Hallo zusammen,
hallo Hafis,
Du hast gepostet:
Mit tanz meine ich nicht soetwas , sondern den tanz, der auf den bühnen der "hochkultur" aufgeführt wird! Die musik zu diesen tänzen ist natürlich die abendländische klassische musik bzw. deren moderne fortsetzung, also e-musik.Wenn du klassisches Ballett meinst und nicht Tanz, warum schreibst Du dann nicht klassisches Ballett sondern Tanz. Außerdem hattest du gepostet:
Die wettbewerbe für ....... tanz zeigen zahlreiche teilnehmer aus ländern wie china und mir ist nicht bekannt, dass klassisches Ballett wettbewerbsmäßig aufgeführt wird.
Außerdem kann ich Dir nicht zustimmen in der Aussage, dass Tänze auf Bühnen der Hochkultur natürlich von abendländischer klassischer Musik begleitet wird. Es gibt zwar immer noch Tschaikowskys Nussknacker in der Weihnachtszeit, aber Kresniks Tanztheater (Volksbühne Berlin) wird ebenso wenig von klassischer abendländischer Musik begleitet wie z.B. Aufführungen der „American Dance Group“ und die letzte Tanz-Aufführung auf einer Bühne der Hochkultur die ich sah, erinnerte zwar vom Tanz her an klassisches Ballett (im Gegensatz zu den zwei vorgenannten) – das Stück hieß „Zion“ und wurde vom Ballett des Mannheimer Nationaltheater aufgeführt – aber die Musik war von Xavier Naidoo und den Söhnen Mannheims und die ist m.M. nach noch nicht klassisch.
Welches werk der u-musik aus der frühzeit wird heute noch als u-musik aufgeführt? Wenn überhaupt eines, dann sehr wenige. Und wieviel wird aus dem bereich der e-musik aufgeführt. VielAuch die heute aufgeführte E-Musik stammt nicht aus den letzten 120 Jahren, sondern aus der Zeit des Barocks, der Wiener Klassik und der Romantik. Die meisten Werke der E-Musik der letzten 120 Jahren wurden nach der Uraufführung so gut wie nicht mehr gespielt.
Andererseits bin ich überzeugt, dass die meisten Menschen das jährliche Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, das in alle Welt übertragen wird, als einen Höhepunkt der klassischen Musik bezeichnen würden, obwohl dabei doch ausschließlich Musik gespielt wird, die vor 120 bis 150 Jahren als reine U-Musik komponiert wurde. Zur Erinnerung: der Kaiserwalzer entstand 1888 und „An der schönen, blauen Donau“ 1867.
Btw: Gestern Abend war ich auf einer Veranstaltung mit dem „fünften Beatle“ Klaus Voormann (Grafiker –er entwarf z.B. das Plattencover des Beatles-Album „Revolver“- und Musiker –er spielte u.a. bei Manfred Mann, John Lennons Plastic Ono Band und zusammen mit George Harrison und Bob Dylan beim legendären „Concert for Bangla Desh“ und 2002 zusammen mit Paul McCartney in der Royal Albert Hall das Gedenkkonzert for George), der sein Buch „Warum spielst du Imagine nicht auf dem weißen Klavier, John“ vorstellte und Frank Laufenberg (den Leuten aus dem Wilden Süden als ehemaliger SWF3-Moderator bekannt), der die passende Musik dazu auflegte und dabei wurden zwei meiner in diesem Thread gemachten Aussagen fast wörtlich bestätigt:
vor allem ist es Dylan als Vorbild zu verdanken, dass es in der Rock- & Popmusik heute zum Teil doch anspruchsvolle Texte gibt. Die Beatles hatten auch mit "She loves you, yeah, yeah, yeah" angefangen und da sind wir dank Dylan heute doch ein Stück weiter.
„Erst durch Dylan wurde den Beatles und durch diese den nachfolgenden Bands klar, dass man in Songtexten mehr ausdrücken kann, als „Love me do“ oder „She loves you“, bestätigte Frank Laufenberg.
Nach der Trennung hat John mit der „Plastic Ono Band“ in Toronto ein Konzert gegeben, dass wie man heute sagt, künstlerisch seiner Zeit um viele Jahre voraus war.Klaus Voormann erzählte wie John Lennon ihn und Eric Clapton auf dem Flug nach Toronto in das Mysterium Plastic Ono Band einweihte: „Wisst ihr, dieser Auftritt wird nicht nur ein Rock’n Roll Gig sein. Unser Anliegen ist, unsere Message (Kampf gegen Sinnlosigkeit des Vietnamkrieges, gegen Machtgier und Korruption) unter das Volk zu bringen, was wir machen hat auch etwas sehr Avantgardistisches, ja es wird ein Anti-Kriegs-Happening, wir wollen die Menschen bewegen, provozieren ...“.
„... Aber an den hilflosen Gesichtern der Zuschauer konnte ich deutlich erkennen, dass sie sich von Johns Auftritt etwas anderes erwartet hatten“, schreibt Klaus Voormann in seinem Buch und „ich habe mir später oft die Schallplatte angehört und war immer wieder gerührt von dieser ehrlichen und mutigen Aktion“.
Gruß von Hubert