Autor Thema: Emily Brontë: Wuthering Heights (deutsch: Sturmhöhe)  (Gelesen 1424 mal)

Offline klaus

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Antw:Emily Brontë: Wuthering Heights (deutsch: Sturmhöhe)
« Antwort #60 am: 2. Februar 2012, 21:25 »
Mich hat die "Schleifenstruktur" des Romans fasziniert: aus einer Gegenwart heraus (1801) wird erzählend in die ferne Vergangenheit zurückgegangen und dann von dort wieder an die Gegenwart herangeführt, um dann auf den letzten 40, 50 Seiten die Uhr 1 Jahr vorzustellen, und dann nochmal rückblickend dieses Jahr darzustellen.

Bei der Entwicklung der Figuren fand ich interessant, die Paare Heathcliff-Cathy I. und Hareton-Cathy II. einander gegenüberzustellen: was beim ersten Paar scheiterte, vollendet sich dann beim zweiten und Heathcliff hatte seinen Anteil daran, dass es dazu kam - obwohl er es, glaube ich, nicht anstrebte. Aber ich glaube es war sein Schicksal, der Entwicklung dieser Liebe, die die positive Spiegelung seiner katastrophalen Liebe war, noch zuzusehen. Eigentlich mußte er dann seinen Frieden finden - und tat es ja auch: im Tod.

Ich finde das Ende sehr versöhnlich und irgendwie schließt sich ein Kreis.

Interessant fand ich auch die Person Haretons: in ihm spiegelt sich ja Heathcliff. Es ist sozusagen sein Ziehsohn, so wie er der Ziehsohn Earnshaws war. Und er liebt ihn mehr als seinen eigenen, so wie es bei ihm war. Das wird ganz deutlich auf dtv, S.290:

"[...]weißt du, daß ich mir zwanzigmal am Tag Hareton zum Sohn wünsche, so verkommen er auch ist? Ich hätte den Jungen geliebt, wäre er nur jemand anders."

Nämlich nicht der Sohn Hindleys!



Alles in Allem: mir hat diese (meine erste) Leserunde viel Spass gemacht. Ich denke, es war nicht meine letzte ...

Gruß
Klaus  :winken:

Offline montaigne

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Antw:Emily Brontë: Wuthering Heights (deutsch: Sturmhöhe)
« Antwort #61 am: 2. Februar 2012, 21:45 »
Hallo Klaus,

allem was du schreibst kann ich nur zustimmen, insbesondere fand auch ich die "Schleifenstruktur" sehr beeindruckend, eine Technik, die man eigentlich erst ca. 100 Jahre nach Emily verorten würde. Mir hat der Roman so gut gefallen, dass ich jetzt als nächstes Anne Bronte lesen werde, auch um einen direkten Vergleich mit ihrer Schwester zu haben.

Die Leserunde hat auch mir viel Freude gemacht, unabhängig von den Anregungen die so eine Runde mit sich bringt,  zeigt es sich, dass man beim gemeinsamen Lesen viel intensiver liest. Dafür allen Mitlesenden und an der Diskussion Beteiligten vielen Dank.

montaigne

Offline klaus

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Antw:Emily Brontë: Wuthering Heights (deutsch: Sturmhöhe)
« Antwort #62 am: 2. Februar 2012, 21:50 »
unabhängig von den Anregungen die so eine Runde mit sich bringt,  zeigt es sich, dass man beim gemeinsamen Lesen viel intensiver liest.

So ist es!  :smile:

Offline riff-raff

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Antw:Emily Brontë: Wuthering Heights (deutsch: Sturmhöhe)
« Antwort #63 am: 6. Februar 2012, 09:52 »
Ich bedanke mich recht herzlich für die gemeinsame Leserunde, es hat Spass gemacht. Ist schon so, dass man in einer solchen Runde einen Text wesentlich intensiver und genauer liest als für sich selbst. Schade, dass es nicht für jedes Buch so etwas gibt ...

Ich hoffe sehr, dass wir uns in einer anderen Leserunde wiedersehen. Würde mich freuen ...

Gruss  :winken:

riff-raff