Autor Thema: Kafka als Religion  (Gelesen 5978 mal)

Offline sandhofer

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OT
« Antwort #30 am: 9. Februar 2004, 17:01 »
Hi Eveline!

A propos 'entschlüsseln': Du schreibst Deine Beiträge - fast hätte ich gesagt: ohne Punkt und ohne Komma - aber jedenfalls ohne Abschnitte zu bilden. Vielleicht ist das ja ein Zeichen beginnender Altersdemenz meinerseits, aber ich kann das am Bildschirm fast nicht lesen, wenn da mehr als 5-6 Zeilen hintereinander sich auftürmen.

Ich überflieg's oder ich lasse es ganz bleiben.

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Evelyne Marti

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Franz Kafka
« Antwort #31 am: 25. Juli 2004, 11:36 »
Halihallo

Auf kafkaesk.de befinden sich weitere interessante Infos zu Kafka, ausserdem ein tolles Forum!

Bye, Ivy     :schmetterling:

Offline JMaria

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Kafka als Religion
« Antwort #32 am: 25. Juli 2004, 13:59 »
Hi Ivy

es sollte dich freuen, dass das Kafka-Kleist Projekt so gut hier ankommt. Demnächst startet dein Vorschlag mit Kafka's Prozess. Bist du dabei?

Gruß Maria
Aktuell:

Offline Evelyne Marti

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Kafka Der Prozess
« Antwort #33 am: 25. Juli 2004, 14:28 »
Zitat von: JMaria
Hi Ivy

es sollte dich freuen, dass das Kafka-Kleist Projekt so gut hier ankommt. Demnächst startet dein Vorschlag mit Kafka's Prozess. Bist du dabei?

Gruß Maria



Hi Maria

Na klar, Kafkas Prozess will ich mir nicht entgehen lassen.   :breitgrins:

Bye, Ivy

Offline Pius

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Kafka als Religion
« Antwort #34 am: 25. Juli 2005, 12:49 »
Hallo!

Vielleicht lohnt es sich, diesen thread anläßlich der stattfindenden Kafka-Leserunde wiederzubeleben.

Kafka als Religion? Nein, für mich sicher nicht. Gerade menschlich ist Kafka für mich kein Vorbild. Und seine Werke sind zwar exemplarisch für die Sinnsuche der Moderne, aber dadurch auch für das Nicht-Finden des Sinnes. Es wäre also eine recht trostlose Religion.

Kafka ist meiner Ansicht nach einer der Autoren des 20. Jahrhunderts, der noch in Jahrhunderten gelesen wird, gerade weil der Zeiten Geist seines Jahrhunderts sich in seinen Werken spiegelt.

Viele Grüße,
Pius.

Offline rezk

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Kafka als Religion
« Antwort #35 am: 28. Juli 2005, 22:08 »
Hallo,

Zitat
Gerade menschlich ist Kafka für mich kein Vorbild.

Würde mich freuen, wenn du dies etwas erläutern könntest.


Zitat
Und seine Werke sind zwar exemplarisch für die Sinnsuche der Moderne, aber dadurch auch für das Nicht-Finden des Sinnes. Es wäre also eine recht trostlose Religion.

Was ich mich frage: Sucht(e) Kafka mit/in seiner Literatur wirklich nach "dem Sinn"? Glaubte er überhaupt an einen "Sinn" als solchen?
Eine Frage, die ich aber nicht beantworten kann.
Und eine Religion würde ich auch nicht aus ihm machen wollen, obwohl es zumindest mögliche religiöse Lesearten gibt, die v.a. von Brod angestossen wurden. (Besonders die Deutungen vom "Prozess" bzw. vom "Schloss")


Zitat

Kafka ist meiner Ansicht nach einer der Autoren des 20. Jahrhunderts, der noch in Jahrhunderten gelesen wird, gerade weil der Zeiten Geist seines Jahrhunderts sich in seinen Werken spiegelt.

Da stimme ich dir vollkommen zu, wobei ich aber denke, dass er darüber hinaus einer von rel. wenigen Autoren ist, die "zeitlos" sind, d.h. die unabhängig von dem Wissen um ihre historischen/ politischen/philosophischen Gegebenheiten gelesen werden können. ("verstanden werden können" passt in diesem Zusammenhang irgendwie nicht)  Allerdings ist dies meine persönliche Meinung, manche Zeitgenossen von ihm meinten z.b., dass man ihn nie über die Umgegend von Prag hinaus verstehen würde...

Was mich an Kafka besonders und immer wieder aufs neue fasziniert ist seine glasklare Sprache und die Beschreibungen die Szenerien, die auf mich, wenn ich sie mir vorstelle, oft sehr grotesk und wie gegen meinen "Verstand" laufend wirken ("Traumlogik"). Es bleibt stets etwas wie Unverständnis und Fremde zurück...

Mit freundlichem Gruss,

REZK
"Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg, was wir Weg nennen ist zögern" (F. Kafka)

Offline alpha

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Kafka als Religion
« Antwort #36 am: 29. Juli 2005, 10:23 »
Hallo zusammen!

Eine Wiederbelebung eines Threads ist nur sinnvoll, wenn man sich auch die vorhergehenden Beiträge wieder zu Gemüte führt - was ich jetzt, zum Teil immerhin, getan habe. Es soll also nochmals um das Grundthema gehen, in welchem Masse man Kafka als Propheten oder ähnliches ansehen kann?

Es ist am Anfang des Threads einiges dazu geschrieben worden, besonders auf den Beitrag von Hafis möchte ich hinweisen.
Und: Ohne Aphorismen oder die Gespräche mit Janouch liegt die Idee, eine Art Religion aus Kafka zu machen tatsächlich ziemlich fern!

@Pius: Du klagst darüber, dass Kafka dem Leben keinen eindeutigen Sinn gibt. Hast du einen gefunden?

Es grüsst
alpha
Genug. Will sagen: zuviel und zu wenig. Entschuldigen Sie das Zuviel und nehmen Sie vorlieb mit dem zu wenig!

Thomas Mann

Offline Pius

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Kafka als Religion
« Antwort #37 am: 29. Juli 2005, 23:29 »
Hallo!

@Rezk:
Zitat

Gerade menschlich ist Kafka für mich kein Vorbild.  

Würde mich freuen, wenn du dies etwas erläutern könntest.

Nun, Kafka als Mensch hatte viele innere und äußere Konflikte, die er nicht überwinden konnte. Er war keine stabile, in sich gefestigte Persönlichkeit. Das waren z.B. Mozart oder Van Gogh auch nicht, das hindert mich aber nicht, sie als Künstler zu bewundern.

@Alpha:
Zitat
Es ist am Anfang des Threads einiges dazu geschrieben worden, besonders auf den Beitrag von Hafis möchte ich hinweisen.

Habe ich gelesen. ich komme sicher bei der Leserunde darauf zurück.
Zitat
Und: Ohne Aphorismen oder die Gespräche mit Janouch liegt die Idee, eine Art Religion aus Kafka zu machen tatsächlich ziemlich fern!

Die Gespräche kenne ich nicht, die Aphorismen aber durchaus. Sie sind für mich aber als "Quelle der Weisheit bzw. Erkenntnis" nicht mit z.B. den Gesprächen des Konfuzius vergleichbar, aus denen ja tatsächlich eine Religion hervorging.
Zitat
Du klagst darüber, dass Kafka dem Leben keinen eindeutigen Sinn gibt. Hast du einen gefunden?

Ja. (für mich, nicht für Kafka!) Das Wort "eindeutig" muß aber hinweg.

Viele Grüße,
Pius.

Offline Gitta

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Kafka als Religion
« Antwort #38 am: 31. Juli 2005, 22:44 »
Zitat von: Pius
...keine stabile, in sich gefestigte Persönlichkeit. Das waren z.B. Mozart oder Van Gogh auch nicht, das hindert mich aber nicht, sie als Künstler zu bewundern.

Hallo Pius,

da ich mich schon lange mit dem Phänomen Mozart beschäftige, finde ich diese Aussage sowohl erstaunlich als auch interessant. Was bringt Dich dazu? Möchtest Du es etwas näher erläutern?

Zitat
Zitat
alpha: Du klagst darüber, dass Kafka dem Leben keinen eindeutigen Sinn gibt. Hast du einen gefunden?

Zitat
Pius: Ja. (für mich, nicht für Kafka!) Das Wort "eindeutig" muß aber hinweg.

Zum Thema Lebenssinn habe ich ein Erlebnis, das mich zu seiner Zeit nachdenklich machte. Ein (Ost)Berliner Freund wünschte sich damals noch unveröffentlichte Texte von Saint Exupéry, unter dem Titel "Dem Leben einen Sinn geben". Aus dem Vorwort: "Auch in dieser.....Prosa geht es dem Dichter um die Stellung des Menschen in der Welt.  Ein Leben ohne positiven Sinn ist für Saint-Exupéry undenkbar, eine Welt ohne überirdische Vernunft, ohne göttliche Ordnung birgt in sich den Keim der Zerstörung."
Nun mag man zu dieser Auffassung stehen wie man will. Jedenfalls erreichte dieses Buch den Adressaten nie. Der in dem Buch aufgeführte Lebenssinn entsprach sicher nicht dem der dortigen Obrigkeit.

Entschuldigt die Abschweifung, alphas Frage und Pius' Antwort verleitete mich dazu!

Viele Grüße,
Gitta
the show must go on. Queen