Autor Thema: Buchmesse: Russland  (Gelesen 3870 mal)

Offline JMaria

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Buchmesse: Russland
« am: 2. Oktober 2003, 11:46 »
Hallo zusammen

die Frankfurter Buchmesse hat ja den Schwerpunkt Russland. Beeinflußt das eure nächste Bücher- bzw. Leseauswahl?

Wenn es die Zeit erlaubt, wollte ich eigentlich sehr gern einen russischen Klassiker reinschieben. Nur welchen? Vielleicht "Väter und Söhne", mal sehen.

Wie handhabt ihr das, wenn die Medien ihr Augenmerk auf ein Land richtet?

Viele Grüße
Maria
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Offline sandhofer

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Buchmesse und so...
« Antwort #1 am: 2. Oktober 2003, 12:31 »
Hallo zusammen!
Hallo JMaria!

Um ehrlich zu sein, sind mir Messen, Publicity Gags, MRR und ähnliches ziemlich egal...

Persönlich habe ich - als Nachwehen des Urlaubs - meine Frankreich-Wochen. Wie ich überhaupt eher auf persönliche Ereignisse reagiere als auf Medien-Ereignisse.

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Steffi

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Buchmesse: Russland
« Antwort #2 am: 4. Oktober 2003, 11:38 »
Hallo !

Mich beeinflußen Messen und die Presse eigentlich auch nicht. Meine Auswahl ist auch persönlich geprägt, meist kommt man von einem Thema zum anderen. Virgina Woolf habe ich, obwohl ich schon vor einigen Jahren Mrs. Dalloway gelesen habe, durch Zufall wiederentdeckt. Manchmal ist auch einfach nicht die richtige Zeit, etwas bzw. einen Themenkreis zu lesen.

Griß von Steffi
Gruß von Steffi

Offline JMaria

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Buchmesse: Russland
« Antwort #3 am: 6. Oktober 2003, 21:35 »
Hallo zusammen

Zitat von: sandhofer
Persönlich habe ich - als Nachwehen des Urlaubs - meine Frankreich-Wochen. Wie ich überhaupt eher auf persönliche Ereignisse reagiere als auf Medien-Ereignisse.



solche Nachwehen kenne ich auch, die hören bei mir garnicht mehr auf  :breitgrins:
bei mir ist es jedoch Schwerpunkt: Italien

Zitat von: Steffi
Mich beeinflußen Messen und die Presse eigentlich auch nicht. Meine Auswahl ist auch persönlich geprägt, meist kommt man von einem Thema zum anderen. Virgina Woolf habe ich, obwohl ich schon vor einigen Jahren Mrs. Dalloway gelesen habe, durch Zufall wiederentdeckt. Manchmal ist auch einfach nicht die richtige Zeit, etwas bzw. einen Themenkreis zu lesen.


Zufälle oder Wiederentdeckungen können viel Freude bereiten, mir ging es bei Theodor Fontane so.
 
Der Gedanke einen Themenkreis zu lesen, habe ich erst in diesem Forum entdeckt (ich glaube Sandhofer hat es aufgeworfen). Deswegen neige ich schon dazu, Tipps, Richtungen, Tendenzen zu beobachten und ggf. auch zu lesen.

Beispiele:

-Jahrestag eines Schriftsteller bzw. Todesjahr
-Literaturpreisträger
-Tipps aus dem Forum
-eine neue Übersetzung (Moby-Dick, Verbrechen und Strafe)

LG Maria
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Offline JMaria

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Buchmesse: Russland
« Antwort #4 am: 7. Oktober 2003, 19:36 »
Gerade in der TV-Zeitung gelesen:

RBB Berlin: 22.45 Uhr (Di 07.10.03)
Russland lesen, Kulturelles

Auch auf der Rowohlt-Homepage gibt es eine Seite über russische Literatur und auch Amerika hat, wie bereits erwähnt, einen Schwerpunkt bei Rowohlt diesen Monat: TITELTHEMA: THE SPIRIT OF AMERICA

http://www.rowohlt.de/sixcms/detail.php?template=new_homepage

LG Maria
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Offline JMaria

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Buchmesse: Russland
« Antwort #5 am: 8. Oktober 2003, 20:12 »
noch ein paar Fernsehtermine auf BR "Die Russen kommen", u.a. ist darunter ein Beitrag über den Autor VLADIMIR NABOKOV :

http://www.br-online.de/kultur/literatur/lesezeichen/features.html
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Offline Hubert

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Nabokov im BR
« Antwort #6 am: 9. Oktober 2003, 22:44 »
Hallo Maria,

vielen Dank für Deinen Link, den "Nabokov" am Sonntag werde ich mir ansehen und hätte ich ohne Dich verpasst.

Gruß von Hubert

Offline JMaria

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Buchmesse: Russland
« Antwort #7 am: 16. Oktober 2003, 13:11 »
Hallo zusammen

gestern habe ich bemerkt, daß mich noch etwas beeinflußt, nach einer bestimmten Lektüre zu greifen:

DIE JAHRESZEITEN  :breitgrins:

mir für ist die beste Jahreszeit, um russische Klassiker zu lesen, der Winter, ebenso die klassischen Who-dunit Krimis wie A. Christie *gg*

letztes Jahr habe ich einen Erzählband von Tolstoi gelesen und bestimmt kommt dieses Jahr wieder etwas in dieser Richtung dran.

Viele Grüße
Maria
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Offline elahub

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Buchmesse: Russland
« Antwort #8 am: 21. Dezember 2003, 16:23 »
Hallo - Ich habe seit meinem zwölften Lebensjahr meine "russische Leseperiode" und lese immer wieder andere und immer wieder neu Dostojewski - dank ihm auch schon zwei Tolstoi und ich habe mir die Toten Seelen von Gogol vorgenommen.
Aber demnächst werde ich wohl mal Dr. Schiwago lesen, im Geiste immer die Augen von Omar Sharif vor Augen. Bin mal gespannt, wie nach dem Film das Buch bei mir ankommt.
In umgekehrter Reihenfolge bin ich meist enttäuscht.

 :winken:

Daniela
"Kunst und Unterhaltung sind verschwistert und keine Feinde." - John Irving

Offline JMaria

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Buchmesse: Russland
« Antwort #9 am: 21. Dezember 2003, 20:20 »
Zitat von: elahub
Hallo - Ich habe seit meinem zwölften Lebensjahr meine "russische Leseperiode" und lese immer wieder andere und immer wieder neu Dostojewski - dank ihm auch schon zwei Tolstoi und ich habe mir die Toten Seelen von Gogol vorgenommen.
Aber demnächst werde ich wohl mal Dr. Schiwago lesen, im Geiste immer die Augen von Omar Sharif vor Augen. Bin mal gespannt, wie nach dem Film das Buch bei mir ankommt.
In umgekehrter Reihenfolge bin ich meist enttäuscht.

 :winken:

Daniela


Hallo Daniela
Dr. Schiwago habe ich mal begonnen zu lesen, aber nicht durchgehalten, hat mich irgendwie gelangweilt. Vielleicht war ich auch nicht in der richtigen Stimmung.

Im Moment entdecke ich Anton Tschechow für mich: Krankenzimmer Nr. 6
die ersten 50 Seiten waren eine Einladung zum Weiterlesen. Besonders der Beginn der Novelle fand ich so schön geschildert:

Im Hof des Krankenhauses steht ein kleines Seitengebäude, das ein ganzer Wald von Kletten, Brennesseln und Feuerkraut umgibt. Das Dach ist vorrostet, der Schornstein halb eingestürzt, die Treppenstufen sind verfault und vom Gras überwuchert, vom Kalkbewurf sind nur noch die Spuren übriggeblieben.....

...Wenn Sie sich nicht fürchten, sich an den Nesseln zu verbrennen, so folgen Sie mir auf dem schmalen Pfad, der zum Seitengebäude führt, und sehen wir uns drinnen um. Wir öffnen die erste Tür....


Wenn ich solche Texte lese, dann wünsche ich mir malen zu können um eine solch beschriebenes Bild aufs Papier zu bringen, in Gedanken kann ich es mir so richtig bildlich vorstellen.

Viele Grüße
Maria
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Offline Steffi

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Paustowski
« Antwort #10 am: 22. Dezember 2003, 15:15 »
Hallo ihr "Russen",

da möchte ich noch schnell einen Tip loswerden:

Konstantin Paustowski - seine mehrbändige Autobiographie ist wundervoll geschrieben; einer der wenigen russischen Autoren, die ich kenne, der nicht so pessimistisch und in düsteren Farben erzählt; vielleicht eine Art "französischer Russe".

Gruß von Steffi
Gruß von Steffi

Anonymous

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Buchmesse: Russland
« Antwort #11 am: 26. Dezember 2003, 06:01 »
hallo zusammen!

ich bin neu hier im forum und möchte an dieser stelle noch ein paar anmerkungen zum thema "russland auf der buchmesse" machen.

erst durch die buchmesse 2003 ist mir bewusst geworden, dass ich schon eine ganze weile auf dem "russland-trip" bin. dieser begann vor ca. einem jahr mit der entdeckung der großen russischen autoren der groteske - u.a.  daniil charms, nikolai gogol etc.
ich habe die buchmesse zum anlass genommen, mich eine zeit lang mit der russischen gegenwartslliteratur auseinanderzusetzen. derzeit stehen die großen romantischen epiker auf meinem leseplan.

ich finde es grundsätzlich sehr positiv, wenn buchmessen länderschwerpunkte setzen, allein deswegen, weil eine reihe von autoren dies zum anlass nehmen, zu lesereisen nach deutschland zu kommen. so hatte ich das vergnügen (im kielwasser der frankfurter messe) der autorin ljutmila ulitzkaja auf einer ihrer öffentlichen lesungen zu begegnen.  
ich denke, jeder passionierte leser wird den themen- oder länderschwerpunkt einer messe lediglich als impuls verstehen, sich neue literaturräume zu erschließen, anstatt sich dem "diktat eines neuen trends" unterworfen zu fühlen...

liebe grüße an alle mitleser und weiterhin frohes fest

 :blume:

Offline Settembrini

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Ups...
« Antwort #12 am: 26. Dezember 2003, 06:04 »
Zitat von: Anonymous
hallo zusammen!

ich bin neu hier im forum und möchte an dieser stelle noch ein paar anmerkungen zum thema "russland auf der buchmesse" machen.

erst durch die buchmesse 2003 ist mir bewusst geworden, dass ich schon eine ganze weile auf dem "russland-trip" bin. dieser begann vor ca. einem jahr mit der entdeckung der großen russischen autoren der groteske - u.a.  daniil charms, nikolai gogol etc.
ich habe die buchmesse zum anlass genommen, mich eine zeit lang mit der russischen gegenwartslliteratur auseinanderzusetzen. derzeit stehen die großen romantischen epiker auf meinem leseplan.

ich finde es grundsätzlich sehr positiv, wenn buchmessen länderschwerpunkte setzen, allein deswegen, weil eine reihe von autoren dies zum anlass nehmen, zu lesereisen nach deutschland zu kommen. so hatte ich das vergnügen (im kielwasser der frankfurter messe) der autorin ljutmila ulitzkaja auf einer ihrer öffentlichen lesungen zu begegnen.  
ich denke, jeder passionierte leser wird den themen- oder länderschwerpunkt einer messe lediglich als impuls verstehen, sich neue literaturräume zu erschließen, anstatt sich dem "diktat eines neuen trends" unterworfen zu fühlen...

liebe grüße an alle mitleser und weiterhin frohes fest

 :blume:


Der letzte Beitrag war von mir - irgendwie klappt das mit dem Einloggen noch nicht so richtig...  :zwinker:
"Herr Settembrini, du pädagogischer Satana - du bist zwar ein Windbeutel und Drehorgelmann, aber du meinst es gut..."

Offline JMaria

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Buchmesse: Russland
« Antwort #13 am: 26. Dezember 2003, 12:27 »
Zitat
jeder passionierte leser wird den themen- oder länderschwerpunkt einer messe lediglich als impuls verstehen, sich neue literaturräume zu erschließen, anstatt sich dem "diktat eines neuen trends" unterworfen zu fühlen...


Hallo Settembrini
herzlich willkommen im Forum und noch viele schöne Diskussionen wünsch ich dir bei uns  :winken:

Nein Nick läßt erkennen, daß du Thomas Mann Leser bist? Wenn ja - dann freut es mich umso mehr und noch so manchen anderem hier im Forum, denn es gibt hier einige T.M. Fans.

deinem obigen Beitrag kann ich nur zustimmen, so empfinde ich es auch.

Viele Grüße
Maria
Aktuell:

Offline Settembrini

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Buchmesse: Russland
« Antwort #14 am: 26. Dezember 2003, 15:29 »
Zitat von: JMaria

Hallo Settembrini
herzlich willkommen im Forum und noch viele schöne Diskussionen wünsch ich dir bei uns .
Nein Nick läßt erkennen, daß du Thomas Mann Leser bist? Wenn ja - dann freut es mich umso mehr und noch so manchen anderem hier im Forum, denn es gibt hier einige T.M. Fans.


verbindlichsten dank für die freundlichen willkommensgrüße, JMaria!

ja, ich bin tatsächlich ein großer verehrer der kunst thomas manns. daneben interessieren mich die russischen realisten und weitere autoren der literarischen moderne (expressionisten sowie robert walser, james joyce, robert musil etc.)
die deutsche gegenwartsliteratur finde ich derweil etwas beliebig - das war sicher einer der gründe dafür, dass ich gerade kontakt zum KLASSIKERforum gesucht habe. :zwinker:  

ich freue mich auf viele neue anregungen und hoffe mich bald als aktiver mitleser an den aktuellen debatten des forums beteiligen zu können...
"Herr Settembrini, du pädagogischer Satana - du bist zwar ein Windbeutel und Drehorgelmann, aber du meinst es gut..."