Hallo,
Gerade menschlich ist Kafka für mich kein Vorbild.
Würde mich freuen, wenn du dies etwas erläutern könntest.
Und seine Werke sind zwar exemplarisch für die Sinnsuche der Moderne, aber dadurch auch für das Nicht-Finden des Sinnes. Es wäre also eine recht trostlose Religion.
Was ich mich frage: Sucht(e) Kafka mit/in seiner Literatur wirklich nach "dem Sinn"? Glaubte er überhaupt an einen "Sinn" als solchen?
Eine Frage, die ich aber nicht beantworten kann.
Und eine Religion würde ich auch nicht aus ihm machen wollen, obwohl es zumindest mögliche religiöse Lesearten gibt, die v.a. von Brod angestossen wurden. (Besonders die Deutungen vom "Prozess" bzw. vom "Schloss")
Kafka ist meiner Ansicht nach einer der Autoren des 20. Jahrhunderts, der noch in Jahrhunderten gelesen wird, gerade weil der Zeiten Geist seines Jahrhunderts sich in seinen Werken spiegelt.
Da stimme ich dir vollkommen zu, wobei ich aber denke, dass er darüber hinaus einer von rel. wenigen Autoren ist, die "zeitlos" sind, d.h. die unabhängig von dem Wissen um ihre historischen/ politischen/philosophischen Gegebenheiten gelesen werden können. ("verstanden werden können" passt in diesem Zusammenhang irgendwie nicht) Allerdings ist dies meine persönliche Meinung, manche Zeitgenossen von ihm meinten z.b., dass man ihn nie über die Umgegend von Prag hinaus verstehen würde...
Was mich an Kafka besonders und immer wieder aufs neue fasziniert ist seine glasklare Sprache und die Beschreibungen die Szenerien, die auf mich, wenn ich sie mir vorstelle, oft sehr grotesk und wie gegen meinen "Verstand" laufend wirken ("Traumlogik"). Es bleibt stets etwas wie Unverständnis und Fremde zurück...
Mit freundlichem Gruss,
REZK