soll, dann warten muss, bis ich das Buch geliefert bekomme, ev. noch Extrakosten für Porto bezahlen muss und da ich nie zu Hause bin, wenn der Postmann klingelt, das Buch dann innerhalb einer Woche bei einer bestimmten Poststelle abholen muss, wenn ich das gleiche Buch zum gleichen Preis auch einfach in einer Buchhandlung kaufen und gleich mitnehmen kann und bei der zweiten Variante noch nicht mal unnötige und umweltbelastende Verpackung anfällt.
« Letzte Änderung: 20. Juli 2011, 03:00 von Hubert »

Offline Hubert

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Fragen über Fragen
« Antwort #11 am: 20. Juli 2011, 02:56 »
Handel vor Ort bedeutet auch Arbeitsplätze vor Ort.

Nicht im Buchhandel, denn nicht alle Läden sind so groß wie Thalia, die Meyersche oder Hugendubel. In neun von zehn Läden steht der depressive Inhaber mit seiner ebenfalls depressiven Familie hinter der Ladentheke. Das sind klassische Selbstausbeutungsmodelle, wogegen natürlich nichts einzuwenden ist. Aber außer einer gelegentlichen Aushilfe auf 400 Euro-Basis werden dort kaum sozialversicherungspflichtige Stellen angeboten. Soviel zur Idylle der lebenswerten Stadt mit ach so quicklebendigen Händlern und fröhlichen Angestellten.

Hallo Tom,

welche Statistik hast Du da zu Rate gezogen? Und seit wann sind Arbeitsplätze von Selbständigen keine Arbeitsplätze mehr? Und kannst Du mal kurz den Unterschied zwischen einem klassischen und einem nicht klassischen Selbstausbeutungsmodell erläutern? Und wie viele Buchhändler kennst Du, die sich selbst ausbeuten? Und warum machen die das?

Und depressive Mitarbeiter findet man wohl zumindest seit einigen Jahren eher bei Hugendubel [gehört übrigens seit 2006 zur Finanzholdung DBH, an dem wiederum die Familie Hugendubel (depressive Buchhändler?) zu 50% beteiligt ist], als bei kleinen Buchhandlungen:
http://www.boersenblatt.net/319966/
http://www.boersenblatt.net/325070/


Offline Hubert

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Der klassische Buchhandel stirbt nicht
« Antwort #12 am: 20. Juli 2011, 03:03 »
kann schon sein, das Buchhandlungen irgendwann aussterben.

Nicht so lange ich lebe! Trotzdem hoffe ich natürlich, dass ihr mit euren Internetkäufen Buchhandelsketten wie Thalia oder Hugendubel vor meinem Ableben in die Knie zwingt, den dann ist der Tag nicht mehr fern an dem eine kleine aber feine Buchhandlung eröffnet wird: Huberts Book Shop!   :breitgrins:

Offline Giesbert Damaschke

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Antw:Ich kaufe Bücher beim Buchhändler
« Antwort #13 am: 20. Juli 2011, 09:42 »
wenn ich das gleiche Buch zum gleichen Preis auch einfach in einer Buchhandlung kaufen

Das ist große Unterschied zu den USA, wo es keine Buchpreisbindung gibt und der Buchhändler an der Ecke unmöglich den Preiskampf gegen Amazon gewinnen kann.

Weshalb der Niedergang des amerikanischen Buchhandels nur sehr bedingt auf die Situation hierzulande übertragen werden kann.
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Offline Giesbert Damaschke

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Antw:Der klassische Buchhandel stirbt ...
« Antwort #14 am: 20. Juli 2011, 09:44 »
Ich kaufe, wenn ich überhaupt noch Bücher kaufe, zu ca. 85% bei Amazon, zu 14% in der Autorenbuchhandlung in Schwabing und zu 1% irgendwo anders.
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