Autor Thema: Mai 2012: Charlotte Brontë: Der Professor  (Gelesen 2746 mal)

Offline montaigne

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 509
„Der Professor“ nach dem 25. Kapitel
« Antwort #30 am: 3. Juni 2012, 19:42 »
Hallo Maria,

auch über Nationalitäten werden Vorurteile eingestreut, besonders über die Flamen. Aber in diesem Fall könnte Charlotte Bronte einfach die Ansichten übernommen haben, die sie vielleicht in Belgien gehört und erlebt hat. Was sie über Katholiken sagen lässt, ist wirklich schon sehr schwarz-weiß, vielleicht auch typisch englisch oder die Pastorentochter kommt hier durch ;-)

Es wird interessant sein zu lesen, wie sie in "Villette"  Lebensunterschiede schildert.

Übrigens, Hunsden finde ich erfrischend, eine stimmige Figur.

Hunsden ist mir auch sehr sympathisch und er ist eine wichtige Figur innerhalb des Romans, da er immer korrigiert, wenn andere eine falsche? Meinung vertreten, so z.B. wenn Frances überzogen für England und die Engländer schwärmt, weist Hunsden auf die Arroganz und den Standesdünkel sowie auf die Korruption der damaligen? Engländer hin.


sehr überraschend wird William (Ende Kapitel 23) Opfer einer Hypochondrie. In seiner Kindheit litt er einmal ein ganzes Jahr daran. Warum gerade jetzt? Das fragt sich auch William, gibt uns aber keine Antwort, nur soviel, dass er sie zurück stieß und nach 8 Tagen hatte er sie überwunden.

Hier greift Charlotte auf ihre eigene Biografie zurück. Während ihrer Zeit als Lehrerin hatte sie selbst stark unter Hypochondrie und Melancholie gelitten.


den "Professor" habe ich nun beendet. Sehr schön, wie sich gegen Ende hin ihre Träume, durch harte Arbeit, wie im Vorwort von Charlotte Bronte angekündigt, verwirklichten. Traurig, dass die Autorin in ihrem Leben diese Verwirklichung nicht erleben durfte ... eigene Schule, eigene Familie, gemeinsames Wirken.

Auch ich bin mit dem „Professor“ durch. Ja, du hast Recht, Charlotte ließ ihre eigenen Pläne, die sie selbst nicht verwirklichen konnte für ihre Romanheldin Frances in Erfüllung gehen, insbesondere die eigene Schule war ja ihr ganz großer Wunsch und der Plan ist dann leider so kläglich gescheitert.


ich möchte mich für die Leserunde bedanken, sie hat mir gut gefallen :-)


Auch mir hat die Leserunde gut gefallen, deshalb herzlichen Dank insbesondere auch, da du mich ja vor meiner bisher einsamsten Leserunde bewahrt hast.    :zwinker:

LG

montaigne


Offline JMaria

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4018
Antw:„Der Professor“ nach dem 25. Kapitel
« Antwort #31 am: 4. Juni 2012, 15:28 »
 
sehr überraschend wird William (Ende Kapitel 23) Opfer einer Hypochondrie. In seiner Kindheit litt er einmal ein ganzes Jahr daran. Warum gerade jetzt? Das fragt sich auch William, gibt uns aber keine Antwort, nur soviel, dass er sie zurück stieß und nach 8 Tagen hatte er sie überwunden.

Hier greift Charlotte auf ihre eigene Biografie zurück. Während ihrer Zeit als Lehrerin hatte sie selbst stark unter Hypochondrie und Melancholie gelitten.


Hallo montaigne,

obwohl ich bereits mehrere Biographien über die Brontes gelesen habe, ist mir diese Detail entfallen. Ich hatte diese Melancholie und Hypochondrie auf Emily Bronte gemünzt. Am tapfersten fand ich immer Anne Bronte; sie sprang ein, wenn Emily nicht mehr als Lehrerin arbeiten konnte oder wollte und hat am längsten den Beruf der Gouvernante ausgeübt.


bis dann  (evtl. bei "Villette") :winken:
 
Maria
Aktuell:

Offline montaigne

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 509
Antw:„Der Professor“ nach dem 25. Kapitel
« Antwort #32 am: 4. Juni 2012, 19:02 »
Hier greift Charlotte auf ihre eigene Biografie zurück. Während ihrer Zeit als Lehrerin hatte sie selbst stark unter Hypochondrie und Melancholie gelitten.

obwohl ich bereits mehrere Biographien über die Brontes gelesen habe, ist mir diese Detail entfallen. Ich hatte diese Melancholie und Hypochondrie auf Emily Bronte gemünzt. Am tapfersten fand ich immer Anne Bronte; sie sprang ein, wenn Emily nicht mehr als Lehrerin arbeiten konnte oder wollte und hat am längsten den Beruf der Gouvernante ausgeübt.


bis dann  (evtl. bei "Villette") :winken:
 

Hallo Maria,

ich hab‘ das nicht aus einer Biographie, sondern aus Anmerkungen speziell zu diesem Roman. Bei Emily, da hast du Recht, scheint das noch schlimmer gewesen zu sein.

Ja, wäre schön, wenn es mit „Villette“ klappen würde.

LG
montaigne