Autor Thema: Johann Wolfgang v. Goethe - Die Wahlverwandtschaften  (Gelesen 8062 mal)

Offline nimue

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 964
    • http://www.literaturschock.de
Eduard und Charlotte leben in zweiter Ehe zusammen auf ihrem Landgut und erfüllen sich damit ihre Jugendliebe. Die Zweisamkeit wird gestört, als Eduard seinen alten Freund Otto, einen in Not geratenen Hauptmann, als Berater und Gartenvermesser auf sein Gut einlädt und Charlotte ihrerseits ihre auf dem Internat unglückliche Pflegetochter Ottilie als häusliche Gehilfin zu sich nimmt. Die Harmonie zwischen Eduard und Charlotte ist durch das Eindringen der Freunde gestört: Charlotte fühlt sich zu dem praktisch denkenden Hauptmann hingezogen, der sensible Eduard empfindet eine innige Neigung zur empfindsamen Ottilie. Während Charlotte und der Hauptmann ihren gegenseitigen Neigungen entschlossen entgegenzutreten versuchen, lassen Eduard und Ottilie die langsam entstehende Liebe zu. Aus dieser 'Wahlverwandtschaft', die sich mit der unabwendbaren Kraft eines Naturvorgangs entwickelt, gibt es kein Zurück, aber auch keinen anderen glücklichen Ausgang.Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) verbrachte seine Jugend in Frankfurt, zog in seiner Studienzeit nach Leipzig und Straßburg und arbeitete ab 1771 als Anwalt wieder in seiner Heimatstadt Frankfurt. 1775 wurde er an den Hof von Weimar berufen, wo er (mit Unterbrechungen wie der Italienischen Reise) bis zu seinem Tod blieb. Goethes Werk ?Die Wahlverwandtschaften" zu beurteilen, bedeutet gleichzeitig, hinter den groben Handlungsablauf einer gescheiterten Ehe durch das Hinzutreffen zweier Personen zu blicken. Denn hier handelt es sich um den Beweis, daß im menschlichen Leben die gleichen Gesetze herrschen wie in der Natur. So wird der Mensch geleitet von magischen Anziehungskräften, möge man sie Schicksal oder Fügung nennen, die unbeherrschbar bleiben und denen durch Selbstüberwindung, Entsagung oder Ergebenheit begegnet werden kann. Es geht darum, mit der Natur zu leben, nicht gegen sie zu handeln, aber sich auch nicht von ihr einnehmen zu lassen. Sinnbildlich müssen Brücken gebaut werden, um zu einem Einklang zu gelangen; einem Einklang aus Feudalismus und Aufklärung, aus dem christlichen Glauben und der Mächtigkeit der Natur, aus der praktischen Vernunft und den leidenschaftlichen Gefühlen. Auf der Grundlage chemisch-biologischer Überlegungen schafft Goethe hier ein detailliertes Bild des Landadels zur Zeit der Aufklärung. Gesucht wird kein Schuldiger, keine Patentlösung für die perfekte Ehe, gesucht wird die Harmonie zwischen Natürlichem und Übernatürlichem, zwischen Abhängigkeit und Selbstreflexion, zwischen Verworrenheit und Erlösung. Diese vielfältige Thematik, gestützt auf die unübertreffliche Wortwahl des Autors, verhilft dem Leser zu dem außergewöhnlichen Einblick in die großen, unerkannten Zusammenhänge der Welt.

Offline Germa

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 69
Johann Wolfgang v. Goethe - Die Wahlverwandtschaften
« Antwort #1 am: 2. Januar 2006, 18:42 »
Hat sich damals keiner an Goethe getraut?
Ich fände es schön gemeinsam die Wahlverwandtschaft zu lesen.
Vielleicht findet sich ja im Laufe der Zeit noch jemand. Es eilt ja nicht!

Offline xenophanes

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1894
    • christian köllerer.net
Johann Wolfgang v. Goethe - Die Wahlverwandtschaften
« Antwort #2 am: 2. Januar 2006, 18:47 »
Zitat von: Germa
Hat sich damals keiner an Goethe getraut?


Würde eher sagen, dass die meisten den Roman (wie ich) schon mehrmals gelesen haben  :smile:

CK

Offline Germa

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 69
Johann Wolfgang v. Goethe - Die Wahlverwandtschaften
« Antwort #3 am: 2. Januar 2006, 18:48 »
Ich warte trotzdem mal, ab sich vielleicht doch jemand findet
 :zwinker:

Offline sandhofer

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 5086
erneute Lektüre
« Antwort #4 am: 2. Januar 2006, 20:49 »
Hallo zusammen!

Man könnte ja auch den Roman im Rahmen einer Leserunde wiederlesen. nimue ist leider ein allzu seltener Gast auf ihrer eigenen Seite geworden  :sauer:  . Persönlich würde mich der Wilhelm Meister allerdings mehr interessieren.

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline xenophanes

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1894
    • christian köllerer.net
Re: erneute Lektüre
« Antwort #5 am: 3. Januar 2006, 00:13 »
Zitat von: sandhofer
geworden  :sauer:  . Persönlich würde mich der Wilhelm Meister allerdings mehr interessieren.


Mich auch, der steht dieses Jahr definitiv zur wiederholten Lektüre an (Die Lehrjahre).

CK

Offline Germa

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 69
Johann Wolfgang v. Goethe - Die Wahlverwandtschaften
« Antwort #6 am: 3. Januar 2006, 13:49 »
Da ich das Buch nicht habe und erst kaufen müsste, lese ich bei Wilhelm Meister nicht mit.
Ich wünsche euch aber viel Spaß, falls die Runde zustande kommt.

Offline xenophanes

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1894
    • christian köllerer.net
Johann Wolfgang v. Goethe - Die Wahlverwandtschaften
« Antwort #7 am: 3. Januar 2006, 14:01 »
Zitat von: Germa
Da ich das Buch nicht habe und erst kaufen müsste


Eine Goethe Werkausgabe sollte doch in keinem Haushalt fehlen  :smile:

CK

Offline sandhofer

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 5086
upsi
« Antwort #8 am: 3. Januar 2006, 14:09 »
Hallo zusammen!

Zitat von: Germa
Ich wünsche euch aber viel Spaß, falls die Runde zustande kommt.

Ups, damit da ja kein Missverständnis aufkommt: Ich habe mich nicht für eine Meister-Leserunde angemeldet.

Kommt dazu, dass ich persönlich der Meinung bin, dass in einem Thread der Vorschlag beibehalten werden sollte, der dem Ganzen seinen Titel gegeben hat, in diesem Fall die Wahlverwandtschaften!

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Germa

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 69
Johann Wolfgang v. Goethe - Die Wahlverwandtschaften
« Antwort #9 am: 3. Januar 2006, 14:55 »
Zitat von: xenophanes

Eine Goethe Werkausgabe sollte doch in keinem Haushalt fehlen  :smile:

CK


Leider besitze ich keine Werksausgaben, da mir oft nicht alles zusagt, was ein Autor geschrieben hat. Ich kaufe mir lieber die Einzelausgaben.

Aber falls noch jemand mit mir die Wahlverwanschaften lesen möchte, bitte melden! Vielleicht kann man dieses Buch auch mit Sigrid Damm "Ich bin nicht Ottilie" verbinden.

Offline Mignon

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 1
Johann Wolfgang v. Goethe - Die Wahlverwandtschaften
« Antwort #10 am: 10. Januar 2006, 16:24 »
Hallo!

Ich mag den Wilhelm Meister zwar auch wesentlich lieber, aber ich bin gerne bei den Wahlverwandtschaften dabei, wenn du magst. Vielleicht kannst du mich ja überzeugen, dass sie nicht so langweilig sind, wie ich sie in Erinnerung habe :zwinker:

Gruß Mignon

Offline Zola

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 574
Re: erneute Lektüre
« Antwort #11 am: 10. Januar 2006, 16:31 »
Hallo zusammen,

Zitat von: xenophanes
Zitat von: sandhofer
geworden  :sauer:  . Persönlich würde mich der Wilhelm Meister allerdings mehr interessieren.


Mich auch, der steht dieses Jahr definitiv zur wiederholten Lektüre an (Die Lehrjahre).

CK


Dem möchte ich mich auch anschließen.
Ich plane ebenfalls die Lehrjahre dieses Jahr (erstmals) zu lesen.

Viele Grüße,
Zola

Heidi Hof

  • Gast
Johann Wolfgang v. Goethe - Die Wahlverwandtschaften
« Antwort #12 am: 10. Januar 2006, 17:19 »
Ich bin ja auch so ein Frischling in Bezug zur klass. Literatur  :zwinker: , allerdings habe auch ich erst kürzlich die "Wahlverwandten" und sogar "Faust I und II" gelesen  :smile:

Also "Wilhelm Meister" käme mir auch gelegener  :zwinker:

Heidi Hof

  • Gast
Johann Wolfgang v. Goethe - Die Wahlverwandtschaften
« Antwort #13 am: 10. Januar 2006, 17:21 »
Zitat von: xenophanes
Eine Goethe Werkausgabe sollte doch in keinem Haushalt fehlen  :smile:


Hab ich sogar  :breitgrins:

Offline siodmack

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 16
Johann Wolfgang v. Goethe - Die Wahlverwandtschaften
« Antwort #14 am: 26. Januar 2006, 20:53 »
Hallo.

Ich halte die – Wahlverwandtschaften für den perfektesten Roman überhaupt. Da ist kein Wort überflüssig, da herrscht eine Atmosphäre die ich nicht beschreiben kann und irgendwie kommt man davon nicht los.
Goethe sagte zum guten Eckermann das er dort viele Geheimnisse versteckt hat und vielleicht gelingt es uns einige dieser Botschaften zu entschlüsseln.

Zumal ich mir im dritten Anlauf endlich eine Goetheausgabe angeschafft habe die ich auch wirklich mag.
Mann stelle sich eine Goethe Werkausgabe vor die das – er soll mich im Arsche lecken, mit Gedankenstrichen verumfeit, ja es ist wahr, man hatte diese Worte zensiert.
Ich rührte diese Ausgabe nie mehr an, nicht einmal eines Blickes würdigte ich diesem Strafbestand, aber nun kann ich wieder beruhigt in meine Klassikerecke des Bücherschrankes schauen.
Kurz, ich würde gerne mit lesen, ob nun die Wahlverwandtschaften oder der Meister, denn es lohnt sich bei Goethe (fast) immer.

Gruß, siodmack.

(Obwohl, und das gebe ich unumwunden zu und dazu stehe ich: eigentliche bin ich ja ein Jean Paulianer.)