Ich bin im Moment bis zum einschließlich
5. Kapitel (
Der Vorfall im Gribojedow) gekommen.
Schon allein der Anfang hat mir ausnehmend gut gefallen.
Bulgakow steigt ja erstaunlich schnell in das Hauptthema ein. "
An einem ungewöhnlich heißem Frühlingstag erschienen bei Sonnenuntergang auf dem Moskauer Patriarchenteichboulevard zwei Männer...", die werden vorgestellt, Berlioz sieht seine erste Vision, und nicht allzu lange Zeit später ist der siebte Beweis da. Es geht nicht bei allen Autoren so schnell und irgendwie trotzdem ausführlich.

Sandhofer hat Recht, ein über Gott philosophierender Teufel ist wirklich mal außergewöhnlich, die Erzählung über Pontius Pilatus war es zumindest.
Das Kapitel "
Der siebte Beweis" habe ich eher als eine Überführung zur "
Verfolgung" verstanden.
Die fand ich übrigens nicht so überragend, mir wurde es da gleich ein bisschen zu übertrieben mit den Moskauer Innenhäusern.
Noch etwas zum Gribojedow.
Ich bin überhaupt kein Kenner der russischen Romane, aber vor einiger Zeit habe ich, nur mal als Beispiel, "Anna Karenina" gelesen.
Dort- und auch in anderen Büchern- wird ja sehr ausführlich die russische Gesellschaft beschrieben, fast ein wenig auseinander genommen. Ähnlich war es mit der Literaturszene im Gribojedow, der Vergleich hat sich mir irgendwie aufgedrängt.
"Anna Karenina" ist 1875 erschienen, "Der Meister und Margarita" ab 1966, geschrieben etwas früher. Die Schilderungen der Autoren über das Gesellschaftsleben kommen mir jedoch vielleicht nicht ganz gleich, aber durchaus mit Gemeinsamkeiten vor.
Die Schlussfolgerung wäre also, dass sich bei einer gewissen Schicht- zumindest was den Umgang mit Freunden und Bekannten angeht- nicht viel geändert hat.
Nur mal interessehalber- könnte es tatsächlich solche Ähnlichkeiten geben, oder liegt es nur daran, dass das fälschlicherweise in diesem einen Kapitel so rüberkommt?