Hallo Sandhofer,
>> Nun weiss ich ja nicht, was Du unter "schlechter Papier- und Druckqualität" verstehst.
Das ist natürlich subjektiv und läßt sich nicht leicht schriftlich erklären.
Abgesehen davon, dass ich in dieser Beziehung etwas eigen bin, gibt es auch zwei konkrete Gründe, warum ich auf Qualität achte. Ich lese jetzt seit mehr als dreißig Jahren intensiv und entwickle nebenbei vierzig Stunden pro Woche Software, davon die meiste Zeit am Bildschirm. Da kommt mir alles recht, was meine Augen bei ihrer schweren Arbeit unterstützt, Preis spielt keine Rolle. Außerdem habe ich inzwischen mehrere Generationen von Büchern kommen und gehen sehen... Z.B. sind Insel Taschenbücher, die ich mir vor zwanzig Jahren angeschafft habe, immer noch so gut wie neu. Fischer Taschenbücher aus der gleichen Zeit als "vergilbt" zu bezeichnen wäre eine beschönigende Untertreibung...
Im übrigen verstehe ich die Logik Deiner Argumentation nicht. Dass Du bisher gute Erfahrung mit Jokers gemacht hast, ist ja ganz erfreulich, aber was beweist das für die in Frage stehende Ausgabe? Ich glaube nicht, dass Jokers einen Qualitätsstandard in puncto "buchbinderische Qualität" ihrer Ware hat. Das brauchen sie auch gar nicht. Es ist doch klar, dass sich auf einer Plattform wie Jokers sowohl gute Bücher finden, die als Restposten ohne Ladenpreisbindung günstig weggehen, wie auch Sachen, die von vornherein für das Billigsegment konzipiert wurden.
Und wenn der Weltbild Verlag schon *selber* sagt: "Sonderausgabe in einfacher Ausstattung", dann hat das etwas zu besagen. Dann kann man die Qualität in diesem Fall eben *nicht* mit dem gewohnten Standard des Verlages vergleichen (was immer der sein mag). Klar ist auch, dass die angebotene Ausgabe nicht diejenige ist, die mal 450,- Euro gekostet hat, sondern bestenfalls eine textidentische.
Vielleicht verstehst Du, was ich meine, wenn Du Dich an die 10bändige Kassette von Dostojewski erinnerst, die Piper vor wenigen Jahren in ähnlicher Form herausgebracht hat, oder an den Reprint des Kindler Literaturlexikons... graues Papier... grusel...
Wie schon gesagt, das ist natürlich Geschmackssache. Wenn jemand sagt: Hauptsache günstig, dann ist das in Ordnung. Ich wollte nur darauf hingewiesen haben.
Ein weiterer Punkt ist das Format: 26 x 19 cm. In mein Regal würde das nicht passen. Mein Meyers Konversationlexikon z.B. mißt ca. "nur" 25 x 17 cm.
Wie gesagt, zwei Punkte, die der eine oder andere beim ersten Lesen vielleicht übersehen hat. Ansonsten kann jeder für sich selbst entscheiden.
Gruß, Harald