Hallo,
ich freue mich auf meine erste Leserunde.
Ich bin heute mittag angefangen und habe jetzt die ersten drei Kapitel durch. Mir fiel bisher Folgendes auf:
- Die zwischenmenschliche Atmosphäre ist geprägt von Schroffheit, Unfreundlichkeit und Sarkasmus. Die düstere äußere Umgebung (Landschaft, Häuser, Wetter) spiegelt dies.
- Die Erzählhaltung Lockwoods hat manchmal einen ironischen und zuweilen auch sarkastischen Ton. Etwas Feminines konnte ich jetzt nicht feststellen, i.G. hatte ich nicht wie bei Siri Hustvedts Was ich liebte ständig das Gefühl, dass eine Frau spricht nur weil die Autorin eine Frau ist.
- Die Erzählform bisher ist tagebuchartig: es wird nicht aus größerer zeitlicher Distanz eine Geschichte erzählt, sondern zeitnah bei nächster Gelegenheit werden die gerade zurückliegenden Stunden oder Tage wiedergegeben. Das Gleiche gilt für die eingeschobenen Einträge Catherines in dem "speckigen" Buch.
- Ich frage mich, ob die Namen mit Bedeutung belegt sind: Heathcliff: darin enthalten ist die Heide und der Fels, vielleicht ein Hinweis auf Schroffheit und Weichheit in einem? Hindley: hinter - hinterhältig?
- Den Albtraum Lockwoods in dem düsteren Verschlag mit der fantastischen Verarbeitung von äußeren Eindrücken fand ich sehr beeindruckend.
- Dass es eine düstere Vergangenheit von Heathcliff und den Earnshaws gibt, ahnt man ja schon irgendwie. Im Moment frage ich mich noch, was es mit dem Erzähler Lockwood auf sich hat: ist er "nur" Erzähler, oder wird seine Vergangenheit auch ein bißchen aufgedeckt? Interessieren tut es einen ja schon, was ihn zum Menschenfeind werden ließ und in diese düstere Gegend trieb. Die kurze Episode am Meer kann es doch nicht gewesen sein - oder?
So das wäre es erstmal. Ich denke ich lese heute noch ein bißchen.
Gruß
Klaus